Es ist ja nicht nur der reine Proteingehalt, der eine Rolle spielt, es stellt sich ja auch die Frage nach der Verdaulichkeit und der biologischen Wertigkeit. Um den Bedarf an allen essentiellen Aminosäuren abzudecken, brauche ich möglicherweise 100 g von dem einen Futter, aber 200 g von einem anderen Futter, obwohl beide auf dem Papier den gleichen Proteingehalt haben. Natürlich muß das weitgehend überflüssige Protein des zweiten Futters irgendwie verstoffwechselt werden und belastet dabei Leber und Niere. Ist nun auch noch der generelle Energiegehalt des Futters gering, bin ich möglicherweise gezwungen, 300 g des energiearmen Futters zu geben, wo eigentlich 100 g den Proteinbedarf decken könnten.
Die grundlegenden Bedarfswerte einschließlich der Spannweiten, die sicher 90 % der Hundepopulation abdecken, sind aber gut erforscht und auch populärwissenschaftlich publiziert. Wenn man ein Futter nach diesen Kriterien aussucht und dann ein Feintuning nach Beobachtung seines Hundes vornimmt, hat man die gröbsten Fehler schon mal vermieden.