Beiträge von Quarus

    Ich habe mal wieder nach "Deckrüden" meiner Rasse bei Ebay K. geguckt. Da wimmelt es wie immer von Teisens (alternativ Thysen, Teison) Speiks (Spyk, Spaik) und Rambos, die sich eine Deckhündin ersehnen. Alle "wunderschön, gesund, lieb". :shocked:


    Nääääää, nicht für viel Geld würde ich meinen Rüden in dieser "Heldengalerie" einstellen, lieber noch würde ich ihn kastrieren! :rotekarte:

    Als Züchter seinen Wurf auf den Ebay Kleinanzeigen zu inserieren, finde ich nicht verkehrt, wenn man gewillt ist, aus einem sehr breiten Spektrum an potentiellen Käufern auszusuchen.

    Meine Rüden würde ich da nie einstellen. Ein Hündinnenbesitzer, der so wenig Wissen hat, dass er in dieser Grabbelkiste nach einem Deckrüden sucht, da kann ich drauf verzichten. Meine Hunde müssen sich nicht um jeden Preis fortpflanzen. Ein unbedarfter Welpenkäufer ist was anderes als ein unbedarfter Möchtegernzüchter.

    Wer nur ein Minimum an Wissen hat, weiss, wo er umfangreiche Informationen zu verschiedensten Deckrüden für unterschiedlichste Ansprüche findet. Alle anderen brauchen ihre Hündin nicht decken zu lassen...

    Ich will einen Hundetrainer arbeiten sehen. Mit verschiedensten Hunde/Menschen-Teams, bei verschiedenen Problemen, in verschiedenen Situationen. DAS ist für mich ausschlaggebend. Welche Ausbildung seiner selbst dahintersteht, auf welchem Weg/Umweg er da hin gekommen ist, ist für mich zweitrangig. Nicht uninteressant, aber zweitrangig.

    Man kann es eben im wahren Zusammenleben gar nicht voneinander trennen. Meine aufrichtige Freude wird mit den Leckerlis mitverknüpft und geben ihnen eine soziale Komponente.

    Ganz wichtig. Das "billige" TroFu-Bröckchen guckt mein Hund nicht mit dem A.... an, wenn er es findet oder von jedem Fremden gereicht bekommt. Gebe ich es ihm im Zusammenhang mit verbalem Lob, verstärkt es durch seine subjektive Wertigkeit selbst hochkomplexe Ausbildungsinhalte.

    Die Gewährung von Sozialkontakt als einzige Form der Belohnung war viele Jahre bei der Gebrauchshundausbildung sehr weit verbreitet.

    Nach dem Most'schen Grundsatz "Keine Strafe ist Lob genug!" wurden die Hunde 23 h/Tag isoliert im Zwinger gehalten, um bei der Ausbildung durch die kurzzeitige Gewährung von Sozialkontakt die höchste Motivation und Arbeitsbereitschaft zu erzielen, die selbst bei harten Korrekturen aufrechterhalten wurde. "Ausgehundert" ist die korrekte Wortwahl dafür, jemand hat es schon so beschrieben (Waheela?). Ein noch so kurzes Lob konnte diesen Hunden geradezu Ausflippen verursachen. Das lag aber ganz sicher nicht an der Ausstrahlung der Hundeführer.

    Zum Glück hat sich dieser Ansatz als dem "Belohnungssystem" weit unterlegen herausgestellt.

    Der Barfrechner krankt u.a. daran, dass er nur linear berechnet. Also bspw. würde ein 50 kg Hund die zehnfache Menge an allem im Vergleich zu einem 5 kg Hund benötigen. Das ist grosser Quatsch. Das sind nur ein paar willkürliche Werte, die irgendwo abgeschrieben wurden, und die dann einfach hoch und runter multipliziert werden.

    Hallo marcin,

    so scharf getrennte Showlinien wie bei anderen Rassen gibt es beim Boxer nicht. Einige Leistungssieger haben gleichzeitig Championtitel auf Ausstellungen, und solche Hunde werden häufig in der Zucht bevorzugt. Zudem muss in jeder Verpaarung mindestens ein Hund wenigstens die IPO 1 haben, das schreibt die ZO vor. Man sieht aber, wo nur das Mindeste gemacht wird, und wo die Ausbildung wenigstens gleichrangig mit Ausstellungen gewertet wird. Ein gutes Zeichen ist es, wenn auch die Hündin sportlich geführt wird.

    2 Würfe innerhalb eines Jahres sind eigentlich kein Problem. Erstens ist der Mindestabstand trotzdem vorgeschrieben (glaube 8 Monate), zweitens ist danach für die Hündin eine verlängerte Zuchtpause angesagt. Mehr Würfe hat sie nicht, aber der Züchter kann etwas flexibler planen. Mein Quarus stammte aus einem solchen Wurf, und ich kannte Hündin und Züchterin gut genug, um sagen zu können, dass seine Mutter zeitlebens auf Händen getragen wurde und ihre 3 Würfe innerhalb von 5 Jahren mit Leichtigkeit aufgezogen hat. Du kannst den Züchter aber gern fragen, was ihn dazu bewogen hat, 2 Würfe relativ schnell hintereinander zu machen.

    Zu einer Ortsgruppe kannst Du ganz unbefangen gehen, zu uns kommen oft Interessenten, die sich informieren wollen oder Rat suchen.

    Hallo marcin,

    Der VDH gibt nur den Mindestrahmen vor, die Zuchtordnung des Boxerklubs geht weit darüber hinaus. Der Boxer gehört zu den Rassen mit den umfangreichsten Anforderungen an die Zuchttiere, so dass Du eine gewisse Sicherheit hast, einen gesunden, leistungsfähigen Hund zu bekommen.

    Ich würde Dir ja einen Welpen aus Leistungszucht empfehlen, die brauchen aber häufig wirklich sportliche Betätigung, sonst werden sie selbst kreativ, und das ist anstrengend.

    Gentests auf Epilepsie gibt es nicht, wäre angesichts der Tatsache, dass Epilepsie meist nur Symptom von anderen Krankheiten ist, auch nicht praktikabel. OCD ist u.a. aufzuchtbedingt und somit nur bedingt züchterisch beeinflussbar.

    Die Zucht mit erblich HD-belasteten Hunden ist durch das System der Zuchtwertschätzung praktisch unmöglich. HD B ist ein tadelloser Befund, der mich keine Sekunde Schlaf kosten würde. Anders ist es bei Spondylose, deren Erbgang noch nicht klar ist. Persönlich würde ich keinen Hund mit schlechterem Befund als Spondy 2 akzeptieren, und selbst den nur bei besonderen Vorzügen. Analog zu Herzerkrankungen, 2 wäre meine absolute Obergrenze. Die Zuchtpartner müssten dann aber samt Vorfahren, Nachkommen und Verwandtschaft absolut unbelastet sein.

    Und klar kannst Du farbliche Vorlieben haben. Die Hauptfarben sind gelb ( hellbraun), gestromt, beides mit weissen Abzeichen, und Schecken bzw. Weisse. Ich stehe auf gelbe Rüden....

    Schau doch mal, wo um Köln Ortsgruppen des Boxerklubs sind, und sieh Dir die Hunde an. Ausstellungen sind auch gut, nur sind die Ausstellungssieger nicht zwangsläufig die standardgerechtesten, gesündesten und leistungsbereitesten Hunde. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Mir ist es allerdings immer noch lieber, ein "Vermehrer" unterwirft sich Regeln und hält einen möglichst hohen und kontrollierbaren Mindeststandard ein, als wenn komplett auf alles verzichtet wird. Es gab zu allen Zeiten nur einen kleinen Prozentsatz von wirklichen Züchtern, und eine riesige Menge an Mitläufern, die selbst nicht viel leisten für die Rasse. Das ist überall in der Tierzucht so, zwangsläufig. Wenn dabei brauchbare Hunde für den durchschnittlichen Rassefreund rauskommen, haben diese Züchter ihren Zweck erfüllt.