Unabhängig von der Doodelei halte ich das für eine interessante Aussage. Dabei frage ich, ob es um die VDH-Rassezucht denn wirklich so furchtbar schlecht steht, dass ohne sämtlichen machbaren Gesundheitsuntersuchungen die Nachzucht allesamt krank ist, insbesondere wenn dann noch - Gott bewahre - zwei unterschiedliche Rassen gekreuzt werden.
Hat uns die 'Verbesserung' der Rassehundezucht in den letzten hundert Jahren wirklich dahin gebracht, dass Tiere, die zum reinen Vergnügen (ja, dazu gehört für mich auch der Sport) gehalten werden, nur noch mit unzähligen, teuren medizinischen Tests verpaart werden können?
Eine Vielzahl dieser Tests dienen dem "Monitoring", der Beobachtung einer Zuchtpopulation, um gerade zu verhindern, daß sich Krankheiten in Zeiten ausbreiten können, in denen a) keine Selektion erkrankter Hunde mittels schwerer Arbeit, letztlich Gewehr oder Holzprügel wie in der "guten alten Zeit" stattfindet und b) die medizinischen Erungenschaften wenn nicht Heilung, so doch Symptombekämpfung bis zur Vertuschung ermöglichen.
"Teure medizinische Tests" - macht ein Rassezuchtverein sie, ist es ein Zeichen, daß die Rasse hoffnungslos durchseucht ist; macht er sie nicht, zeugt es von bodenloser Verantwortungslosigkeit, weil nur für die Ausstellung gezüchtet wird.
Wie ein Verein es macht, ist es falsch.
Aber weiß ein Vermehrer mit Krankheitsbezeichnungen überhaupt nichts anzufangen, kann man nach der Auffassung mancher Experten getrost davon ausgehen, dass diese Krankheit logischerweise bei seinen Hunden nicht vorkommt.
Wieso sind die Hunde da, wo sie tatsächlich noch gebraucht werden, erstens oft fast um die Hälfte günstiger als da, wo dem Tier in irgend einer Form 'Schönheit' zugestanden wurde? Die Armee, die Polizei, sämtliche Schäfer, die ich kenne, und sogar eine Blindenhundeschule haben sich allesamt von 'rassereinen' Tieren im Sinne der FCI losgesagt und kaufen da, wo die Hunde nicht nur funktional, sondern auch billig sind oder züchten - oh, pardon, vermehren - eben selber, weil es in diesen Bereichen keinen interessiert, inwiefern das Tier irgend einem idealisierten Rassestandard entspricht, solange es den Job tut, für den es gekauft wurde.
Du hast es doch selbst gesagt: "billig" ist oft das Stichwort. Wenn ich mir den unterdurchschnittlichen Pflegezustand der in Ausbildung befindlichen Blindenführhunde in der Nachbarstadt ansehe, wird da nicht nur an der Anschaffung gespart.