Beiträge von Quarus

    Gewählt? Der Zuchtwart wird nach erfolgter Ausbildung und bestandener Prüfung vom RZV ernannt.

    Zuchtwarte sind immer Züchter. Zuchterfahrung ist die Voraussetzung um überhaupt die Ausbildung zum Zuchtwart beginnen zu können.

    Zucht-Ordnung_mit_DFB.pdf

    Hier sowohl als auch. Im BK ist wählbar als Gruppenzuchtwart nur ein Züchter, der zusätzlich verschiedene, vom Verein vorgegebene Kriterien erfüllt und einen makellosen Ruf hat. Sonst wird die Wahl vom RZV nicht bestätigt.

    Für einzelne Gruppen, die keinen entsprechend qualifizierten Züchter aus den eigenen Reihen wählen können, springt entweder der Zuchtwart einer Nachbargruppe oder ein von der Landesgruppe bestellter Zuchwart z.b.V. (zur besonderen Verwendung) ein, der auch zum Einsatz kommt, wenn strittige Fragen auftauchen.

    Ich wollte erst einen eigenen Thread eröffnen, aber hier tummeln sich die Retriever-Kenner, und Eure Meinung brauche ich! =)

    Seit einem guten halben Jahr lebt in unserer Nachbarschaft ein Golden R., Rüde, jetzt etwa 10 Monate alt. Da er einer guten Bekannten gehört, war ich frohen Mutes, daß da ein echt guter Freund für meinen Matteo (Boxer) heranwächst. Matteo ist sehr freundlich und verträglich, ihm fehlt nach dem Tod seines Kumpels Quarus aber unter der Woche ein Spiel-Freund.

    Wir haben also die Hunde schon früh kontrolliert zusammengeführt, kleine Spaziergänge unternommen, ich habe immer ein Auge auf Matteo, damit der mit seiner überschüssigen Kraft den Kleinen nicht überrollt.

    Es gibt aber ein Problem. Und das wird schlimmer und schlimmer. Der Golden bellt (kreischt) quasi ununterbrochen Matteo in die Ohren. Er bedrängt permanent, springt unmittelbar um Matteo rum und kreischt, kreischt, kreischt. Selbst in mehreren Metern Abstand klingeln mir die Ohren. Mein langmütiger Matteo erträgt das eine Weile stoisch, dann wird er uninteressant und der Golden sucht sich eine Beschäftigung. Aber wehe, Matteo schenkt ihm Beachtung und will mit ihm spielen! Der jetzt gleichgroße Golden schmeißt sich sofort vor ihm auf den Rücken, leckt Matteo de Lefzen, kriecht in ihn rein. Kein Spiel! Wendet sich Matteo irritiert ab, fängt das in-die-Ohren-Kreischen wieder an... irgendwann reicht es Matteo und er weist den ihn bedrängenden Junghund mit einem Wuffen und Luftschnappen ab. Dann wieder: Rückenschmeißen und Kreischen....

    So geht das den ganzen Spaziergang. Kein Spiel, keine entspannte Interaktion. Streß für alle Beteiligte. So hat das keinen Zweck. Es tut mir für beide Hunde leid, denn es scheint, als ob sie keine gemeinsame Sprache sprechen. Ganz extrem ist mir das bewußt geworden, weil Matteo auch noch einen gleichalten DSH-Rüden kennt, mit dem von der ersten Sekunde des Aufeinandertreffens völliges Einvernehmen über die Art des Kommunizierens und des Spielens bestand. Mit dem tobt er begeistert herum, paßt sich an und der Jungrüde geht mit dem älteren Rüden vollkommen vertraut um.

    Das wünschte ich mir auch für Matteo und den "kleinen" Gerry....

    Hat es Sinn, die beiden Hunde noch weiter Kontakt aufnehmen zu lassen oder ist es für alle Beteiligten besser, wenn zukünftig Abstand gehalten wird? Von der Besitzerin ist leider keine Einflußnahme auf ihren Hund zu erwarten, sie kann ihn als Anfängerin kaum lesen und schon gar nicht zeitnah reagieren. Tatsächlich habe ich auch deshalb den Kontakt noch nicht abgebrochen, weil mir der kleine Golden etwas leid tut und ich seinem Frauchen ein paar Basics der Hundeerziehung und -haltung nahebringen möchte. Sie liebt ihn und gibt sich Mühe.

    Kann uns jemand mit Tips helfen?
    :ka:

    Nur mal nebenbei: früher fand man nichts dabei, wenn Einhoder in der Zucht Verwendung fanden. Heute gilt als Fehler, wenn ein evolutionär in Rückbildung befindliches Zähnchen verschwindet....

    Die Maßstäbe an Zuchthunde muß man schon in Relation an das Verständnis von "Fehler" anpassen, um eine realistische Beurteilung vornehmen zu können.

    Ich denke, so richtig auseinander dividiert bekommt man dies nicht.

    Sorry an alle KHC-Liebhaber. Das war jetzt nur rausgegriffen, weil mich bei der geposteten Aufzählung für Körklasse 2 dann doch verwundert hat, womit man noch innerhalb der VDH Richtlinien züchten darf. Hätte jetzt auch jede andere Rasse treffen können über die so etwas gepostet worden wäre. Macht es wirklich Sinn eine Rasse zu erhalten, wenn man es nur noch einen so kleinen Genpool gibt, daß man Tiere mit HD-C und erblichen Augenkrankheiten zur Zucht einsetzen darf (muss aufgrund des kleinen Genpools?). Ist das noch Zucht im Sinne von Verbesserung und Gesundheit? Ist es Zucht mit Tieren zu züchten, die nachweislich Erbkrankheiten haben oder steht man da nicht auf der gleichen Stufe mit dem was hier gerne vermehren genannt wird?

    Aber genau DAS ist es auch, was ZUCHT ausmacht. Soviel Wissen gesammelt und ausgewertet haben und soviel Zusammenarbeit auf EIN Ziel konzentrieren, daß leichte Fehler sich NICHT potenzieren können - weil eben das Wissen eine Ausgleichsverpaarung ermöglicht, die in diesem Fall das Risiko für HD in der folgenden Generation vermindert.

    Ich kenne z.B. eine im Sport bis IPO 3 ausgebildete Hündin, die in ihrem ersten Wurf neben mehreren HD A-Hunden auch eine HD C-Hündin gebracht hat. Und ausgerechnet diese Hündin, gesund, hübsch und leistungsbereit, soll wieder in die Zucht. Ich hätte keinerlei Bedenken, einen Nachkommen von ihr zu nehmen. Das Wissen um ihre Vorfahren und Verwandten und deren Vererbung, und die Wahl eines Rüden, von dessen Vererbung ebenfalls viel bekannt ist, erlaubt das. Diese Hündin mit unbestreitbaren Vorzügen kann der Zucht erhalten werden.

    Wäre es eine Hündin mit unbekannter Herkunft, von der bloß der Einzelbefund bekannt ist, würde ich keinen Welpen geschenkt wollen. Kann nämlich gut sein, daß sie nicht die Schlechteteste, sondern sogar mit HD C noch die Beste im Wurf gewesen ist...

    Sorry, OT @Quarus , ich habe gerade gelesen, dass die DISH (Bambusrohr-Wirbelsäule) bei den Boxern nicht von Seiten des Vereins mit vorgeschriebenen Untersuchungen reglementiert wird. Stimmt das?

    Doch, wird sie. Untersuchung vor Zuchtverwendung mit Minimum 2 Jahren. 4 ist verboten, wer es wagt, 3 zu nutzen, ruiniert sich mit der ersten Verpaarung seinen Ruf. Ich habe intensiv an den Diskussionen teilgenommen und wäre auch für ein Verbot der 3 gewesen, es soll aber in diesem Fall die Eigenverantwortung der Züchter geprüft werden. Ich weiß nicht, ob es 2015 eine Verpaarung mit 3 gab, in den Vorjahren ist mir vereinsweit eine bekannt, die Nachkommen sind erwachsen und frei. Problem ist, daß die Vererbung der Spondylose noch vollständig im Dunkeln liegt. Es läuft aber eine Studie an der TiHo, in der Aufnahmen in verschiedenen Lebensaltern von Hunden mit ihrer Frühbelastung im Hundesport und der Genetik nach Korrelationen untersucht wird.


    Ich habe immer die These vertreten, daß größtmögliche Offenheit bezüglich Krankheitsprophylaxe der einzig richtige Weg ist. U.a. manche Forumschreiber hier lassen mich begreifen, daß Halbwissen noch gefährlicher als Nichtwissen ist. Das ist bitter für Vereine, die große Anstrengungen im Sinne der Rasse unternehmen, und sich damit offensichtlich den Ruf ruinieren, weil gerade diese Bestrebungen gegen sie ausgelegt wird.

    Deshalb gibt es bei den Boxern z.B. eine dreistufige Zuchtberwertung:

    ZTP für zuchtzugelassene Hunde
    Körung B für zuchtempfohlene Hunde
    Körung A für zuchtempfohlene Hunde mit geprüfter Nachzucht

    Jeder Hund kann von der ZTP bis zur Körung A aufsteigen, wenn er die von Stufe zu Stufe verschärften Anforderungen erfüllt.

    Die ZTP hat nicht die Aufgabe, die Zuchtbasis zu verkleinern, sondern nur die Minusvarianten auszuselektieren, deren Fehler mit keiner Ausgleichsverpaarung erfolgversprechend in der Nachzucht verbessert werden kann. Hunde mit kleineren, weniger wichtigen Fehlern bleiben so der Zucht erhalten.

    Die Körung selektiert dann bewußt die Positivvarianten und damit die Hunde, die sehr weitgehend dem Zuchtziel entsprechen. Bis hin zu ihrer Vererbungsleistung, dem wichtigsten Kriterium für einen Zuchthund.

    Das hatten wir doch schon.

    "Züchten heißt Denken in Generationen".

    Mit einer F1 oder R1-Generation hat man noch einen weiten Weg vor sich, bis man sich "Züchter" mit einer bestimmten Berechtigung nennen kann. Dazu gehört auch, nicht immer wieder "fertige" Zuchtprodukte zuzukaufen, sondern eigenständige Linien zu entwickeln und zu selektieren, ein LANGFRISTIGES ZUCHTZIEL zu verfolgen.

    Genau genommen erreichen auch viele Vereinszüchter von Rassehunden dieses Level nicht. Sie arbeiten aber wenigstens den passionierten Züchtern zu und erhalten eine gewisse genetische Vielfalt, aus der sich dann auch hochklassige Züchter bedienen können. Weil sie eben ein gemeinsam vereinbartes Mindestniveau einhalten und die Hunde damit einen vergleichbaren züchterischen Wert haben, was ihren Einsatz bei anderen Züchtern wiederum ermöglicht.

    Diese Form der Zusammenarbeit macht es überhaupt erst möglich, Hunde für einen bestimmten Einsatzzweck mit einer gewissen Zuverlässigkeit züchten zu können. Alles andere ist Lotto spielen. Kann mal der Haupttreffer werden, aber auch eine Reihe von Nieten fallen. Zucht ist es jedenfalls nicht.

    Vor Jahren habe ich mich mal zu Mariendistel im Hundeeinsatz belesen. Um eine messbare Wirkung zu erzielen, muss die doppelte empfohlene Dosis des Menschen gegeben werden. Damit eine definierte Menge des Wirkstoffes Silymarin gesichert war, habe ich auf Apothekenpräparate zurückgegriffen, teuer, aber immer noch billiger als möglicherweise wirkungsarme Kräuter ohne garantierten Wirkstoffgehalt.