Tja, zu der Züchterin sag ich mal nix. Ihre Versäumnisse dürft Ihr jetzt ausbaden.
Die Trainerin scheint ja den richtigen Ansatz zu haben, das Defizit abzubauen. Für Euren Hund sind kontrollierte Kontakte zu souveränen, grundsätzlich freundlichen, nicht leicht beeindruckbaren Hunden eminent wichtig. Bitte nicht zu Hinz und Kunz lassen, ohne die Hunde genau einschätzen zu können!
Ich wurde mal mit meinem Matteo zu einem gut einjährigen, großen, ebenso unsicheren Rüden gerufen. Matteo hat die Pöbeleinen des Jungrüden komplett an sich abperlen lassen, ist überhaupt nicht auf das Getobe eingegangen. Ich habe die Besitzerin gebeten, abzuleinen und mit mir stramm vorwärts zu marschieren. Nach ein paar halbherzigen Provokationen liefen beide Rüden erst parallel, dann in kleineren selbstgewählten Abständen und zuletzt mit Spielabsichten.
Mit einem meiner verstorbenen Rüden wäre das aber nicht so gelaufen, die hätten den Teenie straff auf links gedreht - was sein Vertrauen in andere Hunde garantiert nicht erhöht hätte. Die Unsicherheit und damit Euer Problem hätte noch eine Steigerung erfahren und wäre verfestigt worden.
Die Qualität der Hundebegegnungen ist also ausschlaggebend, nicht die Quantität. So lange die Unsicherheit besteht, würde ich den Junghund nicht in Situationen zwingen, die ihn überfordern. Also keine Begegnungen an der Leine mit Unterschreitung der Individualdistanz. Nicht Toben lassen, rausgehen aus der Situation ohne Geschimpfe, Bemitleidung usw. Wenn er reagiert, lenkt seine Aufmerksamkeit auf Euch; mit Spieli oder Leckerchen, was ihn von dem anderen Hund ablenkt eben.
Und gleichzeitig unter sachkundiger Kontrolle den Kleinen mit verläßlichen Hunden zusammenführen.