Beiträge von Quarus

    Ausserdem. Chis sind eine Mexikanische Rasse. Der Standard kann nur von Mexiko geändert werden und nicht von einer deutschen Rassezuchtversammlung. Und laut Standard ist das max. Gewicht 3 kg.
    218g09-de.pdf

    Ich will mich nicht in die Diskussion einmischen, aber das ist ein wichtiger Punkt. Soll keine neue Rasse kreiert werden wie "Deutscher Chihuahua", ist Mexiko als standardführendes Land zu respektieren. Wenn Züchter jeden Landes nach eigenem Gusto am Standard rumändern könnten, hätten wir bald je Land eine Rassevariante von allem (analog der Doodelei), und internationale Zusammenarbeit wäre Vergangenheit. Da spreche ich nicht von Ausstellungen, sondern von Zuchttieraustausch und Wissenstransfer.

    Bevor über die Anhebung des Chi-Gewichtes auf 5 oder 6 kg spekuliert wird, wäre es wohl bedeutend wichtiger, den länderübergreifenden Käufer-Trend zu Teacup- und Mini-Hunden bei ALLEN Zwergrassen durch Aufklärung zu stoppen. Aber jemandem, der einen 500 g Hund entzückend findet, braucht man nicht mit 5 kg Hund als besserer Alternative zu kommen. Ein gesunder, lebensfroher 3 kg Hund im Standard wäre da schon eine bedeutende Verbesserung.

    Ich habe den Eindruck, daß die Chi-Halter hier im Forum sich der Konsequenzen von übertriebener Verzwergung durchaus bewußt sind und sich trotz notwendiger Sorgfalt bei der Haltung sehr darum bemühen, ihren Chi's ein hundegerechtes Leben zu ermöglichen.

    In meinen Augen ist das Daraufrumgereite, ob ein Chi nun 3 oder 6 kg wiegen darf, der falsche Kampfplatz.


    Deshalb verleugne ich aber nicht, dass der Boxer einige Merkmale von einen Qualzuchtrasse hat und es einige sehr kranke Exemplare gibt. Das war auch einen der Gründe warum ich aufgehört habe Boxer zu züchten. Wenn ein Boxer nur röchelnd atmen kann, dafür aber dem Rassestandart entspricht wohingegen ein Boxer mit längerer Schnauze, der gut atmen kann, diesem nicht entspricht läuft irgendetwas im Kopf der Menschen ziemlich falsch. Conan habe ich übernommen weil ich diese Rasse einfach liebe und diesem Hund helfen wollte, aber ich hätte mir nie wieder einen Boxer gekauft um dieses Elend nicht zu unterstützen.

    Das ist ein Wiederspruch, der mir noch mehr zu Denken aufgibt als unreflektierte Welpenkäufe:

    Wenn ich ZÜCHTER bin und auf Mißstände stoße - versuche ich sie nicht etwa, zu beseitigen, sondern ziehe mich in die Passivität zurück und kritisiere aus dieser heraus.

    Warum? Weil ich sonst zugeben müßte, selbst früher Teil des Mechanismus gewesen zu sein und so diese Mitverantwortung für Fehlentwicklungen unter dem Beifall anderer ableugnen kann?

    Weil ich erkenne, daß die Beseitigung der Mißstände mehr Mühe bereiten würde und längere Planungen erfordert, als ich bereit bin, für die "geliebte Rasse" zu investieren?

    Weil ich keinen Plan habe, auch nicht gezüchtet habe, sondern nur unter Einhaltung von vorgegebenen Mindeststandards Würfe zum Verkauf hervorbrachte, die eh nix für die Rasse bewirkten? Und ich mit den auftauchenden Schwierigkeiten nicht umgehen kann?

    :ka: :ka: :ka: :ka:

    Wer soll DENN gegen Tendenzen der Qualzucht anarbeiten, wenn nicht die Züchter? Welcher Fortschritt ist denn zu erwarten, wenn alle ins Lager der Kritiker wandern und abwarten, ob andere denn doch noch die Kastanien aus dem Feuer holen? Die sich auf diesem schweren Weg von den Zaungästen noch kluge Kommentare anhören können, daß sie es nicht richtig machten und es nicht schnell genug geht und sie überhaupt keine Ahnung haben....

    Gerade in Spanien wäre es so wichtig, in der Rassehundezucht vieler beliebter Moderassen die ethischen Ansprüche nicht nur zu fordern, sondern zu LEBEN. Hier in D treten immer wieder "bildschöne", übertypische spanische, italienische, serbische Boxer auf, die auf Ausstellungen abräumen, deren familiäre Leistungsfähigkeit und Gesundheit jedoch völlig unbekannt sind. Das wäre ein dankbares Betätigungsfeld für einen Züchter, dem wirklich etwas an der Rasse liegt. Gibt es garantiert auch welche In Spanien, und die gehörten unterstützt.

    Ich als Rasseliebhaber tue doch auch meinen Teil, wähle den Welpen mit Bedacht aus, lasse ihn untersuchen, bilde ihn aus und zeige ihn auf Prüfungen und Ausstellungen, stelle ihn der Zucht zur Verfügung. Erhebe meine Stimme in Ortsgruppen, Landesgruppen und Hauptversammlungen des Rasseclubs.

    Wenn jeder nicht mit dem Finger nur auf andere zeigte, sondern etwas, auch weniges, aus Überzeugung TÄTE, TÄTIG würde, könnte der lange und steinige weg zu gesunden Hunden beträchtlich abgekürzt werden.

    AMEN.

    :dafuer:

    Ein Problem ist nur, daß die schöne Objektivität und Offenheit leicht nach hinten losgehen kann. Deshalb mußte ich diesbezüglich auch meine Meinung ändern. Im Zuge des Versuches, alles auf das Niveau eines imponierenden Halbwissens herunterzubrechen, werden zusammenhanglose Schlagwörter zum Verhängnis der betreffenden Rasse.

    Wer wüßte z.B. nicht, daß der Deutsche Schäferhund das Synonym für HD ist! Weil der SV den "Fehler" beging, progressiv gegen HD vorzugehen, als weltweit erster Rassezuchtverein. Viel hats ihm ja genützt.... Dagegen stehen Rassen prima da, die dieses Merkmal gepflegt ignorieren, wie der Mops. Obwohl in den USA die Möpse die schlechtesten Hüften ever haben.

    So geht es doch mit allen Krankheiten: beginnt ein Verein das Monitoring, egal wie das Ergebnis aussieht, gilt die Rasse als verseucht und verzüchtet. Es dauert nur kurze Zeit, bis jemand versucht, Kapital daraus zu schlagen, sein eigenes Süppchen zu kochen, siehe die ganzen angeblich gesunden Designerdogs, "Rückzüchtungen", Neukreationen. Da wird das Gesundheitsmanagement umgedeutet, und Medien, Hundehalter usw. stimmen in den Chor ein.

    Wenn dann noch eine ähnliche Teilpopulation WIRKLICH starke Disposition zeigt und mit der Monitoring-Population mangels echtem Interesse der Einfachheit halber in einen großen Topf geschmissen wird, ist es ganz aus. Alle krank.

    Ist leicht gesagt, weniger rosa Brile und mehr Objektivität, nur zahlt sich das häufig ganz und gar nicht, im Gegenteil, man macht sich angreifbar; und wird angegriffen.

    Hätte ich vor Jahren auch nicht so pessimistisch gesehen.

    Meine Boxer sind/waren überwiegend leistungsgezogen und haben/hatten ausgeprägtes Territorialverhalten und das, was landläufig "Schutztrieb" genannt wird.

    Trotzdem konnten sie problemlos mit ins Büro, nicht regelmäßig, aber sporadisch bei Bedarf. Ohne großes Büro-Training oder -Gewöhnung. Voraussetzung ist einfach eine konsequente Grunderziehung mit Erlernung von Impulskontrolle und Frustrationstoleranz. Und im Ausgleich dazu geistige und körperliche Auslastung.

    Das ist anstrengend. Bis die Junghundphase beendet ist, gehen 3 Jahre locker ins Land, in denen ein Boxer extrem einfallsreich sein kann und seine unendliche Energie in die größten Tollheiten zu stecken bereit ist. Da braucht man als Besitzer noch mehr Impulskontrolle und Frustrationstoleranz, als man dem Hund beibringen will....

    Andererseits sind Boxer aber auch für alles zu haben. Ob Schlittenziehen, Rettungshundearbeit oder Schutzhundesport - macht ihm alles Spaß. Andere Menschen sind grundsätzlich fein, solange sie nicht unberechtigterweise bewachtes Territorium betreten. Was das ist, bestimmt der Besitzer, und die Hunde halten sich dran. Wir haben Restaurantboxer im Verein, die in der Gaststube gepflegte Konversation treiben, die Privatwohnung daneben aber nicht betreten lassen. Sie können also durchaus differenzieren.

    Wichtig ist die Herkunft. Ich sehe mit Tränen in den Augen viele "boxerähnliche Gebilde", die unter dem Namen "Boxer" angeboten werden und neben dem Aussehen besonders auch den Charakter vermissen lassen. Angstbeißer, Nervenbündel, Scheulinge sind leider nicht selten daraunter. Da würde ich sehr, sehr genau gucken und mir nix erzählen lassen von wegen "Die Eltern sind doch sooo liebe Familienhunde, das reicht!". Meiner Erfahrung nach sind es gerade die im Hundesport erfolgreichen Hunde, die nervlich robuste, zuverlässige, grundsätzlich freundliche Nachkommen hervorbringen, die nicht in jeder ungewohnten Situation mit Angstschnappen reagieren. Allerdings sind das dann auch keine Mitläufer, sondern wollen beschäftigt werden.

    Für mich ist ein Boxer ein Allrounder - aber "round" muß es gehen!

    Das glaube ich nicht. Hier ist die Weideabkalbung bei Mutterkühen üblich, und lt. Aussage eines Betriebsinhabers vorige Woche in anderem Zusammenhang wurde extra die Stallabkalbung aufgegeben, weil der Gesundheitsstatus draußen einfach besser und die Krankheitsfälle einschließlich Verluste geringer sind. Die selektieren allerdings schon seit 20 Jahren auf Leichtkalbigkeit.

    Hier in der Nähe wurde vor etwa 2 Wochen ein gerissener 250 kg Rothirsch gefunden. Die frisch entnommene Probe zur Feststellung des Verursachers wurde vom zuständigen Landeslabor aber zurückgewiesen. Begründung: das Land wäre nur verpflichtet, Nutztierrisse zu untersuchen, nicht Wolfsnachweise zu führen. Nach offizieller ministerieller Verlautbarung sollen nun Hunde den Rothirsch gerissen haben.

    Früher wurde der humpelnde Jagdhund einfach schnell six feet under gebracht, heute wird OCD diagnostiziert...

    Daß die moderne Veterinärmedizin mit ihren Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung Fluch und Segen zugleich ist, hast Du bei allen Rassen. Ein Segen für das Einzeltier, dessen Leiden behandelt werden können, ein Fluch für die Rasse, die mit leidenden Hunden weitergezüchtet werden kann.

    Vermutlich nicht. Früher wurden ja sehr viele Hunde kupiert, fachgerecht ausgeführt, gewöhnten die sich schnell dran. Meine ersten Boxer waren auch kupiert. Mit 9 Jahren ohne Rute würde ich mir da jetzt keine allzugroßen Sorgen machen, wenn keine Entzündungen o.Ä. vorliegt.

    Deine Nachbarn werden sich an den Hund gewöhnen, wenn Du ihn sicher führst und er niemanden belästigt. Das war bei unseren neuen Nachbarn (mit Kleinkindern) auch so.