Beiträge von Quarus

    Es ist ein bekanntes Problem, daß die Ökosystemdienstleistungen der Kulturlandschaft nicht oder nur marginal honoriert werden.

    Deswegen kann es keine von der allgemeinen Wertschätzung für den Kultur/Natur-Landschaftserhalt losgelöste Betrachtung des Wolfsproblemes geben. Es ist aber symptomatisch für die Problemlösungskompetenz, daß alles auf höhere Zäune, nachts einstallen oder HSH reduziert wird. Sowas wie betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Zwänge, die jeder kleiner Industrieklitsche zugebilligt werden, spielen bei den Wünschen an die Landwirtschaft plötzlich keine Rolle.

    Chris geht bezüglich des Aufwandes, ihre Rinder zu schützen, in eine enorme Vorleistung, die von allen Landwirten zu fordern einfach unrealistisch ist.

    Es wäre tragisch, wenn die Verbesserung der Lebensbedingungen einer Tierart mit der dramatischen Verschlechterung für andere (Nutz)-Tierarten erkauft werden sollte.

    Von den Verschlechterungen der Habitate anderer wilder Pflanzen und Tiere ganz zu schweigen....

    Ja, da frage ich mich manchmal, ob der Preis nicht zu hoch ist, ob wir den Wolf nicht mythisch überhöhen, als ob er uns Absolution von langanhaltender Entfremdung von unseren natürlichen Lebensgrundlagen erteilen soll.

    Bei meinem Dicken habe ich vor gut 4 Wochen einen unnatürlichen Knubbel am Sprunggelenk, auf der Achillessehne festgestellt. Der TA empfahl die OP ohne vorherige Biopsie, eben weil bei Wachstum wenig Raum zu großzügiger Entnahme besteht und ein Eingriff ein Streuen verursachen kann.

    Gesagt, getan.

    Die histologische Untersuchung ergab dann keine Neoplasie, sondern nur eine aus einem Haarfollikel hervorgegangene Zyste.

    Trotzdem bin ich saufroh, schnelle Gewißheit bekommen und das Risiko minimiert zu haben. Die Wunde ist jetzt gut verheilt und mein Hund wie "neu".

    Ich würde Dir also auch zur OP raten, sofort. Bloß die merkwürdige Diagnosestellung macht mich stutzig. Mein TA hat mit mir über die Möglichkeit eines Tumors gesprochen und eine Empfehlung gegeben, aber keine Diagnose nach Ansehen gestellt.

    Nachdem, was ich hier mitkriege, sehe ich diese Abnahme mit gelindem Zweifel. Zum einen verzichten Tierhalter auf Meldung, weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, zum anderen wird gern ein wildernder Hund für Wolfsrisse verantwortlich gemacht.

    Und selbst, wenn kein Riss stattfindet, was ist mit in Panik versetzten Herden, die ausbrechen und dabei zu Schaden kommen oder Schaden verursachen?

    Bei uns decken öfter ältere Rüden, besonders wenn sie einige Jahre im Sport geführt wurden, hat manch einer noch eine späte Chance bekommen, sich vererben zu dürfen.

    Und Hündinnen bekommen auch auf Antrag ein Jahr Zuchtverlängerung - wenn die bisherigen Würfe überdurchschnittlich waren und natürlich ihre Verfassung tadellos ist. Abgelehnt wird die Zuchtverlängerung, wenn die Hündin bereits mehrere Würfe hatte, da sie dann ihren Teil zur Zucht beigetragen hat und der Ruhestand verdient ist.

    Es ist eher selten, daß sehr junge Hunde züchterisch genutzt werden. Die letzte Untersuchung ist mit 2 Jahren dran, dann zumindest für den Rüden noch eine Prüfung, viel unter 3 Jahren wird es nicht.

    Diese Regelungen finde ich sinnvoll und kann damit leben.

    Letzlich zählt das Ergebnis, ob im Notfall der Hund zu seiner und der Umwelt Sicherheit zuverlässigt kommt.

    Tut er das nicht, mit welcher Begründung auch immer, ist es unverantwortlich, ihn auf die Umwelt loszulassen.

    Tut er das, ist es mir egal, mit welchem philosophischem Unterbau und Methoden das geschafft wurde (sofern nicht tierschutzrechtlich benklich).

    Ich möchte nur von sich selbst verwirklichenden Tutnixen verschont werden.

    Ich denke auch, daß mein Hund sich nicht im Spiegel erkennt - es interessiert ihn gar nicht.

    Da gab es einen interessanten Test mit Elefanten, denen unbemerkt ein Zeichen auf die Stirn gemalt wurde. Ja, die Elefanten begriffen, daß sie das im Spiegel waren, als nie nämlich das Mal auf der Stirn berüsselten, das sie nur im Spiegel sahen.

    Das würde mein Hund nie kapieren....