Es ist ein bekanntes Problem, daß die Ökosystemdienstleistungen der Kulturlandschaft nicht oder nur marginal honoriert werden.
Deswegen kann es keine von der allgemeinen Wertschätzung für den Kultur/Natur-Landschaftserhalt losgelöste Betrachtung des Wolfsproblemes geben. Es ist aber symptomatisch für die Problemlösungskompetenz, daß alles auf höhere Zäune, nachts einstallen oder HSH reduziert wird. Sowas wie betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Zwänge, die jeder kleiner Industrieklitsche zugebilligt werden, spielen bei den Wünschen an die Landwirtschaft plötzlich keine Rolle.
Chris geht bezüglich des Aufwandes, ihre Rinder zu schützen, in eine enorme Vorleistung, die von allen Landwirten zu fordern einfach unrealistisch ist.
Es wäre tragisch, wenn die Verbesserung der Lebensbedingungen einer Tierart mit der dramatischen Verschlechterung für andere (Nutz)-Tierarten erkauft werden sollte.
Von den Verschlechterungen der Habitate anderer wilder Pflanzen und Tiere ganz zu schweigen....
Ja, da frage ich mich manchmal, ob der Preis nicht zu hoch ist, ob wir den Wolf nicht mythisch überhöhen, als ob er uns Absolution von langanhaltender Entfremdung von unseren natürlichen Lebensgrundlagen erteilen soll.