Beiträge von Quarus

    Nein, kann er nicht, der VDH ist nicht Kaiser Wilhelm, sondern muß Änderungen per Mitgliederbeschluß durchsetzen. Und die Krux an demokratischen Strukturen ist nun mal, daß durchschlagende Änderungen selten eine schnelle Mehrheit finden.

    Anders war es in der DDR, da hätte die SED bestimmen können, ab sofort werden Dalmatiner gestromt gezüchtet. Diese Verhältnisse sind aber noch mißbrauchsanfälliger als die zur Trägkeit tendierende Demokratie des VDH.

    Um auf den Mops zurückzukommen: wäre ich 100 % Mopsinteressent, wäre mir der dokumentierte, kontrollierte Belastungstest von 1 km als Mindestanforderung zehnmal lieber als eine behauptete, aber nie nachgewiesene Leistung von 5 oder 10 km.

    Bei meiner Rasse ist die Ausdauerprüfung mit 20 km am Rad vorgeschrieben. Deswegen fällt kein Hund, der diese problemlos geschafft hat, beim 21. Kilometer tot um. Aber der Nachweis bezieht sich auf die 20 Normkilometer.

    Das läßt sich auf Vereine übertragen. Ausschlaggebend ist für mich die Vergleichbarkeit durch Einhaltung eines Mindestniveaus, nicht irgendwelche Absichtserklärungen oder Versprechungen, für die kein Nachweis, und sei es ein 1 km Belastungstest wie beim Mops, existiert.

    Ich lese im Netz soviel zu Züchtern, die alles besser machen wollen als die schlechten, knebelnden Vereine. Was mir dabei immer wieder auffällt: Nachweise dafür scheinen nie notwendig zu sein, die Behauptung genügt vollauf. Und die Käufer glauben es, weil es zum Grundtenor paßt. Verwirklichen kann sich der "gute" Züchter nur außerhalb der VDH-Mafia. Komisch nur, daß dann in 99% nicht mal Nachweise für die achsoniedrigen Standards der entsprechenden RZV zu finden sind...

    Doch, das ist für mich auch Tierschutz. Weil ich durch meine bewußte Entscheidung für einen aus kontrollierter Zucht stammenden Welpen eben DIE Bedingungen unterstütze, die ich mir als optimal für alle Hunde wünsche. Man darf nicht nur ablehnen, sondern muß auch die Ansätze fördern, die man für sich als richtig erkannt hat und die zunehmen sollen.

    Das ist sonst so, ab würde man wegen der schwarzen Schafe im Tierschutz diesen komplett ablehnen, anstatt bewußt seriöse Tierschützer zu unterstützen.

    Warum machen es die Bauern nicht wie vor 200 Jahren. 5-6 oder auch 10 Hunde mit auf die Weide und gut ist mit den Wölfen. Manchmal hilft auch ein Blick in die Vergangenheit. :) Also nicht das jetzt ein Rudel Haushunde es mit einem Wolfsrudel aufnehmen könnte, aber es macht genug Radau damit der Viecherbesitzer mit seinem Gewehr eingreifen kann.

    Manchmal hilft auch der Blick in die Gegenwart!

    Darfst gern mal ein mehrmonatiges Praktikum bei einem Mutterkuhhalter oder Schäfer ableisten, dann wirst Du feststellen, daß die "Viecherbesitzer" weder Waffen besitzen, um "eingreifen" zu können oder zu DÜRFEN, noch zeitliche oder finanzielle Mittel haben, um Herdenschutzhunde im Dutzend zu unterhalten.

    Selber warm vor dem PC sitzen und rumklimpern, und anderen ein Leben wie vor 200 Jahren empfehlen, das liebe ich ja!