Beiträge von Quarus

    Ich habe bei der Einführung von HSH noch ein anderes Problem. Neben der organisatorischen und finanziellen Komponente sehe ich auch das Problem, daß wir über Hunde reden, die auf den Status eines Elektrozaunes reduziert werden könnten. So, wie Wachhunde früher lebende Alarmanlagen waren, die ihr erbärmliches Leben an der Kette fristeten, sofern nicht ihr Besitzer ein persönliches, emotionales Verhältnis zu ihrem Hund entwickelten.

    Chris, Du beschäftigst Dich aus eigenem Interesse mit den Mc und förderst sie aus der Sicht und mit dem Anspruch eines Hundeliebhabers, der sich neben dem Wolfsschutz auch individuell mit den Hunden abgibt. Aber lange nicht jeder Weidetierhalter ist ausgemachter Hundefreund, nicht mal jeder Schäfer ist es, der so ausgesprochen auf seine Hunde angewiesen ist.

    Was kann also Hunden blühen, die en masse als Herdenschutz "installiert" werden sollen, aber womöglich nicht einwandfrei funktionieren? Oder die irgendwann ihren Job nicht mehr ausüben können? Werden die dann wie das übliche alte, kranke Nutzvieh behandelt und bekommen weder medizinische Versorgung, noch "Gnadenbrot"? Wir reden hier perspektivisch immerhin über tausende Hunde!

    Bezüglich objektiverer Kriterien dafür, was Qualzuchtmerkmale sind, kann ich nur dringend "Fehlentwicklungen in der Haustierzucht" von Prof. Wilhelm Wegner empfehlen. Da fallen sehr viele Aspekte rein, die hier nicht angesprochen wurden und erst mal gar nicht so augenfällig sind. Es werden nicht nur Hunde, sondern vom Kanarienvogel bis zur Kuh alle Haustiere hiesiger Breiten besprochen.

    Neues Zuchtsystem zur Vermeidung der Vorherrschaft der Populare Sire, wer mit einem Rüden der über 10 Deckakte hatte decken will, muss im selben Wurf einen Erstlings-/ bzw wenig gefragten Rüden mitdecken lassen.

    Damit mindert man die gängige Katastrophenpraxis der reinen Championzucht etwas ab.

    Wäre ein Argument, wenn die "zweitklassigen " Welpen die gleiche Chance bekamen, später züchterisch eingesetzt zu werden. Das braucht dann die entsprechenden Käufer. Als ich meinen Matteo kaufte, war der Vater ein noch junger Leistungsrüde mit wenig Nachkommen. Heute, 6 Jahre später, ist er einer der popular sire seiner Generation. Damals dachte ich, was für die genetische Vielfalt zu tun.... :headbash:

    Wenn Du verschiedene Würfe gesehen hat, möglicherweise sogar aus dem gleichen Zwinger und im gleichen Alter, dann fallen neben den optischen Unterschieden auch schon charakterliche Spannbreiten auf. Vorsicht bis zur Ängstlichkeit, Neugier, Durchsetzungswillen, Temperament, Draufgängertum, Extrovertiertheit, Introvertiertheit, Frustrationstoleranz usw. sind im Welpen schon angelegt. Da möchte ich gern den ganzen Wurf sehen, bevor ich die Entscheidung treffe. Wenn 50 % des Wurfes 5 Welpen sind, die tendenziell Ängstlichkeit bei neuen Eindrücken zeigen, hat das eine andere Aussagekraft, als wenn der halbe Wurf nur von einem Welpen vertreten wird, und der ängstlich ist. Zufall oder Relevanz?

    Ist natürlich der Genpool so klein, daß man sich von vornherein keine Auswahl erlauben kann, spielt das keine Rolle.

    Ich sehe da zwei Aspekte. Erstens die Möglichkeit, mit zwei ausgewählten Rüden eben die genetische Vielfalt in einem Wurf zu erhöhen. Allerdings ist nicht gesagt, daß da automatisch zwei vollwertige Würfe rauskommen, von den genetischen Varianten her gesehen. Ein kleiner Wurf mit z.B. 4 Welpen von 2 Vätern läßt doch recht wenig Aussagen über die Vererbung der Eltern zu. Was will man da züchterisch auswählen, sollten die Welpen eines Vaters heterogen sein?

    Zweite Möglichkeit, von der ich in der Vergangenheit hörte: es wurde schlicht nachgedeckt, weil der erste Rüde als nicht besonders fruchtbar bekannt war und so mit dem zweiten Rüden die Wurfkiste noch aufgefüllt wurde. Züchterisch null Mehrwert.

    Ich ziehe es vor, aus möglichst vielen Welpen gleicher genetischer Abstammung innerhalb eines Wurfes auszuwählen, weil ich dann schon Informationen über die Spannbreite der Vererbung der Eltern bekomme.

    Hach wie gefühlig. Da könnte man doch glatt vergessen, daß sie als große Anhängerin der "angeborenen Rudelstellung" nach B.E. (der von Werner Erleuchteten) Hunden aufs Härteste ihre Individualität abgesprochen und in Schubladen gesteckt hat.

    Und was ich von Training von ihr gesehen habe, basierte auf Druck zur Anpassung, nix Selbstentfaltung.

    Ich komme ja aus der Hundeausbildung und hatte nur mit netten Pferden in meiner Zeit auf einem Gestüt vor vielen Jahren zu tun. Mich irritiert bei Sandra oft ihr Timing beim Loben oder Druck wegnehmen, wenn ein Pferd sich "bewegt" hat und einen Fortschritt zeigt. Der Bernd Hackl ist zwar deutlich weniger überschwänglich, aber reagiert aber schneller auf erwünschtes Verhalten. Bei Sandra habe ich oft den Eindruck, daß zuviel verlangt wird, ein Fehlverhalten geradezu durch Überforderung provoziert wird und der Lernfortschritt sich damit verzögert. Der Chester wurde z.B. wieder und wieder den Weg hochgezwungen. Ich hätte gelobt und unterbrochen zur Entspannung, als er erstmalig ein paar relativ entspannte Schritte gemacht hat. Dadurch wirkt es für mich unstrukturiert und planlos.