Bezüglich der Kaiserschnittgeburten gab es im Boxerklub vor einigen Jahren eine erste Untersuchung. Es sollten Einzeltiere oder Linien identifiziert werden, die vermehrt die Neigung zu Schwergeburten = Kaiserschnittgeburten vererbten.
Erstaunlicherweise stellte sich heraus, daß keine Signifikanz hinsichtlich der Abstammung gefunden werden konnte. Dafür waren die Unterschiede von Landesgruppe zu Landesgruppe frappierend. Von 0 bis 30 % Kaiserschnitten war alles vertreten, unabhängig von der Genetik der Hunde. Es war meiner Erinnerung nach aber mit steigender Anzahl von Tierkliniken in Großstädten eine Erhöhung der Kaiserschnittgeburten verbunden. Die Stadtstaaten hatten größere Anteile als die Flächenstaaten.
Ein Selektionskriterium ließ sich jedenfalls nicht ableiten.
Von 2015 bis 2016 wurden nun alle Züchter und die betreuenden Zuchtwarte verpflichtet, detaillierte, standardisierte Aufzeichnungen zu jeder Geburt anzufertigen und zwingend mit der Wurfmeldung einzureichen. Diese Datensammlung wird gegenwärtig wissenschaftlich ausgewertet. Wir hoffen, damit ein Werkzeug entwickeln zu können, die Kaiserschnittrate zu senken, und den Einfluß der Betreuung durch eine Tierklinik herauszurechnen.
Einfach alle Hunde ausschließen, die einen Kaiserschnitt hatten, bringt ohne Kenntnis der Ursachen nichts. Das wäre bei einem komplexen Geschehen zu einfach, leider.