In Thüringen ist es so, daß "Wolf" nur gezählt und gewertet wird, wenn mehrere eindeutige genetische Nachweise über einen Zeitraum von mindestens einem vollen Jahr erbracht werden. Also hinken die Populationszahlen immer ein Jahr nach, da neue Wölfe noch nicht anerkannt werden, wenn auch nur ein Tag an den 365 Tagen zwischen erstem und letztem Nachweis fehlt. Da aber die genetischen Nachweise nicht systematisch gesucht werden, sondern mehr Zufallsfunde sind, fallen Wölfe vermutlich längere Zeit durch das Zähl-Raster. Bei einer jährlichen Populationszunahme von 30 % ist das eine beachtliche Ungenauigkeit. "Unser" Wolf ist seit 3 Jahren bekannt, wird aber offiziell immer noch nicht gezählt.
Interessant werden die kleinen Reviere, wenn Nahrungskonkurrenz ausbricht. Bevor die Wölfe sich gegenseitig dezimieren oder der Fortpflanzungserfolg sinkt, werden sie jede Nahrungsquelle zu erschliessen versuchen, und dafür noch risikofreudiger werden.