Beiträge von Quarus

    Meine Kollegin durfte letzte Woche zu einer thüringer Veranstaltung, die Wolf, Luchs und ???? zum Thema hatte, vom Artenschutzzentrum in Ranis.

    Sie hat mir berichtet, daß die Dozenten die Nutztierproblematik (einschließlich Schutzmöglichkeiten) ganz klar sehen und auch die Konsequenzen des unbegrenzten, ungesteuerten Wachstums der Wolfspopulation im Auge haben.

    Nur die anwesenden Vertreter des NABU sollen sich geweigert haben, ihre Denkmuster zu verlassen, die anderen Teilnehmer kamen schön ins Grübeln...

    Ich bahne Sitz, Platz, Steh ziemlich kurz hintereinander beim jungen Hund an. Früher hab ich immer gewartet, bis eine Lektion sicher war, bis ich mit der nächsten begonnen habe, mit dem Ergebnis, daß mein Hund immer eine Tendenz hatte, Sitz zu bevorzugen, weil er das am längsten kannte.

    Jetzt dauert es zwar länger, bis die Differenzierung sicher ist, ich habe meinen Hund aber nicht unbewußt eine Vorliebe beigebracht. Bis zur BH lasse ich mir soviel Zeit, daß er schon geruhsam IPO 1 laufen könnte. Ich habe für mich beschlossen, keinen Ehrgeiz auf überregionales Führen aufzuwenden. Ich neige dazu, mir selbst Streß und Druck zu machen, und das vermiest mir und dem Hund das Training. Wenn mein Hund es anbietet, wird er bis zur IPO 3 ausgebildet, in Ruhe und ohne übersteigerte Erwartungen. Wenn ich wieder mal einen bekomme, der das Potential nicht hat, mache ich soweit, wie es für uns beide paßt.

    Wenn Dir das "so oft" passiert, wie Du im ersten Posting schreibst, würde ich mir an Deiner Stelle doch langsam Gedanken machen. Das klingt nicht nach einem einmaligen Vorfall, sondern eher nach einem Muster.

    Ich finde es schon problematisch, sich irgendwo zum Quatschen hinzusetzen und die Hunde einfach machen zu lassen. Die dann ausser Sichtweise sind und andere Spaziergänger belästigen. Dafür müssen sie niemanden anspringen oder gar beissen. Wenn ich mit Hund unterwegs bin, zumal in belebtem Gebiet, dann ist meine Aufmerksamkeit beim Hund, die ganze Zeit.

    Und wenn Du schon weißt, daß Dein Hund Defizite beim Rückruf hat, dann bietet sich so ein Spaziergang ja wohl eher an, daran zu arbeiten, als die Hunde einfach machen zu lassen und sich dann über die Reaktionen zu wundern...

    Die Kleine braucht Zeit. Der ist gestern die ganze Welt zusammengebrochen. Hausleine finde ich gut, Spielzeug und Kauzeug finde ich gut, Ruhe im Haus finde ich gut.

    Vor allem braucht sie jetzt Geduld und Nachsicht, nicht zu verwechseln mit Inkonsequenz. Unerwünschtes Verhalten dürft Ihr gern abbrechen (besser umlenken mit Kauzeug etc.), aber ohne gebetsmühlenartiges "Neineinnein", Ausausaus" oder "Pfuipfuipfui" - ich sage das nicht, weil Ihr das so macht, sondern weil ich es in ähnlichen Fällen bereits erlebt habe. Und der Geduldsfaden dann eben schnell gerissen ist, wenn die ganzen Verbote nichts fruchteten.

    Das Grobmotorische ist ziemlich rassemischungstypisch, ohne mal einen blauen Fleck oder Kratzer wird es wohl nicht abgehen auf Dauer, das würde ich den Kindern auch klipp und klar sagen, es ist keine Böswilligkeit und auch nix, was durch Erziehung von jetzt auf gleich abstellbar ist.

    Ich würde eine klare Trennung zwischen Drinnen und Draußen aufbauen: draußen durchaus Toberei (braucht so ein Junghund und fördert die Bindung und das Vertrauen), drinnen Kuscheln und Ruhe. Konsequent, was bedeutet, daß auch von den Kindern keine Spielaufforderung/Provokation im Haus ausgehen darf. Schwer umzusetzen, vermute ich. Und wer weiß genau, weshalb der Junghund im stressigsten Alter aus einem Haushalt mit mehreren Kindern wohl abgegeben wurde; bestimmt nicht, weil das Zusammenleben so easypeasy war... das kommt noch obendrauf.

    Das ist für die nächsten Wochen eine echte Aufgabe, ich wünsche Euch viel Geduld und Verständnis!

    Ich könnte mir vorstellen, daß sie schon Antennen für Deine Sorgen und den Streß hat. Das sie die Situation auf Arbeit gut meistert, ist aber ein hoffnungsvoll stimmendes Zeichen.

    Wegen der Fahrten im Auto: gibt es die Möglichkeit, den Kofferraum nach vorn abzutrennen, damit sie weder in eine Box gesperrt, noch angegurtet werden muß? Ich kann nach ihrer Vorgeschichte verstehen, daß sie Bewegungseinschränkungen als traumatisch empfindet.

    Ich würde das Programm auch massiv runterfahren. Das Neue kann die arme Maus überhaupt nicht verarbeiten und setzt nur eine Spirale aus Streß und Angst in Gang. Sie braucht Rituale und unbedingte Verläßlichkeit, damit sie Vertrauen in ihre Umwelt aufbauen kann.

    Mit Abwechslung bei Menschen, Orten, Tieren und Abläufen ist ihr und Euch nicht gedient.

    Nach der Zahnung methodisch, mit 10 Wochen nach der Eingewöhnung spielerisch eingeführt. Aber immer ohne Zeitdruck und der Entwicklungsreife des Hundes angepaßt. Gibt 6 Monatige, die sich super anbieten und wo man aufpassen muß, sie nicht in die Triebdoofheit zu puschen, und Zweijährige, die scheinbar nicht erwachsen werden wollen, die man nicht aufgeben darf.