Beiträge von Quarus

    Wenn mein Hund mit wenig schmeichelhaften, sogar abfälligen Bemerkungen bedacht wird (als Boxerhalter kennt man das), dann trifft mich das insofern, daß die Intention dahinter ja wohl ist, mich über mein Verhältnis zu meinem Hund indirekt selbst herabzusetzen. Sogar Nichthundehalter wissen gut, daß man über die emotionale Verbindung zu seinem Tier angreifbar ist, und nutzen diese offene Flanke für einen verbalen Angriff.

    Ich muß nun nicht beleidigt sein über blöde Bemerkungen über meinen Hund, ich denke mir aber mein Teil über unser offensichtlich gestörtes Verhältnis und ziehe Konsequenzen.

    Auf und nach Ausstellungen stößt mir oft sauer auf, daß nicht nur die Richterentscheidung kritisiert wird, wenn sie zu Ungunsten des eigenen Hundes gefallen ist, oft wird auch am besser bewerteten Hund und seinem Eigentümer/Züchter kein gutes Haar gelassen. Da werden Komplotte und mafiöse Verhältnisse erdichtet, nur um der Welt zu beweisen, warum der eigene Goldschatz zurückstehen mußte. Das fällt mir weniger bei blutigen Anfängern auf, das machen gern Züchter und Besitzer mit einem schnellen, oft unverdienten Anfangserfolg, dessen Zufall sie sich als Verdienst anrechnen und beleidigt sind, wenn ihr "Genie" später nicht genauso gewürdigt wird. Als ob sie mit dem Champion im ersten Wurf gewissermaßen in die Elite aufgestiegen wären und ein Anrecht auf Ruhm und Ehre besäßen. Die sind dann auch anfällig für allerlei Mauscheleien, weil sie sich eben um etwas ihnen Zustehendes geprellt fühlen und im Gegenzug auch unfair werden dürfen. Sie stellen die Gerechtigkeit quasi wieder her.

    Das gibt es auch im Sportbereich, diese Erwartungshaltung, daß die Welt nur auf den Selbstdarsteller gewartet hat. Wenn mal wieder ein frischgebackener Hundesportler auftaucht und seine Ziele erörtert, die im Mindestens die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in 3 Jahren beinhalten, dann grinse ich innerlich und denke mir, wann er wohl auf dem Boden der Tatsachen (Hund schafft z.B. nur knapp die IPO 1) ankommen wird. Dann zeigt sich, ob ein Hundesportler aus ihm wird, oder er ein Schaumschläger bleibt.

    Deshalb bin ich in Bezug auf Ausstellungen und Sport eher entspannt. Ich mach es gern, aber für mich, nicht, um jemandem was zu beweisen oder zwanghaft "besser" sein zu müssen. Mich freut, wenn eine Ausstellungsbewertung mein Urteil über meinen Hund bestätigt oder mir neue Aspekte aufzeigt, aus denen ich was lernen kann. Und mich freut, wenn mein Hund eine gute Prüfung läuft, weil es unsere gemeinsame Artbeit bestätigt und ihn als guten Rassevertreter ausweist. Schlechte Prüfungen zeigen, wo es hapert - ein guter Rassevertreter ist er trotzdem, soviel Subjektivität muß sein! :lol:

    An der Luft gereiftes Frischfleisch bzw. Pansen füttere ich sehr lange, das darf gern stinken. Bei Dosenfleisch bin ich sehr pingelig und hebe es selten mehr als einen Tag im Kühlschrank auf.

    Allerdings werden meine Hunde von klein auf an reifes Fleisch gewöhnt und haben eine robuste Verdauung.

    Mit empfindlichen, älteren oder kranken Hunden lasse ich das lieber.

    Also Wohnungshaltung ist für den Boxer auch kein Problem. Ich habe viele Sportfreunde, die mit ihren Hunden in Mehrfamilienhäusern wohnen.

    Meiner Erfahrung nach reicht das grimmige Aussehen beim Boxer vollkommen aus, in Verbindung mit Selbstbewußtsein und gutem Gehorsam, irgendwelche Idioten auf Abstand zu halten. Meine Hunde mußten nur aufmerksam neben mir stehen und gucken, dann den Hund mit einem leisen "Platz" zusammenklappen lassen, wobei er kein Auge vom Gegenüber läßt - da hat noch jeder Depp den Rückwärtsgang eingelegt... :flucht:

    Schwierige Situation.

    Ich habe den Eindruck, daß es nicht vordergründig der Hund ist, der stört, sondern daß Dein Kind sich ein wenig "vom Thron gestoßen fühlt", weil es gewohnt war, doch sehr im Mittelpunkt zu stehen und Aufmerksamkeit zu erhalten. Daß es so nicht weitergehen kann, ist völlig klar, Hund und Kind müssen geschützt werden. Ich frage mich halt, ob Du Deinem Kind langfristig einen Dienst erweist, wenn Du den Grund seines Mißfallens aus dem Weg räumst. Wenn es eifersüchtig auf ein Geschwisterchen wäre - wie sähe dann die Lösung aus? Oder wenn es in der Schule nur eines von mehreren ist, wäre die Lösung dann Einzelunterricht?

    Ich glaube, die Situation ist zu komplex, als das nur Regeln aufstellen und einen Hundetrainer hinzuziehen reichen. Ich würde einen Kinderpsychologen einbinden und klären, was möglich ist und welche Schritte getan werden müssen. Kann die Situation nicht sicher entschärft werden, bleibt nur die Trennung vom Hund, so schnell wie möglich und bevor etwas passiert.

    Ich habe auf Deinen und den Beitrag von Franci geantwortet. Das ist wohl unverkennbar.

    Auch Franci hat nicht empfohlen, den Welpen der TE im Speziellen oder die Welpen im Allgemeinen unter eine Käseglocke zu setzen und keine neuen Situation durchleben zu lassen.

    Die TE macht es meiner Meinung nach richtig. Da braucht es keine Verunsichung, das ist man als Welpenbesitzer schon genug.

    Die TE hat auch nix davon geschrieben, den Welpen abzuschirmen oder ihn keine neuen Situationen erleben zu lassen. Kein Grund also, diffuse Ängste/Bedenken bezüglich "Hunde können einem leid tun, krasser Unterschied, hätte verhindert werden können" zu schüren. Was soll das bringen, einem Neuhundebesitzer, der sein Welpi noch keine Woche hat, schon den Teufel der "verpaßten Gelegenheiten" an die Wand zu malen und zu verunsichern?

    Was würde denn besser, wenn ein Welpe, der vor wenigen Tagen umgesetzt wurde, weder tiefenentspanntes Vertrauen in die neuen Bezugspersonen, noch in das neue Heim erster Ordnung hat, jetzt nach Schema 08/15 von Prägungsevent zu Prägungsevent geschleppt würde?

    Ich kenne leider nicht die neuesten Forschungen dazu, mit den alten, die ein auf das Lerntempo des Einzelwelpen angepaßtes, langsames Vorgehen empfahlen, bin ich aber mehr als gut gefahren. Eigentlich so, wie es die TE macht.

    Den Welpen nicht abschirmen, sondern langsam und in seinem Wohlfühltempo die Welt zusammen erkunden, so werde ich es auch wieder machen, egal, ob die Fachliteratur zwischenzeitlich eine U-Bahnfahrt mit 8 Wochen oder einen Flug zu den Malediven mit 10 Wochen als unabdingbar empfiehlt, überspitzt gesagt.