Beiträge von Quarus

    Ohne zu wissen, dass kurz darauf dieser Treat gestartet wird, machte ich mir vergangenes WE meine Gedanken.

    Auf einem Ausbildungsworkshop sah ich einen tollen Rüden, der mit gut 9 Jahren eine spektakuläre Arbeit In IPO 3 zeigte. Kurz darauf kam ein einjähriger Sohn von ihm und begeisterte mich mit seiner Veranlagung ebenso. Andere Verwandte sind auch mehr als brauchbar. Echt eine Linie, bei der man ins Schwärmen kommen kann.

    Nun weiss ich aber, dass der Züchter gesalzene Preise ansetzt, und ich meine "gesalzen" auch im Hinblick auf die wirklich hohe Qualität seiner Zucht. Würde ich kaufen? Ich überlege hin und her, bin aber noch zu keinem Ergebnis gekommen. Nur gut, dass erst 2018 wieder Welpen zu erwarten sind!

    Vermutlich würde ich den hohen Preis akzeptieren, wennn es keine Alternativen in vergleichbarer Qualität gäbe.

    Konkret zu mir bekannten Preisen in 20 Jahren:

    1997 1500 DM
    2002 1000 €
    2010 1400 €

    1400 € war 2010 ziemlich viel, das entspräche heute etwa 1600 €. War aber auch ein besonders feiner Wurf. Der normale Züchter nimmt heute zwischen 1200 und 1400 € für einen Welpen, der eine normale Abstammung hat. Im Nordosten weniger als im Südosten, trotz vergleichbarer Kosten.Das finde ich o.k.

    Ich gebe meinen Welpen auch bewusst zum Kauen wirklich grosse Stücke, die sie garantiert nicht abschlucken können. Nach langem Draufrumkauen schlafen sie drüber ein, und ich nehme es weg. Dann kann es trocknen und ist oft noch für eine zweite Runde gut. Zum Fressen gibt es eher selten was, weil ich Pansen, weiche Knochen, Fleisch am Stück etc. schon frisch füttere. Bewährt haben sich z.B. Ochsenziemer, aber nicht die kurzen Stückchen, die es zu kaufen gibt, sondern ich hacke mir die kompletten Ziemer in passend grosse Teile.

    Kaufen ist schwierig, nicht aus dem Zoofachhandel, besser ist es ganz klar, eine überprüfbare eigene Quelle zu haben. Wobei ich jetzt auf einen deutschen Hersteller gestossen bin, der tolle Qualität über Ebay vertreibt. Seitdem bin ich bei Matteo nicht mehr so knauserig mit den Kauteilen, reduziere aber dann den Fleischanteil schon.

    Ach so, dann hatte ich es falsch gelesen. Im Kofferraum mit Abtrennung zu den Rücksitzen transportiere ich meinen Hund aktuell auch. Man kann sich da Gitter massanfertigen lassen, die alle Schlupflöcher schliessen, und ich habe auch ein Gitter mit Tür vor der Heckklappe, so dass diese bei warmem Wetter offen stehen kann, ohne das mein Hund herausspringt. Perspektivisch würde ich an Deiner Stelle das Auto so aufrüsten. Das lohnt sich über die Jahre.

    Meine Erfahrungen bei einem Welpen mit Geschirr sind nicht so gut. Man kann beim Fahren nicht eingreifen, wenn der Welpe rumturnt, sich verheddert oder draufrumkaut. Da fände ich es besser, auf dem Rücksitz eine kleine, stabile Box zu befestigen, und dann später über eine Abtrennung zu den Vordersitzen nachzudenken.

    Sagt niemand, dass es nicht auch die anderen gibt - wobei ich die falsch ausgebildeten und versauten Hunde da schlicht ausnehme, einfach weil ich der festen Überzeugung bin, dass wär auch in die Hose gegangen, hätte man sich nur einen Familienhund angeschafft, weil der mit genau so wenig Hirn ausgesucht und ausgebildet worden wäre - aber sie machen nach meinen Erlebnissen einfach die absolute Minderheit aus, Dennoch werden sie bei solchen Diskussionen immer genr so extrem in den Vordergrund gerrückt, dass man den Eindruck hat, jeder Sportler tauscht in seinem Leben mindestens 5 Hunde aus...

    Das stimmt. Aber ich identifiziere mich auch eher mit Hundesportlern, als z.B. mit der Familie hier im Ort, die in 5 Jahren 3 Hunde verdorben hat. Von denen erwarte ich intellektuell und ethisch schon gar nicht, daß die hinterfragt, WARUM es mit jedem Hund "schiefgeht". Von Sportlern eigentlich schon... sonst müßte man die Berechtigung, Hunde in einem Sport einzusetzen, grundsätzlich in Frage stellen, wenn man nicht von etwas Selbstreflektion ausgehen könnte.

    Von daher ist es sicher nur ein Aspekt, über den ich mich echauffiere, und schlimmer geht immer, wie es so trübe heißt. Und ja, die meisten Sportler erfüllen NICHT das Klischee des "Hundeverschleissens". Deshalb ärgern mich vermutlich die Ausnahmen so!

    Aber auch kein Unterschied, zum versauten Familienbegleithund. Da redet sich doch auch jeder ein, dass der den idealen Platz hat und die neuen Besitzer ein Hundeleben lang, nie Probleme damit haben wird, dass Fiffi die Bude zerlegt, wenn er 5 Minuten alleine bleiben muss oder draußen alles anfällt was in den Leinenkreis kommt.

    Ja, da geb ich mich der Illusion hin, dass der zu nette und daher untaugliche IPO Hund die wesentlich bessere und ehrlichere Chance auf ein gutes Zuhause hat, als der Labrador der aggressiv gegen Kinder ist oder der gerettete mischling, der vor Panik nicht unter der Couch hervorkommt. :ka:

    Sicher, der "zu nette" Hund wird keine Probleme bekommen. Mein Claudio, bei dem mit anständiger VPG 1 Schluss war, hätte sich auch in einer Familie ohne Sport wohlgefühlt.

    Es gibt aber nicht nur solche Hunde, sondern auch nervlich angekratzte, gesundheitlich belastete, falsch ausgebildete usw. Hunde. Wenn dann der Besitzer nach 5 Jahren der straffen Hundenutzung merkt, daß leider leider die Passung nicht stimmt, weswegen es so viel besser für den Hund wäre, abgegeben zu werden, bezweifle ich den uneigennützigen Grund. Und dann frage ich mich eben, ob bei der Abgabe aus vorgeschobenem Grund auch die Besitzerauswahl so wahnsinnig sorgfältig vorgenommen wird, daß nicht nur der Altbesitzer, sondern auch der Hund und der Neubesitzer davon profitieren.

    Aber wie viele nicht an Sport und dafür anderen aufwändigen Beschäftigungen mit dem Hund interessierte und auch wirklich verläßlich umsetzende Neu-Besitzer gibt es denn?

    Die auch wirklich wissen, was sie sich mit einem veranlagten und fordernden, aber nicht dürfenden Hund an Arbeit ins Haus holen? Warum holen die sich nicht gleich einen solchen Hund ohne Einschränkungen?

    Ich bin bei solchen Geschichten immer skeptisch, da es durchaus vorkommt, daß die Realität so hingebogen wird, bis es zu passen scheint.

    Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, daß es gerechtfertigt ist, sich den Hund nach seiner Eignung zu den verschiedenen Hundesportarten passend auszusuchen (bei Arbeit im Rahmen einer Erwerbstätigkeit stellt sich die Frage mMn nicht). Und es ist auch gerechtfertigt, den Hund umzuplatzieren, wenn die Harmonie zwischen den Bedürfnissen des Hundes und des Halters nicht herzustellen ist. So wäre es in der perfekten Welt.

    In der Realität sieht es weniger eindeutig aus. Da wird nur zu oft das eigene Potential, im Sport hoch hinauszukommen, gnadenlos überschätzt. Da passen die Haltungsbedingungen und Trainingsbedingungen von Beginn an nicht. Was man hätte sehen können, so es gewollt wäre. Da wird nach hochtrabenden Anpreisungen gekauft und nicht nach Fachkenntnis und eigenem Studium der Rassen und ihrer Genetik. Und wenn dann der schnelle Erfolg ausbleibt, wird es nur zu gern auf die mangelnden Fähigkeiten des Hundes geschoben - womit dann die Rechtfertigung gegeben ist, ihn "zu seinem eigenen Besten" abzuschieben. Der nächste Hund wird angeschafft, gern aus einer neu gehypten Rasse, und man heftet sich schon mal selbst Vorschußlorbeeeren an die Brust, denn JETZT kann man das eigene Genie garantiert zum Vorschein bringen, wo doch ENDLICH der richtige Hund da ist. Worauf das alte Spiel beginnt.... Und immer ist der Hund schuld, daß nichts gerissen wird, und selbstverständlich ist es nur in seinem Interesse, wenn er dem nächsten Versuch Platz zu machen hat. Dazu kommt, es interessiert nicht wirklich, wo er hinkommt, solange man sich die Illusion eines guten Gewissens bewahren kann.

    Solche Leute gibt es, und es wäre heuchlerisch, diese mal größeren, mal kleineren Auswüchse zu leugnen. Man sehe nur mal in die Verkaufsanzeigen auf Marktplätzen für Sporthunde....

    Diesen Typ Menschen gibt es aber auch unter Züchtern und ganz normalen Hundehaltern, das ist kein Alleinstellungsmerkmal von Hundesportlern. Auch da sehe man sich die Verkaufsplattformen an...

    Andererseits kenne ich viele Sportler, die mit wenig veranlagten Hunden oder sogar körperlich gehandikapten viel gemeinsame Freude im gemeinsamen Hobby erleben. Die um die Grenzen ihrer selbst und ihrer Hunde wissen, diese berücksichtigen und ihre Ziele danach ausrichten. Wo nicht eigener Ruhm und Ehre im Mittelpunkt stehen und eher der Weg das Ziel ist, mit dem Hund, der ihnen Kamerad ist und nicht auswechselbar wie ein veraltetes Sportgerät. Die wird man selten bei überregionalen Veranstaltungen treffen, die bilden aber die Basis der meisten Hundesportvereine. Ist es gerechtfertigt, auf diese Hobbysportler herunterzusehen, nur weil sie nicht die Härte gegen den Hund aufbringen, ihn bei mangelnden Ruhmesaussichten abzustoßen?

    Eine grundsätzliche Trennung in schwarz und weiß lehne ich also ab. Ich kann immer nur den Einzelfall betrachten, um ihn danach einzuordnen, ob es für mich moralisch vertretbar ist oder nicht. Und in vielen Fällen kann ich leider kein Verständnis für die Abgabe eines nicht befriedigenden (Sport)-Hundes aufbringen, weil ganz einseitig die verletzte Eitelkeit des Besitzers die Ursache ist, und nicht eine Art "gegenseitige Übereinkunft zur einvernehmlichen Trennung" geschlossen wurde. Wobei sicher die Chance besteht, daß es der Hund auch gut treffen kann bei einem neuen Besitzer!