Beiträge von Quarus

    Bei den Boxern innerhalb der ersten 3 Tage. Ich kenne es aber auch, daß innerhalb der Vereine ein kleinerer Verein sich mal einen benachbarten und geachteten Zuchtwart "ausleiht" vom größeren Verein, um die Kosten und den Zeitbedarf zu minimieren.

    Die Züchterin meine Quarus hat schon Züchter aller möglichen Rassen über die Jahre als Zuchtwart unterstützt.

    Ich habe hier von keinem gelesen, dass er denkt, es gehe einem vegan ernährten Hund besser - niemand hat diesen Anspruch hier an die vegane Ernährung des Hundes gestellt, dass wurde hier nur irgendwo im Thread plötzlich so festgelegt.
    Die Frage, die sich hier einige gestellt hatten war, ob es dem Hund genau so gut gehen kann, auch wenn man ihn vegan oder vegetarisch ernährt.

    Wenn in diesem Thema, für das es nunmal Erfahrungsberichte über vegan ernährte Hunde irgendwie bräuchte, die Aussagen von HH direkt als unglaubwürdig gelten, nur weil der HH sich vegetarisch oder vegan ernährt, dann kommt man von der Schiene der Grundsatzdiskussion wahrscheinlich nur noch schwer weg. (Was ich persönlich davon halte, wenn Menschen aufgrund ihrer Ernährungsweise in bestimmten Themen die Glaubwürdigkeit direkt mal angesprochen wird, behalte ich an dieser Stelle für mich).


    Wenn eine Form der Fütterung für Ausbeutung für dich steht, werden deiner meiner Meinung nach dann auch Blindenhunde, Polizeihunde, Mantrailer, Hüte - und Jagdhunde im Einsatz für sich ausgebeutet? Oder der Hund, der extra für das Weiterkommen im Hundesport angeschafft wurde? Das wären jetzt ganz spontane Einfälle, wo das Wort Ausbeutung viel besser auf die Hundehaltung übertragen werden kann.

    Hunde, Rinder, Schweine usw. wurden domestiziert, um genutzt zu werden. Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch darin, diese Nutzung weiterzuführen, solange sie das Tier nicht überfordert. Im Gegenteil, wie an den aussterbenden alten Haustierrassen zu sehen ist oder an den degenerierenden Hunderassen im Qualzuchtthreat, ist vernünftige Nutzung ein wichtiger Schutz für die Population.

    Die eigene Weltanschauung aber einem Tier überzustülpen, das sich dagegen nicht wehren kann, ist für mich Ausbeutung in emotionaler Hinsicht, wie die Abforderung unphysiologischer Leistungen (z.B. Erhöhung der Milchleistung nach Tiermehlfütterung) es in finanzieller Hinsicht ist. Das überschreitet eine ethische Grenze.

    Bezeichnend ist, daß PETA als Verfechter der veganen Ernährung von Hund und Katze gleichzeitig die komplette Haustierhaltung moralisch an den Pranger stellt. Das illustriert sehr schön die Intention, die hinter seinen Ernährungsdogmen steht.

    Vielleicht versteh ich diese Aussagen wirklich falsch - wenn ja, dann tut es mir Leid!
    Aber ich tu mich echt schwer, diese beiden Dinge auf eine Stufe zu stellen - Kühe wurden zu Kannibalen gemacht, damit der Mastbetreiber noch schneller Profit aus ihnen schlagen kann. Da machte sich keiner Gedanken, ob das gesund ist oder Schaden bringt.
    Die HH, die ich kenne und die sich ganz ernsthaft damit auseinander gesetzt haben, haben das nicht spontan entschieden sondern sich da vorher echt nen Kopf gemacht, eben weil sie auf keinen Fall wollten, dass der Hund davon schaden nimmt. Und die würden im Falle dessen, dass es der Hund nicht verträgt, auch definitiv wieder Fleisch füttern.

    Auch in früheren Threads hier wurden vegane HH (mit veganen Hunden) moralisch auf eine Stufe mit Mastbetreibern gestellt und ich persönlich finde das einfach schräg. Die ganze Intention der Tierhaltung ist ja schon eine völlig andere.

    Stimmt, Mastvieh lebt nicht lange genug - aber an den Milchkühen hat man damals die BSE Symtome gesehen, oder?

    Ich bin bereit zu glauben, daß das Wohl des Hundes im Vordergrund steht, wenn ein bekennender Fleischliebhaber seinen Hund vegan ernährt. Wenn Vegetarier oder Veganer behaupten, ihren Hunden ginge es fleischlos besser, glaube ich nicht an Objektivität, sondern daran, daß der Hund der Ideologie untergeordnet wird.

    Das ist in meinen Augen auch eine Ausbeutung des Tieres - nur schöner zu beschreiben, als zu sagen, weil ich bei den Futterkosten sparen will, füttere ich meinen Kühen Fleischmehl.

    Es ging doch einige Seiten vorher um die "Weiterentwicklung" des Hundes zum Herbivoren. Dann entwickeln sich die skandinavischen Pferde eben analog zum Carnivoren "weiter". Ebenso mit Tiermehl gefütterte Widerkäuer.

    Die Absurdität dieser Argumentation ist doch nicht zu übersehen!

    Ergänzung, weil ich nicht mehr bearbeiten darf:

    "Ernährung des Hundes" Meyer/Zentek

    "Der bakterielle Proteinabbau bleibt nicht auf der Stufe der Aminosäuren stehen, sondern setzt sich fort bis zur Bildung von Ammoniak, Schwefelwasserstoff, biogenen Aminen (u.a. Cadaverin, Putrescin) und anderen Stoffen.
    Bei
    einer Chymusstase oder vermehrter Anflutung nicht abgebauter Eiweiße in
    den Dickdarm nimmt die proteolytische Flora und Konzentration der
    Eiweißabbauprodukteerheblich zu. Ein länger anhaltender Zustrom dieser
    Stoffe aus dem Darm wird für die Leber belastend, evtl. auch für den
    Gesamtorganismus." Zitat Ende

    Wer noch an Studien interessiert isthttp://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschri…/AC12256171.pdf

    Welche sollen das sein, hast du dafür eine Quelle?

    "Ernährung des Hundes" Meyer/Zentek

    Verdaulichkeit Fleisch: 98 %, davon im Dickdarm 1-2 %
    Verdaulichkeit Sojaextraktionsschrot: 84 %, davon im Dickdarm 4 %

    Der Anfall schwerverdaulicher Proteine ist also bei Soja doppelt bis vierfach so hoch, wie bei Fleisch.

    Klar kann man durch extreme Denaturierung und Verarbeitung die Verdaulichkeit der Leguminosen steigern - das ist aber mMn nicht der Sinn einer Hundeernährung.Das ist Krampf, um passend zu machen, was nicht von Natur aus passend ist.

    Je mehr ich in das Thema "Ernährung des Hundes" eingetaucht bin, um so bewußter wurde mir, wie vielfältig die Zusammenhänge und Beziehungen sind. Es geht nicht nur um Proteine, Kohlenhydrate und Fette, die beliebigen Quellen entstammen können, so lange nur die Quantität stimmt. Es geht ganz viel um Aminosäurenprofile, Fettsäurenverhältnisse, minimale Spuren von Vitaminen, Hormonen, Enzymen, Bioverfügbarkeit, Verdaulichkeit, Interaktion der Nahrungsbestandteile untereinander und mit dem aufnehmenden Organismus.

    Das billige Zusammenpanschen von isolierten Resten in schlechten, billigen Fertigfuttern hat viele Hundehalter aufgeschreckt und einerseits zu einem breiten Angebot an "Edelfuttern", andererseits zur "Barfbewegung" geführt. Wer heute Frolic und Beneful füttert, muß schon eine gute Begründung parat haben, um nicht als Ignorant dazustehen!

    Die Ernährung des Hundes unter konsequentem Ausschluß tierischer Produkte sehe ich unter dem ganzheitlichen Aspekt von Nahrung als langfristig und generell unmöglich an. In Einzelfällen, bei schwerwiegenden medizinischen Problemen, mag es das kleinere Übel sein, aber weit vom Optimum eines gesunden Hundes entfernt.

    Ich bezweifle ganz stark, daß der vegan fütternde Hundebesitzer die chemischen und ernährungsphysiologischen Kenntnisse hat, zusätzlich zum Basiswissen der Hundefütterung eine hundertprozentige Substitution der tierischen Nahrungsbestandteile vornehmen zu können, ohne Folgeprobleme durch verschobene Nährrstoffgehalte zu schaffen. Und die auf den veganen Trend reagierende Futtermittelindustrie interessiert das nur am Rande.

    Weil mir auffällt, wie abgehoben das klingt, ein Beispiel:

    Soja gilt als eiweissreicher Ersatz für Fleisch. Nur leider ist das Aminosäureprofil nicht annähernd das von Fleisch, um die lebensnotwendigen Aminosäuren in ausreichendem Maße zuzuführen, braucht es mehr Soja. Gleichzeitig ist die Verdaulichkeit von Soja geringer als Fleisch, es entstehen im Dickdarm des Hundes giftige Stoffwechselzwischenprodukte, die die Leber entgiften muß. Das belastet natürlich die Organe. Wollte man nun Soja durch andere Eiweißquellen rein pflanzlicher Herkunft ersetzen, handelt man sich auch wieder andere Probleme ein. Einfach, weil der Hund eben kein Herbivore ist, sondern ein Carnivore, der sich seinem menschlich geprägten Lebensraum so weit er konnte, angepaßt hat. Diese Anpassung hat aber eine Grenze, und ich sehe es als unethisch an, sie ignorieren zu wollen, um eigene Ideologien durchzusetzen.

    Innerhalb der weiten Toleranz kann von vegetarischem industriellem Trockenfutter bis um Prey-Modell der Fleischfütterer und umgekehrt den Bedürfnissen des anpassungsfähigen Hundes noch irgendwie und mehr oder minder gut entsprochen werden.

    Aber die vegane Ernährung für Hunde und Katzen überschreitet für mich eine Grenze, die genau die Gleiche ist, wie Rinder und Schafe mit Tiermehl zu füttern. Egal, es es um Weltanschaung oder Rendite geht - das Tier wird instrumentalisiert und der Anthropozentrik untergeordnet.

    Darf ich mal fragen, ob die Spülung was gebracht hat?