Beiträge von Quarus

    Ich mußte mit Matti als jungem Hund mal Sonntags zum Doc, weil das Risiko des Schneckengiftfressens bestand. Der TA hat ihm vom Mittagstisch weg eine Kotzspritze verabreicht und sich hundertmal bei mir entschuldigt, daß er dem Kleinen sowas antuen müsse. Ich war so froh, schnelle Hilfe gefunden zu haben (Dorf!), ich hatte zu tun, den TA von meiner Dankbarkeit zu überzeugen und daß ich das Würgen als zwar sehr unangenehm für meinen Hund begreife, es aber tausendmal besser ist, als das Schneckenkorn im Körper zu behalten. Wie immer hat der Doc nur den einfachen Satz berechnet.

    Weil er so gut und dazu preisgünstig ist, wird seine Praxis aber auch überrannt. Mit 4 Stunden normaler Sprechstundenwartezeit muß jeder rechnen. Ein Notfall, der natürlich vorgezogen wird, verlängert die Wartezeit noch.

    Ich lasse deshalb meinen Patienten im Auto und hole ihn kurz vor Aufruf erst rein. Es ist eng, ich weiß nicht, welche Krankheiten vertreten sind, die Tiere haben Streß, und leider sind manche Menschen einfach unmöglich. Das Krasseste war die tiefenentspannte Mutter, deren Sprößlinge zwischen kranken Tieren und zusammengepferchten Menschen Gummibälle gegen Wände und Decke knallen ließ.

    Ein Sportfreund hatte vor mehreren Jahren einen Bobtail. Ich habe ihn als netten Hund kennengelernt, dessen Bewegungen mich immer an Bären erinnert haben, sie waren nicht so flink, sondern eher "mächtig". Wenn der einen ansprang, mußte man guten Stand haben, aber er ließ einem auch die Sekunde, die man dazu brauchte. Das Frauchen ging wegen seiner untrainierbaren, "Zeitlupentemperamentsausbrüche" auch nicht mit ihm spazieren.

    Der Sportfreund hat mit ihm die BH abgelegt, und zwar eine gute, ein Sporthund im engeren Sinne war der Bobtail natürlich nicht. Hat aber gern Beschäftigungsangebote angenommen und just for fun mitgemacht.

    Das Fell war ein Problem. Es wurde permanent kurz runtergeschoren, weil dem Besitzerpaar die Langhaarpflege zu aufwendig wurde. Dadurch fand ich aber den Hund merkwürdig unproportioniert aussehen und sich bewegen. Es "fehlte" irgendwie.

    Ich mochte den Bobtail gern, er war ja auch etwas clownig veranlagt wie unsere Boxer!

    Klingt mir auch nach extremem Streß, der dann nach geringfügigem Anlaß am anderen Hund durch Aggressionen abgebaut wird. Eskaliert ist es in der Pension. Übersteigerten Sexualtrieb sehe ich weder beim Aufreiten, noch beim Lecken. Das Lecken könnte durch geruchliche Auffälligkeiten an Präputium und After (Ausfluß, Analdrüsensekret) initiiert worden sein, hat sich aber womöglich bis zur Verhaltensauffälligkeit verselbständigt.

    Die ganze Situation wird wohl nur ein Verhaltenstrainer analysieren können, keinesfalls reichen ein paar kleine Verbote oder Änderungen.

    Das Grunzen und lautstarke Schnüffeln der Bulldogge ist keine Unart, sondern Ausdruck chronischer Atemnot.

    Wenn sie zweimal erbrochen hat, würde ich nicht mehr von einer unbedeutenden Appetitlosigkeit ausgehen. Das Mindeste wäre bei einem so kleinen, zarten Hund Schonkost, Schonung, Warmhalten und genaue Beobachtung.

    TA ist keine schlechte Idee, wenn der Appetit nicht in Kürze wiederkommt oder sich das Erbrechen wiederholt.

    Ohne genauere Kenntnis von Deinem Hund kann ich das schlecht beurteilen.

    Es kann eine Krankheit im Anmarsch sein, es kann aber auch Ausdruck dafür sein, daß ihr das Futter nicht mehr zu ihren Bedürfnissen paßt. Wenn Du es ihr als Alleinfutter bereits längere Zeit gegeben hat, würde ich nicht allein die Sorte, sondern die Marke wechseln. Fressen will sie ja.

    Ansonsten kannst Du nur beobachten. Ist die Körpertemperatur normal, der Kot- und Urinabsatz, das Trinkverhalten? Schleimhäute werden gut durchblutet?

    Keiner hier weiß doch, was hinter den Kulissen zwischen VDH und den Mops- bzw. Bulldogzuchtvereinen abläuft, und wie die standardführenden Länder dazu stehen. Daß die Zahl der innerhalb des VDH gezüchteten Möpse und Bulldoggen im Vergleich zur Dissidenz so verschwindend gering ist, zeigt doch aber auch die nicht vorhandene "Strahlkraft" dieser Rassen im VDH. Angesichts der unglaublichen Beliebtheit dieser Rassen müßten es proportional Zuchtvereine in der Grössenordnung von Dackel oder Schäferhund sein! In der Realität sind es eine Handvoll Züchter, die eine Handvoll (0,8 %) der in der VDH-Welpenstatistik aufgeführten Hunde züchten.

    90 bis 95 % der extremen Brachycephalen kommen aus Vereinen/ Verbänden, die von sich behaupten, alles viel besser als der korrupte VDH zu machen, wo angeblich das Tier nur zählt und die Züchter einen viel höheren ethischen Anspruch haben.

    Komisch, daß dieser himmelschreiende Widerspruch, der doch Einfluß auf nicht nur 5-10 % der Bulldoggen/Möpse hat, sondern 90 bis 95 % !!! dieser Hunde betrifft, absolut keinen der Kritiker stört!! 90 % der Qualzucht sind völlig o.k - solange nicht der VDH involviert ist. Keine Kritik, kein Anprangern namentlicher Vereine, die doch angeblich alles BESSER machen wollen und damit werben. Nöö, dann kommt wieder das Argument, der VDH mit seinen paar Züchtern dieser Rassen wäre hauptverantwortlich und würde deshalb zu Recht geprügelt.

    Das IST VDH-Bashing, und ich frage mich, welche Intentionen dahinter stehen, wenn Kritik so einseitig ist.

    Genaugenommen, nach der Logik der Kritiker und Rufbeschädiger, müßten ja gerade Bulldoggen und Möpse leuchtende Beispiele der Gesundung und Vitalität sein, nachdem sie doch dem bösen VDH weitestgehend entronnen sind?

    Ach ja, ich weiß, was jetzt kommt, so sicher wie das Amen in der Kirche:

    "Aber der VDH hat/hat nicht....." - völlig irrelevant, wenn es um die Rassen und nicht um Bashing ginge, wären die 90 % Nicht-VDH-Züchter im Focus von Forderungen nach Veränderungen, und nicht zum 1001 mal der VDH-Züchter, den es kaum gibt.