Jagen ist ja dank Mia eines meiner Lieblingsthemen.
Apropos "Vögel Jagen".. waren gerade auf der Wiese.. Maja im Freilauf - hatten schon die ganze Zeit gespielt mit ihrem Wurfkong.. und sind nun noch bissl herumgedümpelt - eher schon aufm Rückweg.. als sie aus dem Lauf raus auf eine Gruppe Vögel zustartet, die gerade im Schwarm aus der Wiese starten. Volle Kanne quasi.. DAS war meine Gelegenheit ! Hundepfeife.. 2 Pfiffe.. Hund dreht sofort ein und kommt zu mir! Wir üben das noch gar nicht so lang mit der Pfeife, das aber dann mit superLeckerli (Rinderherz etc.)...
Hatte schon mehrere Gelegenheiten (eine offenbar super Duftspur, Mäuselöcher..)an denen ich diese Art Rückruf proben konnte.. interessant wären Katzen und andere Hunde.. das mit den anderen Hunden mach ich die Tage mit einem entfernten Bekannten, der auch einen Hund hat. Ich bin gespannt, ob sich Maja dann von dem Abrufen lässt mit dem Pfiff.
Insofern.. viell. wäre das ja auch eine Möglichkeit ruthschen..
ich will dich nicht entmutigen, aber so war das bei Mia in dem Alter auch noch.
Sie hat, für mich, aus dem Nichts raus, Vögel gejagt, ließ sich da aber noch abrufen.
Etwas später, so mit nem knappen Jahr, hat sie dann auch mal ein Reh auf Sicht gehetzt und ließ sich aber auch da noch problemlos abrufen.
Gott, was war ich stolz. 
Joa, wäre ich mal besser nicht gewesen.
Denn was vermeintlich noch gut anfing, entwickelte sich dann so etwa in der zweiten Hälfte ihres zweiten Lebensjahres zur ziemlichen Katastrophe und endete mit dem Höhepunkt: sie hat sich auf Spur Rehe im Wald aufgestöbert und die etwa eine 3/4 Stunde lang sichtlaut durch den Wald gehetzt.
Das war dann der Zeitpunkt, an dem ich die absolute Reißleine gezogen habe und wir das Thema Anti-Jagd-Training noch mal so richtig neu angegangen sind.
Unser Standpunkt zu dem Zeitpunkt bei Rehsichtung war minutenlanges in der Leine stehen und kreischen.
Es war ein langer, langer, steiniger Weg. Aber vor einigen Wochen habe ich dann meinen größten Erfolg in der Hinsicht eingefahren. Wir sind unsere normale Morgenrunde gelaufen, in Richtung einer Wiese und Mia kam auf einmal ziemlich aufgeregt zu mir zurück. Ich wurde durch die Sonne geblendet und konnte erst nicht erkennen, was sie so aufgeregt hat. Habe dann aber genauer hingesehen und ein Reh gesehen, das über die Wiese flüchtete. Für uns sichtbar über etwa 700 m.
Also für einen Hund, der ne zeitlang nur auf Spur mit Sichtlaut hetzen war eine riesen Leistung.
Das Problem beim "echten" Jagen (manchmal ist das ja auch nur so ein Ausprobieren oder aus Langeweile oder hat andere Gründe), dass eigentlich nichts belohnender ist als das Jagen selbst. Wenn ihr in so einer Situation, in der der Hund überhaupt nichts anderes mehr wahrnimmt, noch den Superrückruf anwendet, verbaut ihr ihn euch eventuell wieder.
Jagen besteht aus mehrere Sequenzen und da läuft nicht selten schon viel vorher ab, bevor der Hund plötzlich weg ist bzw. los donnert. Das zu üben, dafür braucht man ein Auge oder eben eine genauere Anleitung. Es ist nicht für jeden einfach, diese Punkte zu erkennen und dann auch noch drauf zu reagieren.
Ich habe ja "nur" einen Pudel und übe das seit ihrer 16 Lebenswoche. Eine Wurfkette hätte sie in ihrer "besten" Phase, in der sie so im Tunnel war, nicht mal großartig gemerkt, selbst wenn ich sie ihr an den Kopf geschmissen hätte (hab auch mal die Leine geschmissen, als sie los rannte. Eigentlich hätte ich mich mit der Leine auch selbst ohrfeigen können, dass ich es vorher nicht gecheckt habe). Ich musste viel viel früher ansetzen. Außerdem möchte ich ja im Prinzip nicht über starkaversive Reize üben.
genau das ist der Punkt. Wenn man den Hund versucht über einen Superrückruf zu stoppen hat man in den allermeisten Fälle einfach schlechte Karten.
Zumal Hunde, die wirklich hetzen, so in einem Tunnel sind, dass sie einfach überhaupt nix mehr wahrnehmen.
Mit Ares zb hab ich von Anfang an ganz anders gearbeitet, er hat aber auch viel weniger Jagdtrieb als Mia, aber für ihn gibt es bei Wildsichtung nur eine Option: Anzeigen. Was anderes hat er noch nie versucht.