Diesen "Konflikt" wie du es nennst, hatten wir schon vom ersten Tag an oder was denkst du, was ich die ersten drei Wochen mit ihr geübt habe
sorry, aber auf den Videos sehe ich das nicht...
auf dem ersten Video sehe ich nur einen Welpen, der minutenlang auf der Couch gräbt, ohne das man ihn stört. Dann stört man ihn, in meinen Augen halbherzig, er macht trotzdem weiter und dann ist es halt so. Dann lässt man ihn weiter auf der Couch graben..
in meinen Augen ist das laufen lassen und gerade nicht den Konflikt suchen..
Konflikt suchen wäre für mich, das unerwünschte (falls es das denn ist, kann ja auch sein, dass du das Graben auf der Couch willst) Verhalten abzustellen. Und zwar so, dass der Welpe auch wirklich aufhört und nicht nur kurz irritiert schaut und dann doch einfach weiter macht. Und weil es in dem Moment etwas ist, was der Welpe nicht will, der will ja weiter graben, habe ich es als Konflikt suchen bezeichnet.
Im zweiten Video sehe ich einen in meinen Augen völlig überdrehten Welpen, der gar nicht mehr weiß wohin mit sich und der mit dieser Überforderung völlig allein gelassen wird. Daher rennt er auch so wild kläffend übers Sofa und durch die Wohnung.
Auch da wäre es nicht mein Weg, das einfach so laufen zu lassen sondern auch da würde ich dem Welpen Hilfestellung geben, was er dann statt dem (unerwünschten ?) Rumgerenne machen kann.
Und eben auch da nicht einfach nur 'nein' sagen und dann weiter zuschauen und den Welpen machen lassen. Auch in dem Punkt ist das für mich wieder einfach laufen lassen. Konflikt suchen wäre auch da für mich, den Welpen auch wirklich zu 'greifen' zu bekommen mit der Korrektur..
Wegen den 6 Tagen bei dir.
Den ersten richtigen Konflikt hatte ich mit meinem Mali-Rüden als er etwas über 12 Stunden bei mir war. Da haben wir in kurzer Abfolge zwei Dinge geklärt 1. es wird nicht in die Leine gebissen und 2. es wird nicht in Hosenbeine gebissen.
Für beides war jeweils genau eine Korrektur notwendig. Danach hat er es NIE wieder versucht. Die Korrektur hat eben genau zu ihm und der Situation gepasst. Der Welpe hat sofort verstanden, dass das unerwünscht ist und auch für sich annehmen und verstehen können.
Und das meine ich eben auch mit Konflikt suchen. Klar, ich hätte den armen kleinen Welpen, der es einfach noch nicht besser weiß, auch einfach machen lassen können. Aber so wie ich den kleinen Beutegeier kenne, hätte das dazu geführt, dass er mir mit seinen aktuell 18 Monaten (und 27 kg Gewicht) immer noch in Leinen und Hosen beißen würde.
Daher lieber eine Korrektur und das Thema ist dann dafür aber auch erledigt.
Aber das ist halt nur mein Weg, mit dem ich bei zwei Hunden gut gefahren bin. Nicht Schema F bei jedem Hund, sondern Korrekturen der Situation und dem Hund angepasst.
Aber meinen beiden hat es gut getan, wenn ich ihnen gleich von Anfang an vermittelt habe, was erwünscht ist und was eben nicht erwünscht ist. Es gibt den Hunden auch einen stabilen Rahmen, in dem sie sich sicher bewegen können.
Und bevor das jetzt falsch verstanden wird: ich rede nicht von Kommandos, die der Hund (perfekt) befolgen muss, ich rede auch nicht davon, dass man den Hund anschreien oder auf ihn einschlagen sollte oder so was. Absolut nicht.
Einfach klare, deutliche, eindeutige Korrekturen, die der Hund in der Situation auch annehmen und umsetzen kann.
Aber eben auch so, dass er sie auch wirklich umsetzt und nicht einfach, trotz erfolgter Korrektur, weiter macht.