Was man halt dazu sagen muss: wenn jemand nach dem Studium der Tiermedizin die Approbation bekommt, dann ist das die Erlaubnis, selbstständig und eigenverantwortlich als Tierarzt bzw. Tierärztin zu arbeiten.
Natürlich kann man einen Berufsanfänger nicht mit jemandem vergleichen, der jahrelange oder gar jahrzehntelange Erfahrung hat..
und natürlich braucht es eine gewisse Zeit, bis man sich im Job sicherer fühlt, Routinen entwickelt und so weiter, keine Frage. Und auch, dass man anfangs das Gefühl hat, noch viel lernen zu müssen, ist denke ich völlig normal.
Aber mit Approbation dürfen sie eben genau das: allein und selbstständig arbeiten. Ihr Wissen dazu haben sie in vielen vielen Prüfungen bewiesen und auch die anderen Aspekte vor der Erteilung der Approbation nachgewiesen.
Ja, klar. Theoretisch sind es fertige Tierärzte. Aber gerade im Notdienst sind es ja oft komplizierte und/oder schwere Fälle. Und um mal bei meiner Erfahrung zu bleiben. Ich hatte netterweise (die behandelnde Ärztin in der Klinik war echt sehr nett und da ich mehrere Stunden da war haben wir auch viel gequatscht) nicht nur die Rechnung bekommen, sondern auch quasi den Auszug aus der Krankenakte. Und meine Haus TA Praxis hat am nächsten Morgen als ich dort aufschlug, weil es Toffee schlecht ging moniert, dass das Kitten zwar in Narkose gelegt worden war für die OP, aber nicht auch Schmerztechnisch ausgeschaltet worden war. Und auch das Schmerzmittel, was nach der OP in der Klinik gespritzt wurde war viel zu schwach für die Art von Verletzung. Wenn ich mir jetzt vorstellen würde, dass mein Hund eine Magendrehung hat und die von einem Newbie komplett alleine mit noch nicht mal einer Helferin übernommen würde, dann fände ich das nicht so toll.
Fehler in der Medizin sind immer ein heikles Thema..
aber es ist nun mal so: Tierärzte sind nun mal Menschen. Und Menschen machen Fehler.. nicht schön, ist aber einfach ein Fakt.
Hat auch nix damit zu tun, dass jemand neu im Beruf ist.. auch Tierärzte mit jahrzehntelanger Erfahrung machen Fehler.. das kann man nie ganz verhindern, weil es einfach menschlich ist..
(Eventuell habe ich da einen etwas anderen Blick drauf, weil ich sowas regelmäßig auf dem Schreibtisch habe..)
Und es sagt ja auch niemand, dass ein Berufsanfänger immer mit allen Behandlungen nachts zwingend alleine ist.. eventuell gibt es ja einen Bereitschaftsdienst, den derjenige dazu rufen kann.. zumal, wenn ich mich recht erinnere, eine Magendrehung-OP doch von zwei Personen logistisch eh nicht zu stemmen ist..
ich denke mal, dass sich die besagte Tierärztin in der Notdienstbehandlung auch eher auf die Behandlung deines Tieres konzentriert hat und nicht haarklein alle Dienste und Rufmöglichkeiten erörtert hat..