Beiträge von Lauretti

    Also stimmt die Aussage, das vegan lebende Menschen seltener mit Übergewicht zu tun haben nicht? Ist der Durchschnittswert also falsch?

    Ich glaube, was @dragonwog meint ist, dass nicht nachweisbar ist, dass das seltenere Übergewicht bei Veganern tatsächlich mit der veganen Ernährung zusammenhängt.
    Es könnte genau so gut sein, dass überwiegend sehr sportaffine Menschen sich für eine vegane Ernährung entscheiden, aber auch omnivor nicht übergewichtig waren oder würden. :???:

    Und man kann das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Die Haltungsbedingungen für Nutztiere zu verbessern klingt echt gut. Aber wer macht denn die Preise? Das sind nicht die Bauern. Das sind die Lebensmittelketten, die den Bauern ihre Qualitätssysteme aufdrücken. "Mach bei (QS, Initiative Tierwohl, Bioland u.s.w.) mit oder guck wie du deine Sachen verkaufst"

    Die Preise regulieren sich in einer freien Marktwirtschaft, wie wir sie haben, durch Angebot und Nachfrage.
    Ganz plakativ: Gäbe es nicht ein solches Überangebot an (Billig-)Fleisch, würde auch der Preis dafür entsprechend ansteigen. Problematisch sind nicht unbedingt die Händler, sondern die Fleischproduzenten, die (auf Kosten der Tiere) so billig wie nur irgend möglich produzieren und damit den Einkaufspreis nach unten drücken.

    In einer Doku, die ich gestern gesehen habe, wurde eine meiner Meinung nach ganz interessante Frage gestellt: Warum wird die Verantwortung für nachhaltigen und fairen Konsum eigentlich mehr oder weniger einzig auf dem Kunden abgeladen?

    Man muss da schon schauen... Gerade weil es in der Gesellschaft diesen Trend gibt, verkauft sich das natürlich besonders gut und viele Unternehmen springen auf den Zug auf - auch bei den Fairtrade Labeln. Nicht umsonst bringen große Fleischproduzenten auch immer öfter vegane und vegetarische Produkte auf den Markt.

    Von "es bringt nur dann etwas, wenn jeder auf alles verzichtet und man alleine kann nichts erreichen" halte ich überhaupt gar nichts.

    Übrigens mögen es Menschen gar nicht, wenn man hier auf dem Bio-schweinehof an den Koben mit Ferkeln steht und sich sein nächstes Schnitzel aussucht. Wurde da mal ziemlich übel von einem Familienvater angemacht, was mir einfällt, so was zu sagen.

    Das ist mir auf nem Demeterhof passiert (wo die Kälber übrigens trotzdem in Iglus wohnten teilweise).
    Da war wohl Wandertag einer Grundschule und auf das "Ach gott, schau mal die Kälbchen, Schatz!" von meinem Freund antwortete ich ohne nachzudenken inmitten der Kinder mit "Joahr, die gehen bald in die Wurst" - die Lehrerin ist total ausgetickt :fear:

    Mir hat der Trailer schon völlig gereicht :verzweifelt: Aber ich tue mir solche Dokus generell nicht mehr an. Ich kanns einfach nicht.

    Mir hat das Video von Vegan ist ungesund zu dieser Doku gereicht... das bisschen ausm Trailer, die Musik und die Schreie die man nur hört haben mich richtig fertig gemacht :( :

    Ich habe jetzt den Doku-Film "Die grüne Lüge" geschaut. Kurz beschrieben: Konzern-Green-Washing-Aufklärung vom Feinsten. Vieles war mir bereits bekannt. Gut fand ich aber die Ausführung, über die Seriosität von Nachhaltigkeits-/Öko-Zertifikaten. Details, die ich bereits vermutet habe....Lässt aber leider auch einige bekannte Bio-Naturkosmetik-Öko-Marken schlecht aussehen und zeigt, dass auch im Bioladen nicht zwingend alles wirklich seriös nachhaltig ist.

    Ah, sehr gut danke!
    Wir werden ihn wohl nächstes Wochenende anschauen und ich bin doch gespannt. Tatsächlich habe ich mich mit Green Washing nur am Rande beschäftigt und bei den Siegeln mal ein Überblick wäre schon hilfreich.

    Morgen werde ich auf den Heldenmarkt gehen und bin sehr sehr gespannt - gleichzeitig habe ich den Trailer im Kopf und werde deutlich kritischer schon vor dieser Doku an den Ständen vorbei laufen...

    Dominion werde ich mir wohl niemals ansehen - ich kann das nicht mehr und bestimmte Szenen von Earthlings verfolgen mich immer noch in schwachen Momenten.
    Aber bei mir und vor allem meinem Freund waren es tatsächlich verschiedene Dokus, die hier den Stein letztendlich ins Rollen brachten!

    @Bingwu Ich kann dich leider nicht zitieren, wenn du in mein Zitat reinschreibst :winken:
    Bei den Eiern gebe ich dir recht - kommt aber sicher auch drauf an, wo man die letztlich bezieht. Die Eier hier aus der Bruderküken-Initiative stammen von einem Demeter-Hof bei Berlin und da gibt es tatsächlich je nach Jahreszeit unterschiedliche Preise (je nachdem, wieviele Eier es einfach gibt).

    Beim Fleisch habe ich deshalb das Bio Fleisch heran gezogen, da ich bei den veganen Dingen häufig Bio Produkte erwerbe und dann sollte man meiner Meinung nach entweder Bio mit Bio oder eben Nicht-Bio mit Nicht-Bio vergleichen :smile: Klar, ohne Bio ist das Billigfleisch preislich (leider) unschlagbar.

    Ich denke, vegan lohnt sich preislich vor allem dann, wenn man vorher schon bei seinem Einkauf darauf geachtet hat, was man kauft und nicht dauerhaft auf Schnäppchenjagd ist.

    Hafermilch selber machen ist übrigens mega billig. Haferflocken, Wasser und nen Nussbeutel für paar Euro und man kann sich literweise Hafermilch herstellen :D

    Dass man 1l Milch für so wenig Geld bekommt, ist eine Katastrophe, mMn.
    Ich trinke ja keine Milch (sondern kaufe für mich die teure Pflanzenalternative), kaufe aber für die Hunde manchmal einen halben Liter Bio Ziegen- oder Schafmilch und dafür zahl ich dann auch pro Liter 3,18€, was ich völlig okay finde.

    Das liegt zum einen an den Subventionen, zum anderen fiel der Milchpreis damals deshalb so drastisch in den Keller, da man auf den chinesischen Markt spekuliert und entsprechend viele Milchkühe aufgestockt hat. Dadurch, dass es mit dem Export aber nicht so klappte, fiel der Preis aufgrund des extremen Überangebots. Milch war damals glaube ich sogar kurzfristig günstiger als Wasser, bis man das wieder "im Griff hatte" :shocked:

    @Bingwu, darf ich dazu einige Nachfragen stellen und Anregungen geben? :D

    Ei-Ersatz vegan entspricht 5 bis 6 Eiern - 1,99€ plus Versandkosten (anteilig)
    10 Bio-Eier vom Hof des Nachbarortes, wo die Hühner noch alle Namen haben - 2,00€

    Ich habe mal kurz nachgeguckt, was mich "meine" Eier damals gekostet haben - die wenigstens können die wahrscheinlich so beziehen wie du und da liegt der Preis für 6 Eier aus Bio bzw Demeterhaltung bei Zweitnutzungsrassen bei 2,45€ bis 2,99€.

    Die Fleischersatzprodukte, wenn man "Schnitzel" oder ähnliches haben möchte, kosten das Doppelte wie "echtes" Fleisch.

    Hier wäre die Frage, von was für Fleisch wir reden... Henrys Bio Hähnchenbrust im Falle von Schonkost liegt momentan im Kilopreis bei 29,90€ zum Beispiel. Dem Gegenüber stehen vegane Bio Ersatzprodukte von 11,14€ bis hin zu knapp 19€ je Kilo.


    Der Liter Milch 65 bis 69 Cent - ein Liter Pflanzenmilch 1,99

    Milch und Pflanzenmilch lassen sich leider nicht so direkt miteinander vergleichen, da wie gesagt Pflanzenmilch im Gegensatz zu echter Milch mit 19% besteuert wird. Mein Bio Haferdrink kostet im Liter aber zum Beispiel nur 1,25€ und lässt sich für deutlich weniger Geld auch noch super einfach Zuhause nachmachen.

    Ich finde, das zeigt ganz gut auf wie schwer es tatsächlich ist festzulegen, welche Ernährungsweise die billigste ist :smile:

    So ungerne ich das formuliere, aber auch hier in der Schweiz haben nur und ausschliesslich die Verordnungen/Gesetze einen durchgreifenden Effekt erzielt.

    Das habe ich so verstanden irgendwie (deine Schachtelsätze sind mir mega sympathisch, weil ich das selbst gerne mache aber die Kernaussage ist für mich dann manchmal schwer festzumachen :tropf: ).
    Also ich kam auf härtere Strafen, weil es entsprechende Gesetze hier einfach schon durchaus gibt. Teilweise mit viel Spielraum für Auslegungen und irgendwie auch nur unzureichender Kontrolle und trotzdem bestehen die Probleme aber weiterhin. Entsprechend müssten also härtere Gesetze her, wie es zum Beispiel in SH passiert ist, wenn die bisherigen nicht fruchten und da bin ich der Meinung, dass eine Verschärfung der Gesetze eher nicht zu weniger Vergehen führt. Ich hoffe, so wirds verständlich?
    Wie gesagt, ich plädiere nicht (mehr) für den SKN oder HFS, sondern für nen Benimmkurs. (Und ja, all zu oft habe ich das Gefühl, den hätten nicht nur Hundehalter nötig in unserer heutigen Gesellschaft :pfeif: )