psychisch... hmmm. Find ich schwierig. Einerseits bin ich zwar mit mir selber mehr zufrieden, ja, unbedingt.
Aber andererseits belasten mich auch mehr Dinge, die ich vorher nicht wahrgenommen habe, die ich nicht so hinterfragt habe (v.a. Thema Milch- und Eier-"Produktion" usw...). Nach über drei Jahren bin ich immer noch nicht an dem Punkt, wo ich gelassen sagen kann: mir egal, was um mich rum passiert, Hauptsache ich bin mit mir im Reinen. Weil 1. kann ich das alles nicht ignorieren, weil es mir jeden Tag vor Augen geführt wird und 2. hab ich immer noch genug Verbesserungspotential bzgl. meinem Konsumverhalten (bei veganer Ernährung hört es ja nicht auf)...
Aber das ist Typsache. Ich bin halt Typ "Weltschmerz auf meinen Schultern". Ich komme nicht gut damit zurecht, dass so viel Schlimmes in der Nahrungsindustrie passiert (und es großteils von den Menschen ignoriert bzw. als normal hingenommen wird) und in dem Punkt ging es mir eindeutig besser, als ich noch dumm war...
Ich versteh, was du meinst. Weltschmerz ist mir auch gut bekannt - ich arbeite schwer daran, dass es weniger wird in dem ich mir bestimmte Dinge nicht mehr ansehe oder lese. Da sag ich mir immer, ich bin ja kein Teil mehr dieses Systems und darf mich davon abschotten. Trotzdem überkommt mich manchmal echt Hoffnungslosigkeit - wobei das weniger direkt auf verursachtes Tierleid zurück zu führen ist als viel mehr auf den gesamten Umgang mit unserer Erde (achso ja - auch ich habe nen ganz anderen Blick aufs Nachwuchs bekommen als meine nicht veganen Freundinnen).
Da ich aber auch schon früher wusste, wieviel Leid den Tieren in der Nahrungsindustrie angetan wird und ich selbst noch konsumiert habe, habe ich mich nach dem Schritt deutlich besser gefühlt.
Ich war übrigens Schlüsselkind, aber meine Mutter hatte abends immer vorgekocht und wir mussten unser Mittagessen nur warm machen oder es gab erst Abends warmes Essen. Wobei bei uns damals rückblickend oft auf vegetarische Sachen gekocht wurden - jeden Tag Fleisch gabs noch nie in meinem Leben und ich denke schon, dass mir der Schritt zum vegetarischen dadurch leicht viel.