Das würde mich jetzt sehr interessieren: Ist es einem Labor generell nicht möglich, Verursacher und Nachnutzer zu unterscheiden? Dann wäre ja dem Schummel/Pfusch vor Ort Tür und Tor geöffnet - ein Hund findet sich ja praktisch bei jedem gerissenen Weidetier?
Und wenn das nicht möglich ist, ist es nicht wenigstens möglich, in Zweifelsfällen die Ergebnisse mit einem entsprechenden Vorbehalt rauszugeben, zum Beispiel "Untersuchung ergab Fuchs, kann in diesem Fall aber nicht der Verursacher sein"? So, dass nicht anfragende Tierhalter wie meine Freundin von der zuständigen Behörde schriftlich bekommen, laut Laborergebnis wäre die 400 Kilo-Kuh im Nachbarort von "Füchsen" gerissen worden?
Und last not least: Woher die auffälligen Unterschiede - wieso kommt bei den Senckenberg-Hunden bei ForGen dann so dermaßen oft "Wolf" raus? Liegt das an der Probenentnahme, die für die Zweitmeinung ja meist Haustierarzt/Besitzer machen, und nicht der/die Wolfsbeauftragte?
Das ist ja, wie nepolino schon schrieb, nicht wirklich Aufgabe des Labors. Bzw macht das Labor das auch nicht zu sagen: Täter war XY.
Die sagen nur: Gefunden wurden Spuren von XY und dann muss das Ergebnis eingeordnet werden.
So läuft das auch bei der Kripo. Da sagt das Labor dann: Wir haben Spuren der Mitbewohnerin in Form von Haaren gefunden und Spuren eines männlichen Unbekannten. Und dann ist es Aufgabe der Ermittler, diese Ergebnisse richtig einzuordnen. Haare von Mitbewohnern sind eher normal (so wie Spuren von Aasfressern an Kadavern nach einer gewissen Zeit zu erwarten sind). Ich hoffe, das ist jetzt verständlich ausgedrückt. Wenns dumm läuft, wird die Mitbewohnerin und der Fuchs zum Täter gemacht und dann ist das je nach Fall individuell zu bewerten, wie sinnhaft diese Entscheidung ist. Aber, wie gesagt, die Entscheidung liegt nicht beim Labor.
Mögliche Unterschiede bei Laboren können wohl, was ich jetzt erstmal gefunden habe, unter anderem darauf zurück zu führen sein, dass Ergebnisse teilweise unterschiedlich interpretiert werden können. Auf die Schnelle hab ich jetzt gefunden, dass ForGen sich die verschiedenen Marker die entweder für Wolf, oder für Hund oder für beide stehen, ansieht und dann guckt, welche der letzteren eher beim Wolf als beim Hund auftreten und damit anders arbeitet als das Senckenberg Institut.