Beiträge von Lauretti

    Naja - beim ersten Hund einer Rasse wage ich mal zu bezweifeln, dass die Mehrheit der Otto Normal Hundehalter diese Feinheiten so genau kennt und unterscheiden kann.

    Und wieviele agile und fitte Frenchies und Möpse (auch die werden ja ihres einzigartigen Charakters wegen gekauft) sieht man denn, die tatsächlich in der Lage sind, die entsprechenden Charakterzüge auch zu zeigen?

    Ich vielleicht ein oder zwei, noch sehr jung. Der Rest trottet lustlos meterweit hinter Herrchen oder Frauchen her - auch jetzt, wo es längst nicht mehr warm draußen ist. Leine brauchen die tatsächlich nicht, weil die gar keine Anstalten machen, mal weg zu laufen.

    Der Mops von gegenüber braucht für 20m die Straße hoch und zurück gefühlt 20 Minuten... (nicht, weil der viel schnüffelt, sondern weil der einfach nicht schneller vorwärts kommt und wohl auch keinen Bock auf mehr hat) Und wenn der doch mal bellt, weil was ist, hab ich direkt den Reflex, die 112 zu wählen - klingt wie kurz vorm Exitus.

    Das der kleine Dackel auf seinem letzten Weg alleine war, fand ich furchtbar bedrückend :( :

    Auch wenn ich verstehen kann, dass es manchmal sicher besser ist, wenn der völlig aufgekratzte und am Boden zerstörte Besitzer nicht mit dabei ist oder dabei sein kann, tut es mir um das Tier immer unendlich Leid, dass es nicht noch einmal die vertraute Stimme hört oder seine Bezugsperson bei sich spürt :(

    Ich hoffe wirklich das das mit Lewis und Frauchen klappt. Aber man hat ja auch in den vier Wochen gesehen, selbst bei einem ganz genauen Menschen, ist er nicht total entspannt und man muss trotzdem den Daumen drauf haben.
    Ich glaube, dass Lewis Frauchen ein gutes Stück Arbeit sein wird.

    Aber Auslastungtechnisch denke ich auch, dass es da eindeutig mittel und Wege gibt.

    4 Wochen sind aber auch immer noch eine sehr geringe Zeit, um ein jahrelang antrainiertes und festgefahrenes Verhalten komplett abzustellen.

    Bei meinem Hippel-Welpe hat es damals gut 6 Monate gebraucht, bis er sich das erste Mal ganz von selbst einfach neben mich zum schlafen gelegt hat. Bis dahin musste ich immer aufpassen, dass er nicht zu doll hoch fährt und musste ihn zur Ruhe zwingen. Und da war ich vom ersten Tag an dahinter und es gab für meinen Hund nicht die Möglichkeit, dieses Verhalten über so einen langen Zeitraum hinweg zu verinnerlichen.

    Das wird denke ich wirklich für beide ein schwerer und langer Weg und ich hoffe, das Frauchen hat die Kraft, Ausdauer und Motivation dafür - denn dass sie ihren Hund liebt, das glaube ich ihr definitiv.

    Ich muss sagen, mir sticht es immer ins Herz wenn ich höre, Hund-Halter-Paar ist unpassend. Ich mein, ok, sie hat ihr Exemplar so gemacht, es gibt Leute, die übernehmen so ein Exemplar und haben sich die Suppe nicht selbst eingelöffelt, trotzdem finde ich das stark verurteilend

    Hmm ich sage sowas nicht als Vorwurf und denke, die meisten hier meinen das auch nicht.

    Aber ein Hund, der eh schon schwer zur Ruhe kommt und leicht aufdreht, wird wahrscheinlich bei einem ruhigen und entspannten Besitzer besser runterfahren als bei einem, der selber im Hummeln im Hintern hat und schnell nervös ist.

    Ein Hund mit Grundcharakter "Schlaftablette" wird bei einem Besitzer mit großem Unternehmungsdrang weniger glücklich sein als bei einem, der auch eher in allem langsamer ist.

    Meist hat so was auch "belohnenden" Faktor für den Menschen. ;)
    Es gibt ja viele, die das aufmerksamheischende Verhalten eines Hundes mögen und sich damit gut fühlen. "Er braucht mich. Er liebt mich." Auch das dauernde Betteln nach Futter wird ja als "Liebe" interpretiert.

    So was läuft ja häufiger mal aus dem Ruder. Hier ist es vermutlich so eskaliert, weil Frauchen dem Hund den ganzen Tag zur Verfügung steht. (Zumindest habe ich das so verstanden.)

    Ja, da hast du wahrscheinlich recht...
    Richtig großen Leidensdruck habe ich bei ihr auch nicht gesehen.

    Meine anderen Mieter hier hätten aber wahrscheinlich schon längst dafür gesorgt, dass ich meine Wohnung verliere, wenn hier dauerhaft ein Hund so laut wäre...

    Auffallend fand ich, als sie auf dem Bett saß, der Hund steht in einer Tour pliensend vor ihr und bekommt ein Leckerli nach dem anderen ins Maul geschoben...
    Der hat dauerhaft Erfolg bei ihr seit Jahren mit dieser Nummer und er ist nicht blöd - bin wirklich gespannt, wie die Regeln nächste Woche aussehen werden und wie sie die umsetzt.

    Das mit Lewis war für mich sehr interessant - meiner war ja auch so ein Welpe, der ausschließlich nachts 6h geschlafen hat und den Rest des Tages nicht von selbst zur Ruhe kam.
    Deshalb war es für mich irgendwie gut zu sehen, dass ich das damals zurecht als problematisch gesehen und eingegriffen habe mit viel viel Ruhe üben und wenig Programm.

    Bemerkenswert finde ich, dass sie das so lange durchgehalten hat, bis sie sich einen Trainer gesucht hat... Die anderen Mieter im Haus müssen doch auch völlig durchdrehen bei dem dauerhaften Gejaule :shocked:

    Das mit dem Trainingslager fand ich wirklich gut und Lewis wirkte am Ende ja echt deutlich entspannter.
    Dir Vorschau lässt ja leider nichts Gutes erahnen - da bin ich wirklich gespannt, wie es weitergeht.
    Bin mir aber auch unsicher, ob diese Mensch - Hund Kombi wirklich miteinander glücklich werden kann.

    @persica

    Ja okay stimmt - ich hab verstanden, wie du es meintest bezüglich tatsächlich Drang nach Bewegung und körperliche Beeinträchtigung.

    Mit ging es aber tatsächlich darum:

    In meinen beiden Dackelbüchern und auch im Internet ist zu lesen, dass der Dackel einen großen Bewegungsdrang hat und ausdauernde Spaziergänge liebt.

    Ich finde einfach nicht, dass der Dackel einen besonders großen Bewegungsdrang hat - ich finde ihn tatsächlich ganz "normal" was das angeht.

    Ich hatte hier im Laufe der Zeit nen Papillon Mix, nen Terrier Mix, einen Husky Mix, einen bretonischen Spaniel, einen Labbi und einen American Bulldog Mix zum guten Vergleich und da tut sich der Dackel weder hervor, noch wird er von den meisten großartig übertroffen, was dem Bewegungsdrang angeht (nur der Husky Mix und der bretonische Spaniel fielen deutlich aus dem Raster und hatten einen für mich wirklich großen Bewegungsdrang so im Vergleich).

    Ich denke, dass steht (wie von @Dackelbenny ja auch schon vermutet) tatsächlich eher überall, weil viele denken, er hätte eher einen unterdurchschnittlichen Bewegungsdrang.