Beiträge von Lauretti

    Für mich sind 1800-2000€ netto auch gutes Geld - das entspricht auch meiner aktuellen Gehaltsklasse und mir geht es da wie @StellinaLS. Eigene Wohnung, verwöhnter kleiner Hund der von allem nur das beste bekommt und ich muss nicht jeden Cent umdrehen.

    Ich habe aber auch den direkten Vergleich dazu, was Assistenzärzte monatlich aufs Konto bekommen durch meinen Freund und gute Freunde und da liegen keine 1000€ zwischen unseren Nettoeinkommen - nicht mal 700€ bei gleicher Steuerklasse. Die haben dafür aber oft genug Studienkredite abzubezahlen und während ich nach 8h Feierabend machen kann, dauert der offizielle 8h Dienst meines Freundes gerne mal 12h. Von der Verantwortung mal nicht zu sprechen.

    Aber das bestätigt auch wieder, dass soziale Berufe anders finanziell wertgeschätzt werden. Nur das glaube ich oft nicht klar ist, dass es manchen sozialen Berufsgruppen noch deutlich schlechter geht als den Pflegekräften.

    Von 3000€ Netto kann ich als Pflegefachkraft nur träumen. Das kann ich sagen. :D


    Was versteht man unter "wenig"? Es ist wenig in Anbetracht der Verantwortung, des psychischen und physischen Stresses den man hat. Ich komme kaputt und fertig nach Hause. In einer Dienstwoche ist es das höchste der Gefühle, wenn ich (neben meinen Hunden natürlich) einkaufen gehe, oder sonst so Kleinigkeiten mache. Zu mehr habe ich körperlich und oft auch geistig keine Kraft mehr.
    Man ist IMMER gefordert, IMMER abrufbereit wenn man auf der Arbeit ist. Auch in der Pause wird man abgerufen, angerufen, angesprochen und macht kleine Dinge nebenbei. Mein Verantwortungsbereich schwankt von 36 bis 72 Bewohnern (letzteres ist kein Pappenstiel).
    Man arbeitet zum Teil 12 bis 13 Tage durch (den einen freien Tag dazwischen kann man echt nicht zählen). Man arbeitet Schicht.

    Man betreut, hilft und versorgt Menschen, nimmt Familien die Last und Aufgabe ab, sich um ihre Alten zu kümmern (was heutzutage ja auch wirklich nicht einfach ist) und man bekommt für den gesamten Aufwand so wenig Geld, dass wir keinen Nachwuchs finden. :ka:

    Mein Gehalt reicht mir, um meine monatlichen Ausgaben zu meistern. Ich habe keine große und teure Wohnung, ich habe zur Zeit kein Auto. Ich kann mir am Ende des Monats auch etwas beiseite tun. Aber es ist nun nicht so, dass man vor Freude Herzklopfen hat, wenn man die Gehaltsabrechnung öffnet. Ist ja auch noch eine Frage der Steuerklasse (in meinem Falle 1). Ich kann gut leben und muss nicht jeden Cent dreimal umdrehen. Ich bin zufrieden. Aber wenn ich dann höre, dass jemand der am Schreibtisch sitzt und "nur Zahlen hin und her schiebt" das drei bis vierfache verdient, bin ich traurig darüber wie die Prioritäten in einem Sozialstaat verschoben sind. :ka:

    Das ist es aber, was ich meine. Müsste ich mich jetzt entscheiden zwischen mehr Geld auf dem Konto und ein paar zusätzlichen Kollegen würde ich mich ohne nachzudenken für mehr Kollegen entscheiden. Weniger einspringen, öfter mal die Möglichkeit, ein Wochenende frei zu haben und nicht immer so ewig viele Dienste am Stück.
    Ich fände es auch schön, wenn zum Beispiel der Ausschlaftag nach dem letzten Nachtdienst als Arbeitstag und nicht als frei gerechnet wird, wenn ich da 6,5h auf Arbeit sitze und dann erstmal Schlaf nachholen müsste.

    Flexiblere Verträge in Sachen Schichten für Leute mit kleinen Kindern und solche Sachen wären mal ne Maßnahme.

    Eine mir bekannte Pflegekraft aus der ambulanten Pflege geht mit 1.200€ netto nach Hause - dafür würde ich nicht aufstehen ehrlich gesagt... Nicht bei der Arbeit und der Ausbildung, die wir durchlaufen haben. Bei Vollzeitstelle und 3 Schichten finde ich alles unter 1.600€ netto zu wenig (ist ja aber eine persönliche Meinung)

    Bei der Bezahlung von Pflegekräften kommt es sehr darauf an, wo man arbeitet. In Heimen, privaten Häusern oder ambulant ist das wirklich verdammt wenig und gerade vor der Arbeit der Altenpfleger ziehe ich immer wieder den Hut.

    Ich habe jetzt gut zwei Jahre in einem staatlichen Haus gearbeitet, war im TVöD und habe aufgrund des Bereichs auch noch Zuschläge bekommen - ich muss ehrlich sagen, sooo wenig Geld war das nun nicht. Also für mich zumindest nicht.

    Jetzt in der neuen Firma könnte ich mit Vollzeitstelle wahrscheinlich jeden Monat ca 500€ netto mehr mit nach Hause nehmen - aber von dem Gedanken hab ich mich mittlerweile frei gemacht, dass es nur um möglichst viel Gehalt geht.
    Wir diskutieren ja auch viel über die aktuelle Lage der Pflege und wie man dem Beruf attraktiver machen könnte und da spielt das Gehalt doch eher die untergeordnete Rolle bei den meisten.

    Ich hab mir das auch gesagt.... Wenn hier nochmal ein Hund einzieht, dann nur einer, der das schon kennt mit dem alleine bleiben.

    Ich könnte nach den Erfahrungen mit Henry wahrscheinlich auch gar nicht entspannt mit einem anderen Hund das alleine bleiben üben sondern würde es dadurch versauen, dass ich nur darauf warte, dass es in dir Hose geht.

    Ich mag mir auch gar nicht vorstellen, dass das noch ca 15 Jahre so sein kann, dass ich jeden Einkauf und jeden Termin genau planen muss.

    Also ich lag ja zwangsweise flach im Sommer für 8 Wochen durch mein kaputtes Knie und das war absolut gar nichts für mich. Deshalb bin ich mir auch recht sicher, dass ich mit Gassi gehen und länger schlafen auf Dauer nicht ausgelastet wäre.

    Ich denke, es kommt dann echt drauf an, wieviele Gebiete es gibt die einen interessieren und wo man stattdessen die Zeit investieren möchte dann.

    Ich wäre wohl erstmal 3 Monate weg mit Henry und würde in Afrika ein Volunteer machen :lol:

    Ja, in Deutschland beträgt die Sperrzeit 12 Wochen und auch bei der sogenannten einvernehmlichen Kündigung (Aufhebungsvetrag) wird in ca. 98% der Fälle eine Sperrzeit von drei Monaten verhängt

    Das war exakt der Grund, warum ich auch zuerst meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben habe (davor habe ich mir natürlich erst das Okay für nen Aufhebungsvertrag geholt) und dann erst gekündigt habe bei meinem aktuellen Arbeitgeber.

    Der ganze Prozess hat mich aber trotzdem einiges an Nerven gekostet und ich bin froh, dass jetzt alles durch und festgezogen ist... 32,5h Woche, ich komme!

    Gestern Abend habe ich noch ein Schreiben aus dem Briefkasten geholt mit der Info, dass mein Stundenlohn bei meinem neuen AG doch nochal um 2€ erhöht wird - mein erster Gedanke war aber tatsächlich, direkt noch weiter zu reduzieren mit den Stunden.

    Ich suche mir gerade viele Projekte, die ich gerne angehen möchte in meiner neu gewonnenen Freizeit - ich wäre sicherlich keiner, der bei einem bedingungslosen Grundeinkommen faul Zuhause rumhängen würde.

    Bei uns läuft es auch wieder schlechter, vielleicht tröstet das den Einen oder Anderen ja...

    Ende letzten Jahres wollte ich ja auf 50-60 Minuten steigern. Den ersten Versuch hab ich selbst sabotiert, da ich nicht gewartet habe, bis Henry sein Kauteil fertig hatte, sondern direkt los bin.

    Mit beeilen war er dann so 40 Minuten alleine und hat davon 20 Minuten angespannt auf der Couch gesessen und zur Tür gestarrt.
    Nächster Versuch war besser - 50 Minuten war er alleine und die letzten 15 Minuten hat er zwar immer mal wieder zur Tür geschaut, aber den Kopf auch wieder abgelegt.

    Keine Ahnung, was dann los war... Er war mit meinem Freund in einem Raum als ich zum einkaufen bin und ist völlig durch den Wind gewesen - hat sich nicht hingelegt sondern ist winselnd durch den Raum gelaufen, obwohl mein Freund ihn immer wieder zu sich genommen hat.

    Mehrere Tage Pause gemacht, dann 20 Minuten einkaufen gewesen und siehe da - Henry bleibt nicht mehr entspannt liegen, wenn ich komme sondern rennt direkt zur Tür. Sogar als ich vorgestern nur mal 5 Minuten den Müll weggebracht habe!
    Heute musste er 15 Minuten alleine bleiben und lag zwar mit Blick zur Tür auf dem Sofa als ich wieder kam, aber er lag immerhin.

    Trotzdem kotzt es mich an - ich kann absolut nicht nachvollziehen, warum da jetzt plötzlich so ein Rückschritt bei ihm ist, obwohl er vor kurzem noch gut 30 Minuten entspannt alleine blieb und nicht mal den Kopf gehoben hat, als ich wieder kam.

    Würde mich auch interessieren!

    So ganz ernst habe ich das auch nicht gemeint bzw glaube ich nicht daran, dass das hier wirklich kommt.
    Aber ich habe neulich den Herrn Precht über seine Gedanken dazu reden hören und fand das gar nicht mal so schlecht von der grundsätzlichen Idee her.

    Ich mach grundsätzlich schon genau das, was mir eigentlich Spaß macht beruflich - ich kann mir irgendwie auch schwer vorstellen, etwas komplett anderes zu machen, auch wenn feste Arbeitszeiten und Henry mitnehmen natürlich nochmal sehr verlockend für mich wären.

    Auf meiner aktuellen Station habe ich aber nicht mehr das Gefühl, da was Sinnhaftes zu machen - dank Chefarzt und allgemeinen Strukturen ist es ein reines Abfertigen der Patienten und ich bin mir leider auch nicht sicher, ob das in Zukunft auf den anderen Stationen, auf denen ich arbeiten werde, groß anders sein wird. So wie @Laguruses schreibt, dass man ja nur ein Leben hat und etwas Sinnvolles machen möchte, geht's mir auch.
    Mein Jobwechsel im Februar ist jetzt endlich in trockenen Tüchern - dann habe ich wenigstens Zeit und Geld, mir in meiner Freizeit Neues zu suchen, in dem ich aufgehen kann. Aber schade finde ich die allgemeine Situation trotzdem, weil ich mir mal sehr sicher war einen Job zu machen, der mir das Gefühl gibt, etwas Sinnvolles zu tun.