Beiträge von pauline31

    Unabhängig davon finde es allerdings beängstigend, dass es bei der tieräztlichen Versorgung auf eine Monopolstellung zweier multinationaler Großkonzerne hinauszulaufen scheint.

    Ich sehe das ganz genauso wie Du.

    Ich habe abseits von Anicura meine feste TA Praxis, mit der ich sehr glücklich bin. War dann in der Vertretungs-Praxis, weil mein TA nicht da war. Dort wurde mein Hund fehldiagnostiziert, fehlbehandelt. Daraus entstand eine lebensbedrohliche Situation und man wollte mir in der Vertretungspraxis trotzdem nur einen Termin 1,5 Tage später geben.

    Die Anicura war die nächstgelegene Klinik (50min Fahrtzeit). Und glaube mir, ich war einfach nur glücklich, dass ich sofort kommen durfte und man dort schon an der Rezeption die Notlage richtig eingeschätzt hatte (Kopf war dick geschwollen vor Eiter) und mich direkt ohne Umweg übers Wartezimmer zu den Ärzten reingeschickt hat. Anicura oder nicht, war mir in dem Moment völlig egal. Ich war einfach nur froh, dass die Klinik da war und gehandelt hat.

    Ich muss sagen, ich dachte ja auch immer Anicura = Apothekenpreise.

    Ich kann Anicura = teuer auch nicht bestätigen. Das für uns mindestens 1x im Monat erforderliche Elektrolyte Blutbild ist bei der Anicura billiger als bei meinem TA. Wegen der langen Anfahrt macht es aber keinen Sinn, dort das BB erstellen zu lassen.

    Und als wir 2021 einen absoluten Notfall hatten (Abszess im Rachen) habe ich mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt. Und die Preise waren dort auch gefühlt nicht anders, als sie bei meinem TA gewesen wären. Und alle dort samt Helfern und Rezeption waren wirklich sehr freundlich und geduldig, auch als sie für die OP Versicherung noch einen Zusatzbericht schreiben mussten.

    Eine Versicherung ist kein Wohltätigkeitsunternehmen. Kein Mensch denkt bei seiner Autoversicherung so.

    Hmmm... Mietwagen, obwohl er nicht erforderlich ist. Anwalt, obwohl es auch ohne - manchmal sogar sehr viel schneller - ginge. Sachverständiger bei einfachen Schäden, die ganz genauso die Werkstatt kalkulieren kann, die aber nicht 600 Euro dafür nimmt.

    Meine Erfahrungen sind komplett anders als Deine.

    Das bezahlt dann zwar nicht Deine Versicherung, sondern die des Gegners. Was nichts ändert, weil die dann halt die Preise erhöhen muss.

    Ja idealerweise hat man pro Hund mindestens 30 000/40 000 Euro Rücklagen plus eine Versicherung. Das dürfte aber nur für eine Teilmenge der Hundehalter:innen möglich sein.

    Das ist das Problem. Solche Summen werden nicht viele betreffen. Aber man staunt nicht schlecht, wie schnell man bei solchen Summen ist.

    Im Januar 2020 wurde mein Großer mit Morbus Addison diagnostiziert. Dazu kamen ein in der Addison Krise entstandener Herzschaden und eine SDU.

    Innerhalb von 9 Monaten hatten wir die 10.000 Euro Grenze geknackt und seither - also weitere 3 Jahre- liegen wir bei im Schnitt monatlichen 500 Euro. Wären also round about bisher 25.000 Euro.

    Addison hat den Vorteil, dass es SEHR gut behandelbar ist, wenn man einen engagierten Halter hat. Bei voller Belastbarkeit und normaler Lebenserwartung. Und hohen Kosten.

    Mein Großer ist grad 9 geworden und wirkt wie ein junger Hund. Ich erwarte also nicht, dass er morgen tot umfällt.

    Ich habe eine OP Versicherung ohne Limit. Aber keine KV. Mir war vorher schlicht nicht klar, dass es soooo teure chronische Erkrankungen gibt.

    Und dann hat man ne Vollversicherung die aber zufällig nur so heißt aber dann doch nichts davon abdeckt.

    Tja. Das hat man in vielen Bereichen. Auch eine Vollkasko deckt einige Sachen nicht ab, obwohl das Wort Voll sowas erwarten lässt.

    Die Besitzer sind jetzt aber ordentlich verschuldet, weil die Versicherung nur einen so kleinen Bruchteil übernommen hat, das ist ein Witz.

    Dann waren aber sicherlich die Sachen auch nicht mitversichert. Was nicht mitversichert ist, wird auch nicht erstattet.

    Leider sehe ich es aber auch so, dass das so ein Wirr-Warr an unterschiedlichsten Versicherungsbedingungen gibt, dass ich das selbst für Nicht-Laien für kaum überschaubar halte.

    Nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre würde ich immer fünfstellige Beträge an Rücklage einplanen.

    Und eher jetzt nicht nur 10.000 EUR. Da ist man so schnell..... das glaubt man kaum.

    Noch einen großen Dank dafür, das egal was war, wir immer kurzfristig kommen konnten

    Einen solchen TA zu haben ist Gold wert. Ich habe ja auch so einen Dauernotfall, der ständig alle Terminpläne crasht. Noch nicht ein einziges Mal habe ich in der Praxis zu hören bekommen "nein, das geht heute nicht". Man kennt mich dort (leider) natürlich und weiß, dass ich nicht für Kleinkram irgendwas durcheinanderbringe. Aber ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich dort keine Diskussionen führen muss.

    Ich erinnere mich noch lebhaft an die vorherige TA-Praxis, in der ich morgens angerufen habe, weil der Hund (wegen Falschbehandlung in der dortigen Praxis) den Kopf voll Eiter gelaufen hatte und man mir trotz eingehender Schilderung der Situation frühestens am Abend des nächsten Tages einen Termin geben wollte. Ich bin dann stattdessen notfallmäßig zur nächsten TK und keine 2 Stunden später lag Gino schon auf dem OP Tisch. Bis zum nächsten Abend hätte er nicht überlebt. Die Praxis habe ich nie wieder betreten.

    Aber noch was anderes.... weiß jemand, ob TAs, wenn sie wissen, dass eine Kranken- / OP Versicherung die Rechnung bezahlt, höhere Sätze abrechnen? Rein interessehalber. Im KFZ Bereich ist das so. Bezahlen tut das dann natürlich die Versichertengemeinschaft mit höheren Beiträgen, wenn sich Autohäuser heutzutage Netto-Stundenlöhne von 400 EUR fragen.