Als Kind bei schönem Wetter mit Mutter und Freundin zum Tierheim radeln (zu den ausgeschriebenen Besuchszeiten), und dort Hunde („Was wollt ihr? Groß, Mittel, klein?“) zum Gassi in die Hand gedrückt bekommen,
ist tatsächlich etwas, mit dem ich aufgewachsen bin.
War schön und unspektakulär: die zogen wie Hulle, wenn‘s los ging. Und nach 1-2 Stunden kamen alle wieder müde und zufrieden zurück.
Waren teils Vermittlungshunde, teils „Urlaubsgäste“ des Tierheims.
Heute undenkbar.
Ich seh schon auch die Gründe, die dagegen sprechen.
Aber eigentlich hab ich Hunde und Tierpflegerinnen immer als entspannt und fröhlich in Erinnerung.
Aber das war so ca. 1990. Das war vor dem Internet und Ebay Kleinanzeigen, vor dem Import von Auslandstierschutzhunden — und zu einer Zeit, wo Tierschutzvereine noch nicht so „in“ waren.
Ich find‘s gut und gönn das sehr, dass das jetzt Hipp und angesagt ist.
Aber ein Faktor von vielen scheint mir: Früher wollte man Leute für seine Sache gewinnen und hat sich über jeden Einzelnen gefreut.
Jetzt ist der Wind gegenüber Neulingen eisiger. Man muss sich würdig erweisen, wird beurteilt und muss sich hoch arbeiten.
Sicher teilweise anders. Auch nur ein Faktor von Vielen. Aber etwas, das man jetzt gehäuft hört — und auch das Bild von Tierheimen in der Öffentlichkeit prägt.
Die wollen nicht. Die haben schon. Für die ist ein Besucher eine weitere Belastung.