Beiträge von Gandorf

    Mulder arbeitet in Abstufungen gut mit anderen Leuten: für Fremde gar nicht (Ignorieren, Drohen oder Scheu), für Freunde solang ich daneben stehe mit regelmäßigem Blick zu mir, für meinen Mann arbeitet er freudig aber weniger exakt.

    Das Schöne und Schwierige ist, dass er sehr fein auf Stimmlage und Körperspannung reagiert. Wenn das für ihn aber nicht stimmt kommt Unsinn und ein verwirrter Hund bei raus.

    Ich durfte mal den Toller einer Freundin führen, weil sie Verletzungsbedingt nicht gehen konnte.
    Erst traute er sich gar nicht, sich auf mich zu konzentrieren.
    Beim zweiten Training war er schon ein bisschen erfreut, beim dritten endlich konzentriert und beim vierten auch ohne Leine ganz bei mir.

    Es hat riesig Spaß gemacht: sich einfühlen in den Hund, eindeutig sein, sich die fremden Bewegungsmuster und Kommandos merken.

    Ich muss aber anmerken, dass ich mich nur auf Belohnungsbasiertes Training beziehe. Vor einer Person, die sie nicht kennen und vertrauen, würden Mulder und der Toller zwar ne Korrektur hinnehmen, dann aber lieber versuchen zu fliehen, als zu riskieren nochmal korrigiert zu werden.

    Wie stabil ist deine Oma?
    Labrador und Goldies sind schwer, spätreif und anspringfreudig.
    Junge Viszlas spring extrem gern und hoch.

    Das mein ich nicht bös, aber die Freude am Hund wär sehr getrübt, wenn die ersten 1-2 Jahren jeder Besuch, jeder Aufbruch zum Gassi, jede Treppe mit Stress oder unschönen Notfallzwangsmaßnahmen verbunden sind.

    Welche Hunde hatte deine Oma denn schon und was hat ihr an ihnen gefallen oder nicht gefallen. Dann hätten wir Vergleichswerte.

    @frauchen07

    Ich rede auch gern „normal“ mit meinem Hund, und meinem Mann und mir macht es auch Spaß zu behaupten: „Das macht er jetzt, weil er weiß dass ich zur Arbeit muss/ weil er findet, dass mir zuviel Fernsehen nicht gut tut.“

    Und gefühlsmäßig ist er nicht Haustier, sondern Familienmitglied.

    Aber wenn Fragen aufkommen wie: Kann man sich da drauf verlassen, dass er „vernünftig“ bleibt? Kann man ihm dies oder jenes zumuten? Warum tut er das?

    Dann wird akzeptiert, dass er nur ein Hund ist.
    Ich weiß du hast mich richtig verstanden.
    Deswegen ist sein Wohlbefinden nicht weniger wichtig.

    @frauchen07
    Aber um Tiere verstehen zu können, muss man auch die Möglichkeit zulassen und akzeptieren, dass sie anders sind als wir.

    Es beginnt ganz positiv: Erst ist man fasziniert und begeistert, wie menschlich Tiere sind.
    Je menschlicher desto besser.

    Dann wird idealisiert: Tiere sind nicht nur menschlich. Sie sind sogar menschlicher als wir. Also quasi Mensch mit übergroßer Weisheit.

    Soweit alles noch ganz idyllisch. Aber dann kommt die Anspruchshaltung dazu:
    Der Hund muss doch wissen, dass...
    Der Hund sieht doch, dass...
    Jedes Kind (also auch der Hund) weiß doch, dass...
    Ist doch einfach zu verstehen — warum macht er dann den Scheiß?
    Und schon kommt der Faktor SCHULD dazu. ABSICHT und MORAL, und dann wird es hässlich.

    Plötzlich will der (böse) Hund seinen Menschen ja nur provozieren, manipulieren und austesten.
    Der legt es ja drauf an bestraft zu werden!
    Und im irrsten Fall geht man noch davon aus, der der Hund die Strafe - pardon- Konsequenz vorhersieht und quasi einkalkuliert hat, dass ihn das gar nicht stört.

    Auf die Idee, dass es sich einfach nur um ein Tier handelt, dass die Welt anders wahrnimmt, kommt dann keiner mehr.
    Es ist jetzt Schuld. Das fühlt sich für den Mensch richtiger an.

    Das nennt sich Vermenschlichen.

    Oder der ausführende Hund sieht zwar das Futter auftaucht, auch wenn er nicht rankommt. Allein das reicht erstmal für eine Erwartungshaltung und positive Aufregung.

    Das kann jeder selbst beobachten, wenn er die Schüssel mit den Superleckerchen gut sichtbar hinstellt, oder sie sogar in der Hand hält.

    Der Hund bemüht sich automatisch viel länger.
    Kann man diesen Effekt bei dem zwei-Hunde Experiment ausschließen?

    Oder viel wichtiger: Woher weiß man, dass der Hund überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Leckerchen des anderen Hundes und seinen Kommandos sieht?

    Wenn man einen verfressenen Hund hat und ein anderer Hundehalter verteilt an seine Hunde Leckerli, was passiert dann? Der eigene Hund wird aufgeregt und versucht auch Aufmerksamkeit und Leckerli zu bekommen. Vor allem, wenn er gewöhnt ist, in der Gruppe gefüttert zu werden.

    Echtes wissenschaftliches Arbeiten kennzeichnet sich dadurch, dass mögliche Störfaktoren zweifelsfrei ausgeschlossen werden.

    Wir sind Menschen, da ist es nur natürlich das Verhalten so deuten zu wollen, wie ein Mensch empfinden würde.

    Um auf Instinkte und Gefühle zu reagieren, braucht es keine Selbstreflexion. Bienen tragen bei Hitze Wasser ins Nest, was noch komplexer ist. Und doch können sie nicht mal aus Erfahrung lernen. Im Gegensatz zu vielen Säugetieren.
    Sie können sich orientieren, nahrungsquellen abspeichern. Aber sich nicht merken welcher Mensch Angst hat und fuchtelt und wer nicht, zB.

    Gedanken sind natürlich schwierig festzuhalten und ich bin kein studierter Biologe. Vielleicht findest du ja mehr zu dem Thema.

    Aber es war schon eine Riesensensation, als das Spiegelexperiment mit Schimpansen und Delfinen glückte. Bei Krähen ging es auch das Radio rauf und runter und da ist man sich noch nicht mal ganz sicher.
    Selbst menschliche Kleinkinder können es erst ab einem bestimmten Alter.

    @Munchkin1
    Wenn es eine einheitliche Rudel-Dominanz-Theorie gibt, die sich außerhalb des Forums jeder genau gleich sieht, dann ist sie mir noch nie begegnet.

    Im Nacken packen, auf den Rücken drehen, vor dem Fressen warten lassen und es eventuell wegnehmen scheinen einfach Volksmärchen zu sein, genauso wie: jeder Rüde muss kastriert werden, Schwanzwedeln bedeute immer liebevolle Freude, Hühnchenknochen darf man nicht füttern, rohes Fleisch füttern macht den Hund wild... Für den ganzen Kram hat‘s auch keinen Guru gebraucht. Manche Gerüchte verteilen sich ganz von allein.

    Passt schon, @Mehrhund ! Alles gut.Ist obiges Zitat ein Scherz oder soll ich das erklären?

    Für einen blinden Mensch/Hund ist ein Spiegel genauso interessant, wie eine exbeliebige Glasfläche, weil sie kein Sinnesorgan haben, mit dem sie das SpiegelBILD wahrnehmen können.
    Es passiert also gar nichts.

    Man braucht auch keinen Spiegel für das Wissen um die eigene Existenz.
    Auch blinde Menschen denken über sich nach, machen Pläne, etc.

    Ein Spiegel ist nur praktisch um das zu testen. Nur wenn du dir im Klaren bist, dass du selbst vor dem Spiegel stehst, kannst du auf die Idee kommen, dass vor dir nicht ein Fremder steht.