Beiträge von Gandorf

    Ich bin grad baff erstaunt, denn weder aus Verein noch von Turnieren kenne ich aggressive Border.

    Nichtmal hier im Forum, wo ja auch negatives freimütig über BCs berichtet wird, hätte ich das häufig gelesen.

    Gut, damit schließt sich der Kreis: Showborder mit denen nicht gearbeitet wird, treff ich fast nie.

    Nur solche, die halt auch Prüfungen laufen und aktiv in Staffel oder Vereinstraining sind. Daher mein Ausdruck Freizeit-BCs.

    @Brizo

    Ich kann fast nicht glauben, dass jemand ernsthaft die Posts so gelesen hat als: „Showborder darf man nicht sagen.“

    Und genauso wenig kann ich glauben, dass jemand nicht erkennen kann, Aussagen wie: „stumpf“, „wesensschwach“, „untypisch“, „Fellmonster“ etc.

    seien nicht diffamierend.

    !!! Und es gibt hier durchaus Posts, die die Unterschiede in Trieb, Veranlagung und Körperbau thematisieren OHNE abwertend zu klingen. :). !!!

    Wenn mit „Stumpf“ und „wesensschwach“ alle Hunde der Showlinie abgewertet werden, und sie auf die Hunde, die ich kenne nicht zutreffen, dann schluckt man das nicht demütig.

    Das tust du mit Kritik an deinen Agilty-BCs ja auch nicht.

    Und es kommt jetzt auch bitte niemand, der sagt „stumpf“ wär doch totaaaaal positiv. Weil ein stumpfer Hund weniger durch einen Halter gestresst wird, der einen Ferrari will, aber nicht „braucht“.

    Das ist dann die zweite Strophe des Liedes: Die dazugehörigen Menschen haben den Hund nur wegen seines Aussehens angeschafft und zwar aus Selbstüberschätzung und falschem Ehrgeiz.

    Kann ja nicht sein, dass etliche mit ihren schlauen und fröhlichen Hunden kompetent umgehen. So pauschal abgeurteilt zu werden, find ich überhaupt nicht konstruktiv.

    Ich möchte da auch die Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen, und bin der Meinung: mit solchen Pauschalisierungen sind oberflächlich und dienen höchstens zum Aufpolieren des eigenen Egos.

    ———

    Ich kenne jetzt keine Rasse, in der man gegenseitige Abwertung thematisieren muss.

    Ich würd ja den Namen „BC“ sofort hergeben, wenn er von manchen nicht gegönnt wird und das Gestichel dann endlich aufhören würde.

    Bei den Labbis gelingt es doch auch, die SL nicht auf fett und faul zu reduzieren. Auch wenn es AL gibt, die in Wesen und Körper sehr anders ausfallen.

    Und die teilen sich auch ganz problemlos einen Rassenamen.

    Oh Gott... das klingt für mich absolut BC-untypisch. Ich glaub dir, dass sie dir als solche verkauft wurden, aber da kann ich jeden verstehen, der sagt, es ist nicht mehr die Rasse!

    Was Mulders Schwester und seine Verwandtschaft betrifft: nein, die machen keinen Unterschied zwischen zuhause und auswärts.

    Man besucht sich und im Notfall nimmt man gegenseitig Hunde zur Betreuung.

    Aber — klar sind es immernoch Hunde, keine Stofftiere! Sie sind erzogen, es wird auf Ressourcen geachtet etc.

    Ich meine damit NICHT, dass man alle zusammen schleißt und jung wie alt kommentarlos machen lässt.

    Mulders Schwesterchen ist auch sehr verträglich.

    Sie hat nur eine Erzfeindin, alle anderen Hunde mag sie.

    Mulder plustert sich auf und schnappt ab, wenn ihn ein großer Hund zu wild anspielt.

    Kleinere Hunde haben bei ihm Narrenfreiheit.

    Er läuft auch ohne Leine nicht zu unfreundlichen Hunden und ist erleichtert, wenn wir dran vorbei sind.

    Sein Bruder hat als Zweijähriger noch gern gepöbelt.

    Finde ich jetzt nicht spektakulär verträglich, für intakte Rüden, aber einfach in den Griff zu kriegen.

    Ich kenne noch einen extrem pazifistischen Cousin von ihm und einen strengen, aber disziplinierten Onkel.

    Edit: Auf einem Nachzuchttreffen der Züchterin mit ca. 50 Hunden konnte zwar jeder seinen Wohlfühlabstand einhalten, aber keiner hat gestänkert.

    Ich denke, es wird Zeit, sich damit abzufinden, dass es immer sensible, athletische, hochintelligente, bunte Hunde mit Border Collie Vorfahren in Rettungsdienst und Hundesport geben wird, solange es Menschen gibt, die sich den Luxus leisten können, das zu ihrer Freude zu betreiben.

    Der Drops ist gelutscht.

    Wollen wir jetzt auch die nächsten 10 Jahre händisch zu jedem „BC“ schreiben: „Ein BC kann nur Schafe und will auch nur Schafe, sonst darf man ihn nicht BC nennen und schon gar nicht so züchten.“

    Oder könnte man da vielleicht so einen grünen Link machen, um Platz und Zeit zu sparen?

    Und wie darf man nicht hütende BCs denn nun bitte nennen?

    Ich fänd‘s auch nur fair, wenn anerkannt würde, dass sehr viele von ihnen Leistungen erbringen, die weit über hübsch sein hinaus gehen.

    Und klar sind auf Ausstellungen auch oberflächliche Richter unterwegs. Trotzdem finde ich braucht es eine Veranstaltung in der Körperbau und bei der Körung das Wesen von jemandem beurteilt wird, der nicht der Züchter des Hundes ist.

    Das dann als Miss Border Collie 2021 Wahl hinzustellen und alle Nicht-Hüter als wesensschwache Couchpotatoes, ist etwas oberflächlich.

    War es nicht so, dass in der Studie, die zwei Gruppen BCs unterscheidet, herausgefunden wurde, dass unter Hütern Stereotypien genauso häufig auftreten?

    Um dieses unerfreuliche Geziehe nicht stäääääändig zu wiederholen:

    Wollt ihr eure Hütelinien nicht einfach „working sheepdogs“ nennen?

    (Weder Aussehen noch Abstammung muss ja BC typisch sein, nur das Arbeitsverhalten.)

    Oder ihr wollt bei BC bleiben

    —- wie dürften wir dann unsre Hunde nennen?

    Ohne ständig belehrt zu werden, dass die gar nicht intelligent, leistungsbereit und gesund sein KÖNNEN, so ohne Schafschubserei.

    Nur eine durchdachte, regelmäßige Auslastung für Geist und Körper finde ich für einen BC schon zwingend.

    Manche fügen sich tatsächlich in ihr Schicksal als reiner Mitlaufhund, aber es tut mir in der Seele weh, zu sehen, wie sie beim kleinsten bisschen Herausforderung hoffnungsvoll aufblühen, und dann doch nie wieder etwas davon sehen.

    Da gibt es bei den anderen Briten — Collie, Sheltie etc sicher Linien, die auch sensibel mit wenig Wachtrieb sind, aber auch ohne Job glücklich.

    Je nachdem was du mit deinem BC machen willst, kannst du sie ja auch mal bei ihrem Job (und davor und danach) erleben.

    Was ist denn ein "Freizeit Border Collie"? :denker:

    Was hättest du denn geraten?

    Ich wollte jetzt nicht einen Roman schreiben :)

    Also keine Hüteleistungszucht, aber es gibt ja inzwischen auch Linien speziell für ehrgeizige Sportler in Agility und Obedience. Die meine ich NICHT.

    Aber Showlinie trifft es auch nicht, denn damit verbinde ich schwarz-weiße, sehr plüschige Hunde mit Puppengesichtern, mit denen oft nichts gearbeitet wird. Die meine ich auch NICHT.

    Es gibt bei uns einige VDH Züchter, die BCs züchten die relativ „hübsch“ sind (typisch Border Collie aussehen, aber nicht überzogen; manche von ihnen auch bunt), moderat Fell, die wie ihre Eltern aber „Jobs“ haben und systematisch und regelmäßig trainiert werden (Rettungshunde, Hundesport).

    Also Sportabzeichen oder geprüfte Rettungshunde sind, aber nicht Sporthunde im Sinne von Meisterschaftsambitionen.

    In meiner Trainingsgruppe trainieren Aussies und Cattles mit Freizeit BCs.

    Wie du gesagt hast: Die Aussies sind nicht weniger aufwendig.

    Was es für die Freizeit BCs braucht, ist ein waches Auge um Warnzeichen zu erkennen und den Willen sich auch jedes Mal darum zu kümmern.

    In meiner Trainingsgruppe werden die Aussies und Cattles sehr umsichtig geführt. Diesen Leuten würde ich allen sofort einen Border zutrauen.

    Von drei Leuten weiß ich, sie wären damit unglücklich. Sie passen lieber auf, dass ihre Hunde nicht eigenständig handeln und nicht wachen, dafür sind sie sich immer sicher, ihre Vierbeiner fühlen sich wohl.

    Ich schau meinen Hund genau an, wann ihm etwas zu viel wird und achte darauf, dass er sich entspannen kann. Dafür bin ich entspannt, was die Sicherheit von ahnungslosen Hundestreichlern und den Provianttaschen angeht.

    Das ist Geschmacksache.

    Ich überleg mir lieber, ob etwas stresst. Dafür muss ich keine knackigen Ansagen machen.

    Eine Frage zu den Turniertraditionen:

    Vom Springreiten kenne ich, dass laute Musik eingespielt wird, sobald es ein Team ins Stechen schafft. Um das zu feiern.

    Bei den Agility German Classics spielen sie laute Musik beim Dis. Was ist der Gedanke dahinter?

    Als Trost — a la „Take it easy, shit happens“? Oder damit es auch der letzte im Publikum merkt? Oder damit das Paar flott den Parcours räumt?