Weiße Schweizer Schäferhunde sind leider recht nervenschwach. Das äußert sich so, dass es sehr schwierig ist, es aus ihnen herauszubekommen dass sie alltägliche Dinge verdächtig finden und schäferhundmäßig lautstark Theater machen.
Beispiel:
Welpengruppe meines Vereins macht einen Ausflug zum Flughafen, trifft sich auf dem Park and Ride Parkplatz.
Ich komme mit als zusätzliche Unterstützung. Alle sind schon da, als ich dazustoße: ein paar der jungen Hunde wedeln und schnüffeln, ein paar bemerken mich nicht oder interessieren sich nicht, dass da ein Mensch kommt.
Der Weiße steht bellend in der Leine.
Der Gang durchs Terminal ist meistens für die Hunde viel unspektakulärer, als von Herrchen und Frauchen erwartet. Interessant wird’s höchstens an den Drehtüren.
Der Weiße war der einzige, der das alles gefährlich fand.
Später hab ich ihn als jungen Erwachsenen Hund im offenen Training wiedergetroffen.
Seine Familie hatte vorher schon große Hunde, aber das Herrchen konnte nie wirklich mit ihm trainieren, weil er immer noch plötzlich laut bellend in die Leine sprang.
Herrchen hat jetzt aufgegeben, kommt nicht mehr und managt halt zuhause entsprechend.
Wahrscheinlich hätte jemand mit Gebrauchshunderfahrung das in den Griff gekriegt. Aber selten hab ich gesehen, dass jemand so viel Mühe hatte und trotz ständigem Einzeltraining so wenig Fortschritte gemacht hat.
Der Flat in derselben Welpengruppe war von Anfang an ein temperamentvoller, liebenswerter, charmanter kleiner Vorzeigeschüler.
Bei Labbis braucht man bis 1-2 Jahren viel Standfestigkeit, weil sie da erst hüpfen und dann denken. Das wächst sich aber aus und ihre Begeisterungsfähigkeit ist wirklich toll.
Thema Bellen: eigentlich alle Hunde bellen, wenn sie hinter einer Tür etwas hören. Aber bis auf den Schäfi ist es durchaus machbar, dass sie sich an häufige Geräusche gewöhnen und dann auch in deiner Abwesenheit nicht besonders laut sind.
Thema Treppen: Wir haben unsern Hund ein Jahr lang auf Treppen meistens getragen. Danach, sagt man, ist das Skelett weitgehend ausgereift.
Das ist ab 5kg schon beschwerlich, weil es ja nicht mal nur kurz hochheben ist.
Gehoben wird er (20kg) immer noch auf Rolltreppen (Pfoten/Krallen klemmen sich leicht ein) und immer aus dem Auto.
Schau dir mittelgroße Rassen zumindest mal an. Das fühlt sich auch nicht an wie Maus an der Schnur, und das Mitnehmen ist so viel einfacher und unbeschwerter.
Nicht zu unterschätzen ist die Außenwirkung. Egal was der Hund tut oder nicht, unter 20kg haben die Hunde einfach nen Harmlosigkeitsbonus.
Gerecht oder nicht, Verdientermaßen oder nicht, es kann darüber entscheiden, ob euch jemand mit Hund reinlässt oder ob auf einen Hundestreit eine Anzeige beim Ordnungsamt oder nur ein Schulterzucken folgt.