Beiträge von Gandorf

    Mehrhund

    Ein Elternteil von mir ist dement, und ich hatte nicht geahnt, wie schrecklich diese Krankheit ist.

    Es ist nicht das sorglose Alles-Vergessen und entspanntes Verwirrtsein.

    Es ist Angst in der eigenen Hilflosigkeit, das Ausgeliefert-sein, das Überblick verlieren, das nicht Erinnern an eine schöne Zeit die einem Kraft und Trost hätte geben sollen, die Einsamkeit wenn man plötzlich unter „Fremden“, die Frage wo die Lieben hin sind — und die Angst Verlassen zu werden, wenn der Mensch auch nur aus dem Zimmer geht.

    Dazu dann noch Stimmungsschwankungen traurig oder zornig.

    Es zerreißt mich, dass mein geliebter Mensch ertragen muss, aber meinem Hund würde ich das ersparen.

    Er wird nie meinen, ich hätte ihn allein unter Fremden gelassen, nur weil er uns alle nicht mehr erkennt.

    Und wenn es im Frühstadium eine Verwirrtheit ist, weil er zu wenig getrunken hat?

    Klingt erst einfach, aber wie lang will ich meinem Hund Wasser und Futter aufzwingen, obwohl er selber keinen Hunger und Durst mehr spürt?

    Na, echt nicht.

    Der Unterschied zwischen einem Welpen/heilbaren kranken Hund und einem unheilbar kranken Hund ist die Perspektive:

    Wird es irgendwann besser sein? Kann man sich durchkämpfen? Oder wird es nur noch schlimmer.

    Die letzten Tage gab‘s kein Obe, dafür den ersten Zahn beim Kind.

    Dann war er Donnerstag Rally-O mit meinem Mann, plus Gruppenübung plus Distanzkontrolle mit Parcours zwischen ihnen.

    Freitag BH Training mit meinem Mann. Der hat sie noch nicht, der Hund läuft sie halt nochmal. Plus Blitz plus Abrufen mit Positionen.

    Heute:

    Schicken für die Box, separat schicken in die Box. — Box zur Abwechslung in der Mitte des Platzes und auf der Spitze. Also alle Laufwege des Hundes als Diagonalen

    Hölzchen hochheben seperat.

    Und davor ganz normale Geruchsidentifikation, nur dass die Box direkt neben den Hölzern war.

    Mmh... mir fehlt da einfach die Fantasie, das Besondere zu sehen...

    Nehmen wir mein Beinspiel:

    Wenn ich aus dem R-Apport in die Box weiterschicke, dann hab ich auch nur in die Box geschickt.

    Mit dem Unterschied, dass vielleicht Winkel und Distanz nicht passen, Dinge, die ich im Muskelgedächtnis eingespeichert lassen möchte, falls die Box mal schlecht zu sehen ist.

    Wenn er dann am Boxband Distanzkontrolle macht, dann ist das auch eine Dist-K mit Target. Und ich darf mir den Kopf zermartern ob ich korrigiere, dass er im Körper nach dem Schicken vielleicht schräg steht — oder ob der Hund damit leben muss, dass schräg mal ok ist und mal nicht.

    Bei allen Sachen mit Holz im Maul — wenn ich korrigiere, woher weiß er ob‘s am Tragen oder an der Position liegt? Oder ist dann auch alles erlaubt, was später wieder „ordentlich“ sein muss?

    Na...

    Jo, mein Hund macht auch Nicht-Obi Sachen vermischt mit Obe-Elementen.

    Die Fußarbeit ist manchmal rechts. Nach der Distanzkontrolle gibt’s nen Rückwärtsslalom durch die Beine zum auflockern.

    Und wenn ich keinen Bock auf Obe hab — dann mach ich an dem Tag einfach kein Obe. Irgendwann kommt die Lust schon wieder.

    Wobei — kam in 4 Jahren erst 2 mal vor, oder so.

    Aber wenn ich Richtung Apportel geschickt hab, dann ist entweder nach dem Schicken Schluss+Belohnung — oder es geht auch zu einem der Hölzer.

    Und nicht seitlich zur Pylone.

    Und wenn er in der Box ist, dann ist entweder Schluss+Belohnung, oder es geht weiter wie vorgesehen. Kein Zucken Richtung Sitz.

    Die Geruchshölzer liegen immer auf direkter Linie in der selben Entfernung. Es gibt keinen Grund schräg oder einen Bogen zu laufen oder quer über den Platz zu schnüffeln.

    Ich überleg mir bei allen Trainingsvarianten, wie sie sich auf Erwartungshaltung, Motivation und Verständnis der Übung auswirken.

    Aber Mulder merkt sich Sachen auch enorm schnell. Er würde die zusammengewürfelten Sachen immer wieder anbieten, falls sie ihm besser gefallen.

    Und dann hab ich was auftrainiert, was ich doof wieder abtrainieren muss, statt etwas zu machen, was uns weiterbringt und auch Spaß macht.

    Ah, ihr hattet nur beide das Ablenkungstraining da untergemischt.

    Zerstückeln muss sein, keine Frage.

    lillameja

    Wenn dir das Spaß macht — klar! Letztlich geht es ja um Spaß!

    Mir machen die Übungs-Teilchen oder die Original Übungen genug Spaß. Bzw vor allem zu sehen wie mein Hund glücklich ist und strahlt.

    Fände ich das langweilig, würde es für mich nicht reichen, alles durcheinander zu würfeln.

    Zuhören:

    Ganz einfache Lösung: ich sorg dafür, dass es sich lohnt, auf mein Kommando zu warten, weil ich auch mal zwischendrin belohne.

    Da brauch ich nicht die Ungewissheit, wie‘s weitergeht, sondern genau die Gewissheit, dass sich aufmerksam abwarten lohnt.

    Ich bin da enger am Prinzip: „Train as you compete!“

    Würde mein Hund nicht gern zuhören, dann hilft‘s mir auch nichts, wenn er etwas anbietet, das nicht zur Übung gehört.

    Mir hat es schon dreimal den Arsch gerettet, dass Mulder seinen Teil kennt und selbstbewusst ausführt:

    Einmal fiel gemeinsam mit meinem Kommando ein Schuss, die anderen Male hab ich aus Nervosität nen Blödsinn gerufen. Er hat trotzdem das Richtige gemacht.

    Irgendwie wär‘s schon lustig, ihn aus dem R-App in die Box zu schicken, dann mit Holz im Maul ne Distanzkontrolle zu machen, dann mit Positionen heranzurufen um ihn Richtung Ü8 durchlaufen zu lassen und er endet nach Pylo und Sprung bei mir.

    Vielleicht tät ich das machen, wenn ich keine Turniere starten würde. Oder... ne. Dann würd er wahrscheinlich mehr Tricks lernen oder nebenbei hoopern/longieren/mantrailen.

    Ich versteh nicht ganz, warum man die Übungen zerstückeln und neu zusammensetzen muss,

    oder warum man sie ankündigen muss, um Ablenkungstraining zu machen.

    Mit andern Hunden gleichzeitig oder mit „Gerümpel“ auf dem Platz trainieren, geht doch auch so?

    Was machst du, wenn der Hund in der Prüfung die Box aber nicht sieht, weil:

    - zu weit weg

    - Hanglage

    - Gras zu hoch

    - ungünstiges Lichtschattenspiel

    etc.

    Du darfst weder hingehen, noch hinzeigen (wäre 0 Punkte).

    Und dann ist er hängen gelassen mit nem Kommando, das er nicht ausführen kann.

    Nein, gar nicht. Bei mir soll der Hund im besten Fall nicht wissen, wie es weitergeht. Weiß er natürlich trotzdem, aber da ich möchte, das er trotzdem zuhört, verändere ich die Übungen gerne. Schicke also voraus für den Richtungsapport und von dort dann aber weiter in die Box. Oder hänge eine Distanzkontrolle dran. Oder...

    Machst du dann auch keine "Einstimmungen" in der Prüfung, die eine bestimmte Übung ankündigen?