Beiträge von Gandorf

    Mit der Erkenntnis, dass man mit etwas Relativismus und Whataboutismus jedes bisschen Gewissen in den Wind schießen kann.

    Ich für mich unterscheide da klar zwischen Leuten, die tatsächlich (mit)leiden und Stress haben durch die Vielzahl an Problemen, die sie sehen,

    und Leuten die das kalkuliert als rhetorischen Trick einsetzen, weil sie nicht den A… in der Hose haben zu sagen: „Das Problem ist mir egal — zumindest bis meine Wünsche befriedigt sind.“

    Irgendwie hatten wir das hier schon mal.

    Die Diskussion über User. Und mit so ziemlich den selben Individuen.

    Ihrem Wunsch entsprechend, denke ich, ging’s jetzt genug darum — wo‘s eigentlich um die Hunde und deren Probleme gehen sollte.

    Was ich ohne diesen Thread nie erfahren hätte, ist das Junghunde der Brachys besser atmen und manche erst im Erwachsenenalter Probleme kriegen.

    Und das zweite, was hier vor vielen Seiten gut erklärt wurde, ist, dass es mit dem Rückzüchten nicht so einfach ist, wie es einem verkauft wird.

    „Nase länger, alles gut!“ weil auch eine minimal längere Nase innen mit Falten zugewuchert sein kann.

    Weil bei der Einzüchtung von lebhafteren Rassen, schlecht atmende Tiere entstehen mit hohem Bewegungsdrang und sich noch zusätzlich in Gefahr bringen.

    Und das dabei groteskerweise Tiere entstehen können, deren Atemnot man an der ausgesprochenen schönen Nasenlänge gar nicht mehr vermuten würde.

    Ich finde das Forum hat ja recht viele Feel-Good-Zonen.

    Die Pfotothreads - heilige „Wohnzimmer“ in denen der TE immer Recht hat —,

    Rasse-Fan-Threads, Wichtelthreads, Umfragethreads…

    Genug Platz für Herzchen, Schwärmereien, Tagträume (Was ist die schönste HundeOptik? Welchen Forumshund würdet ihr klauen?).

    Hier ist der einzige Ort, an dem ein wirklich schlimmes Problem mit der angemessenen Ernsthaftigkeit angesprochen werden durfte.

    Durfte.

    Wenn mich jemand anpampt, weil ich tatsächlich dachte, die spontane Liebesbezeugung zur Qualzuchtrasse hätte irgendwas mit der laufenden Diskussion zu tun — ok.

    Aber ich hätte nicht gedacht, dass der Thread hier inhaltlich quasi endet, weil es den Besitzern von Qualzuchthunden nicht zuzumuten ist, dass über dieses Tierleid und verzweifelte Auswege daraus gesprochen wird.

    Eigentlich hätte ich es kommen sehen müssen. Die Fan-Base der Nasenlosen boomt. Ein Wirtschaftsfaktor, ob direkt und indirekt, in allen Medien.

    War nur eine Frage der Zeit, bis die Wellen hier ankommen.

    Nachdem es so gnadenlos unrealistisch ist, aus defekten Nasen wieder tolle Nasen zu züchten,

    warum versucht man nicht lieber coole, mutige, charakterstarke Beagel / Pudel / Havaneser zu züchten?

    Die Hunde auf dem Weg dahin wären wenigstens qualfrei.

    Es sind dann mit Mops, Frenchie, Pekinese und Co. nicht einfach zufällig ein paar Rassen aus dem Ruder gelaufen.

    Eine kurze Schnauze sieht für Menschen halt immer schmollend oder trotzig aus.

    Ein Tier mit breiter Brust immer stolz und ein watschelnder Gang immer würdevoll.

    Große hervorstehende Augen blicken seelenvoll, ein großer runder Kopf sorgt für über-süße Welpen und ist später imposant.

    Folglich muss das ein besonderes Ego und ein besonderer Charakter sein.

    Sollte das Leid bei Frenchie und Mops jemals enden, dann tauchen kurz drauf halt noch bärenhaftere Boston Terrier und Cocker Spaniels mit noch knuffigeren kurzen Schnauzen und noch größeren Augen auf.

    Vorher hätte ich gedacht, das sei Kindergarten:

    Aber nicht nur muss man Qualzuchten leider verbieten.

    Man muss wohl wortwörtlich ins Gesetz schreiben: Ein Hund hat ein Recht auf eine Nase, auf Beine mit denen er sich fortbewegen kann, auf Ohren über die er nicht stolpert, auf Augen die ihm nicht aus dem Schädel fallen…

    Das muss ein Internetphänomen sein:

    Ursprungsfrage:

    Warum holen sich Leute nach zwei todkranken Frenchie wieder einen?

    These 1: Es gäb doch andere Begleithundrassen, die sich auch eignen.

    These 2: Nein —- keine Rasse ist wie ein Frenchie!

    Meine Frage:

    Also führt kein Weg am Frenchie vorbei?

    These 1:

    Vielleicht sind sie nicht so speziell?

    (Kleine Erinnerungen:

    Es ging darum, ob es nach zwei leidenden Tieren wieder dieselbe Rasse sein MUSS.)

    Doch, die sind ganz, ganz toll!

    Man darf doch wohl geil finden, was man will!

    Die armen Leute mit den immer wieder kranken Hunden.

    Wie kann man nur sagen, die haben den Hund nur zum Spaß!

    Also Ursprungsfrage beantwortet:

    Den Hunden geht’s zwar mies, irgendwie ist es aber auch total verständlich, wenn einen als Begleithund nichts anderes zufrieden macht.

    Es gibt ja online Dutzende Möglichkeiten, sich in einer Blase nur mit Leuten zu umgeben, die einem nur Herzchen schenken, egal was man tut.

    An Empathie mangelt es da absolut nicht.

    Hat *das* irgendetwas weitergebracht? Haben sich da die User gegenseitig darin bestärkt, den Weg und die Liebe zu atmenden Hunden zu finden?

    Eher nicht. Der Boom geht weiter.

    InaDobiFan

    Rassehundezucht sorgt dafür dass Zuchthündinnen geschützt werden, dass Züchter genug Fachwissen haben, dass Zuchtstätten geeignet sind, dass Erbkrankheiten vermieden werden etc.

    Aber das weißt du doch selbst.

    Genauso wie es einen Unterschied zwischen Qualzuchtrassen und den restlichen Rassehunden gibt.

    @-Ann-

    Ich finde im Vergleich zu den Leiden des Tieres tagtäglich nicht richtig Luft zu kriegen, nicht richtig Schlafen zu können und diverse andere Probleme zu haben,

    ist es einem erwachsenen Menschen durchaus zuzutrauen, sich der „harten“ Wahrheit zu stellen, dass er seinen Hund nur zum Vergnügen hält.

    Was rechtfertigt es in euren Augen, ein Tier so leiden zu lassen?

    Wenn man da nur halb so viel Mitgefühl mit dem körperlichen Leid des Hundes, der sich das nicht ausgesucht hat hätte, wie mit dem eventuell Angeknacksten Ego des Menschen, der sich mit seinem Geldbeutel den nächsten Hund dieser Sorte kauft.

    Emphathie:

    Ja, man möchte trösten und ablenken, wie bei einem Menschen mit Behinderung.

    Doch diese Hunde sind nicht so, weil ein Zufall, Krankheit oder eine Verletzung böse zugeschlagen hat.

    Die sind so, weil ein Mensch mit Absicht einem anderen Menschen dafür Geld gegeben hat, damit der sie GENAUSO züchtet.

    Das ist nicht Schicksal. Das ist Absicht.

    Aoleon

    Siehst, das ist der Unterschied:

    1. Tät ich tatsächlich ne andere Rasse wählen, wenn theoretisch alle BC krank wären.

    2. Gibt’s nen handfesten Grund, warum ein LH-Collie hier überfordert wäre.

    Aber wenn ich nur nen kleinen Mitläufer ohne Ambitionen brauche, dann ist es ziemlich egal, ob der an der Flexi bellt, weil er ein ernster Wächter ist oder weil’s ihm Spaß macht.

    Welcher Frenchie hat schon ne Aufgabe jenseits von drollig sein?

    Ok… also es besteht ein derart großer Bedarf an „ernsthaften Wachhunden“, die nicht nur Lärm machen, sondern auch beißen?

    Das aber in Mini?

    Und die Leute wünschen sich einen Hund, den man nicht überall mit hinnehmen kann und beim raufen fester zubeißt, als andere?

    Davon ab, dass es in Deutschland eher das Problem verschlimmert, wenn ein Wachhund ernst gemacht hat— in klein ist so ein gefährlicher Wächter eher eine Karikatur.

    „Wenn sie gesund wären“ — es geht hier aber um die Realität, in der sie KRANK sind und *trotzdem* für manche alternativlos zu sein scheinen.

    Wenn sie gesund wären, würd‘s mich nicht interessieren. Geschmacksache.

    Aber wozu braucht man dringend nen kranken Hund?