Beiträge von Gandorf

    physioclaudi

    Ich lese deine Beiträge immer mit viel Mitgefühl, weil ich es zu schätzen weiß, wenn jemand von Herzen gern alles richtig machen möchte.

    Forum (also der gefühlte Mainstream im Forum) sagt:

    Kauf nen Sheltie. Das ist ein Alles-kann-nix-muss Hund und netter Begleiter ohne viel Aufwand.

    Du kaufst nen Sheltie.

    Forum sagt: Kauf nen Collie.

    Das ist ein Alles-kann-nix-muss Hund und netter Begleiter ohne viel Aufwand.

    Du kaufst nen Collie.

    Forum sagt: Kauf keine Showlinie, die haben nen Knacks. Kauf ne „Arbeitslinie“.

    Die arbeiten nur dann, wenn du’s willst.

    Du kaufst ne „Arbeitslinie“.

    Die nächste Forenempfehlung wird Pudel, Schnautzer oder wieder der „richtige“ Collie Züchter sein.

    Und die Realität wird WIEDER nicht so rosarot, wie in Socialmedia beschrieben.

    Manche Leute berichten nur selektiv. Andere empfinden es nicht als so tragisch was für dich inakzeptabel wäre (Lautstärke, Trainingsaufwand, Stress für den Hund, Nachdrücklichkeit der Strafe).

    Hab ich Folgendes richtig verstanden:

    Du möchtest/kannst nicht viel trainieren.

    Also Belohnung möchtest du eine kleine Portion Leckerlis einsetzen, die zu einzeln zum richtigen Zeitpunkt gibst.

    Als Strafe steht dir zur Verfügung, den Hund verbal (sehr laut) anzusprechen.

    Lucifer ist reizoffen, voller Energie und nicht sonderlich ängstlich.

    Und findet eine sich bewegende Beute sehr viel besser, als jedes Futter der Welt.

    Wahrscheinlich findet er sogar nur das hinterherglotzen einer sich bewegenden Beute noch toller als Futter.

    Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Was „lohnenswert“ ist für den Hund, kann man sich nicht aussuchen.

    Ich halte es für unmöglich, dass du es mit den Gegebenheiten schaffst, aufzutrainieren, dass er sich von einem Bewegungsreiz selbstständig abwendet um sich einen Keks bei dir abzuholen.

    Ich meine es nicht bös und ich hab auch keine Schadenfreude, aber ganz ehrlich:

    Ich halte es für unmöglich, dass zweimal wöchentlich Fährtentraining deinen Luci so dauerhaft ermüden, dass Bewegungsreize bei ihm nicht mehr kicken.

    Auch ist es rassetypisch, ab welcher Erregungslage Hunde laut werden.

    Mit viel Arbeit hast du dann nen Hund, der auch bei starker Ablenkung tolle Fußarbeit macht, aber dabei pfeift wie ein Tee Kesselchen oder bei jedem Angehen ein Entlastungs-Wuff rausdonnert. Gibt’s halt.

    Erspar dir den Frust rosaroten Social Media Luftschlössern nach zu geiern, so wie Luci den Rollern, die er eh nie haben kann.

    Du kriegst keinen Hund mit wenig Arbeit, der gleichzeitig ein unauffälliger Immer-Dabei ist UND ein eifriger Sportler.

    Es hat einen Grund, warum viele Hunde „nur“ Sitz und Pfote können:

    Entweder ist es viel Arbeit einen Hund zu motivieren, damit er etwas leistet,

    oder es ist viel Arbeit einen reizoffenen Hund in jeder Situation unauffällig zu führen.

    Freu dich, dass du einen tierfreundlichen Weg hast, zu managen und dass Luci dich nicht durch in die Leine springen verletzt.

    Und niemand kommt zu schaden.

    Das ist doch was und dafür muss man sich nicht schämen.

    Er macht dich glücklich. Er bleibt.

    Aber in Anbetracht dessen WAS er ist,

    und in Anbetracht dessen was dir zur Verfügung steht,

    ist einfach nicht mehr drin.

    Ich glaub auch nicht, dass er kaputt/krank ist.

    Jemand wittert Profit, schmeißt mal eben alles zusammen das auf … Schäferhund endet, benennt das nach ner Göttin, verspricht eine eierlegende Wollmilchsau für jeden, der ne astronomische Summe Geld auf den Tisch legt.

    Ja klar. Könnte ein total seriöser Züchter von total harmlosen, wesensfesten Gebrauchshunden sein! :rolling_on_the_floor_laughing:

    Gott sei Dank machen das nur Amis.

    Die Presse würd sich auch sicher die Mühe machen, den korrekten Fantasienamen zu recherchieren und nie nur Schäferhund oder Schäferhund Mix schreiben.

    Also wissen wir ja, dass so etwas keine gefährlichen Hunde hervorbringt.

    Hier hat auch niemand 150 000€ für‘n Auto oder ein Pferd übrig.

    Es käme auch nie jemand in Deutschland auf die Idee für Königshunde, Hero Dogs oder WTF-Köter oder wie er die dann nennt — das Geschäftsmodell am deutschen Markt zu testen.

    Puh… da bin ich erleichtert.

    Jedes Tier muss „arbeiten“ um an Futter zu kommen.

    Und sei es nur sich in Bewegung zu setzen und sich an Orte zu begeben an denen es Futter vermutet.

    Oder zu warten, zu buddeln, zu hetzen— Verhaltensweisen auszuführen, von denen er sich Futter erwartet. (Appetenzverhalten)

    Je nachdem, was der Mensch mit seinem Essen/Müll/Hundefutter macht, konditioniert er folgendes Appetenzverhalten:

    Mülleimer ausräumen,

    in der Küche rumtapsen, winseln, vor dem Napf stehen,

    eine bestimmte Personen verfolgen…

    Kann sich ja jeder aussuchen, welches Appetenzverhalten es für ihn sein darf.

    Im Gegensatz zu Menschen, können Hunde nicht in die Zukunft planen. Deswegen ist es leider Quatsch anzunehmen, sie würden sich um so komplexe Dinge wie Abhängigkeiten groß Gedanken machen.

    Ein Hund der gestern Abend das Letzte mal gefressen hat, hat immer gleich viel Hunger.

    Egal welcher Grund

    (Mensch beschließt einen Fastentag pro Woche,

    Hund hat Durchfall,

    Hund bekommt gleich beim Gassigang etwas,

    Mensch hat‘s vergessen,

    das einzige vertragene Futter wird erst am Nachmittag geliefert,

    Hund bekommt er bei Tante Hilde, damit er auf der Autofahrt zu ihr nicht kotzt…)

    und egal welches Appentenzverhalten ihm am erfolgreichsten erscheint:

    Katzenfutter klauen,

    den Menschen bei Spaziergang verfolgen,

    den Menschen bei Spaziergang verlassen, Kacke snacken und dann Hasen jagen,

    im Körbchen bis auf unbestimmte Zeit rumliegen, denn er kann nichts tun, was ihm hilft (erlernte Hilflosigkeit),

    drei Dutzend mal seufzen, den leeren Napf ausschlecken, wieder hinlegen —-

    “manchmal funktioniert das und der Mensch füttert mich endlich, manchmal nicht. Man kann es nur drei Dutzend mal probieren.”

    Der Kleinkind Vergleich haut überhaupt nicht hin.

    Auch wenn sich manche Menschen gern als die “Mami” des Hundes bezeichnen.

    Nein. Sie sind es nicht.

    Und es wird auch nie eine menschliche Eltern-Kind-Beziehung sein.

    Sorry.

    Auch die echte Hundemutti, übrigens, hätte in dem Alter zu ihrem Sprössling gesagt:

    “Du hast Hunger? Dann kümmer dich selbst drum.”

    Viel Erfolg dabei, eine Hündin ein schlechtes Gewissen machen zu wollen,

    sie soll ihren Nachwuchs weiter säugen,

    weil der das lieber so möchte.

    Ich würde Shelties pauschal nicht als Qualzucht bezeichnen, körperlich sind die doch ziemlich fit.

    Allerdings sehe ich viele, die wirklich viel Fell haben, für mich persönlich zuviel.

    Das was mich aber bei den meisten Shelties die ich treffe und kenne stört, ist dass es Nervenbündel sind.

    Huschig, hysterisch, viel am Bellen.

    Hab ja selbst Hunde, die Nervenstärke nicht eben in die Wiege gelegt bekamen und weiß wie anstrengend das ist... Also bewusst aussuchen würde ich mir solche Hunde definitiv nicht beim Züchter.

    Ich finde die britischen Hütehunde haben durchaus Merkmale, die sie gefährden.

    Der aktuelle Zeitgeist und wie Züchter und Käufer ticken, spielt ja auch ne Rolle.

    Bei Collie, BC und Sheltie hab ich aber gute Hoffnung, dass noch genug gesunde Hunde übrig sind und Liebhaber, denen gesunde Kriterien wichtig sind.

    Auch wenn es gedankenlose Züchter und Käufer IMMER geben wird.

    Ich denke Lionn hat oft genug geschrieben, dass ihr ein gesundes Nervenkostüm wichtig ist.

    Ich hab grade dieses Bild einer Afgahne entdeckt und ich finde diesen Hund einfach nur wunderschön und funktional.

    https://www.facebook.com/share/p/HycAxdvXrNjUVPme/

    Aber krass welche Fell Berge man einen Hund anzüchten kann..

    Und ja für mich kann zu viel Fell auch Qual sein.

    Wie mit dem speziellen Aghanen aussieht, weiß ich nicht.

    Aber in einer Top Dog Episode startete ein ausstellungsprämierter Afghanen.

    (Das ist ne TV Show in der Hunde in einem Parkours verschiedene Aufgaben erledigen müssen.)

    Trocken ist der so dahiiiiiiiiiiiiin geschweeeeeeebt mit wehendem Fell.

    Nach dem Schwimmen im Pool konnte man das Zusammenspiel von Beinen und Körper deutlicher sehen. Das war ein herumgeeiere und herumgehampel.

    Jeden anderen Hund hätte man zu Physio und Orthopäden geschickt.

    Sie ist noch unsicher in der fremden Umgebung und euch kennt sie auch noch nicht lang genug.

    Dann geht doch am Anfang nicht so weit und lasst sie erstmal eingewöhnen.

    Erstmal auch rumstehen und einfachen schauen und schnüffeln lassen.

    Mehr als Häufchen machen ist doch erstmal nicht nötig.

    Wie wohnt ihr denn?

    Viele Menschen, Lärm, Hunde, Verkehr?

    Fahrt sie mal mit dem Auto an einen ruhigeren Ort zum Gassi. Vielleicht mag sie da lieber ein paar Schritte laufen.

    Ich frage mich ernsthaft, wie das teilweise in anderen Ländern ist, wo Wachhunde hinter Zäunen absolut normal sind. Was machen ängstliche Menschen da?

    Menschen aus anderen Ländern haben oft panische Angst vor meinem Border Collie, selbst wenn der nur im Ruhenmodus mit hängendem Kopf mit uns mittrottet.

    Haben wohl nicht viele gute Erfahrungen gemacht…

    Ansonsten gibt es gar Vieles in „anderen Ländern“: Banden an Straßenhunden, Hungersnot, mafiöse Banden, Kinderarbeit, schlechte gesundheitliche Versorgung… etc.

    Vielleicht sind „wir“ verwöhnt, wenn wir sorglos durch ne Wohnsiedlung spazieren wollen. Ich find das aber ganz gut so.

    Noch etwas:

    Gehsteige werden nicht aus Jux und Dollerei gebaut, sondern um das Verletzungsrisiko und Todesrisiko für Fußgänger zu senken.

    Und es ist auch nicht jeder Tag sonnig und fast kein Verkehr, sondern Dunkelheit, Nebel und Glätte kommen auch wieder dazu.

    Da ist widersinnig zu sagen, das bitte auf der Straße gelaufen werden soll, damit der große Hund einem nicht direkt ins Ohr brüllt.

    Es gibt einen Hund in der Nachbarschaft, der ihr Angst macht.

    Aber es schwang schon sehr deutlich ihr Unverständnis mit: wie kann man sich nur "so einen" Hund holen, als sei das alleine schon Belästigung genug!

    Auch die Tatsache, dass sich die TE gar nicht reindenken kann, warum es "so ein" Hund sein muss, spricht nicht für ein unvoreingenommenes Nachfragen in einem Forum.

    Wenn du dir nicht vorstellen kannst, wie man sich da Sorgen machen kann und diese Sorgen durch ein Gespräch lindern möchte,

    dann biste auch ganz schön voreingenommen.

    Also zumindest dieser „Argumentation“ zufolge.

    Wenn die Energie überschäumt, kann man natürlich mit dem „Überkochen“ umgehen— und ich finde die Tipps die du dazu bekommen hast, sehr gut!

    Aber das ist ein junger, erwachsener Hund im besten Alter und auf der Spitze seiner Kräfte!

    Führ doch etwas mehr Energie in geregelten Bahnen ab. Zum einen ist es doch Verschwendung, die ungenutzt zu lassen — zum anderen macht das bestimmt mehr Spaß, als mit dem Überschäumen umzugehen.

    Vielleicht hat er Spaß mal ne kleine Runde neben dem Fahrrad zu traben?

    Und wenn du etwas trainierst muss es auch nicht mehr im Baby-Modus sein.

    Hundeverein für Hundesport ist WESENTLICH billiger.

    Eine Hundeschule kostet mehr, „umsorgt“ ihre Kunden dafür wesentlich mehr.

    An beiden Orten bekommst du Inspiration und Anleitung für euer Training.

    Von Degility über Rally Obedience, zu Hoopers, Balance Training oder Mantrailing gibt‘s so viel Spannendes zu entdecken!