Beiträge von straalster

    im übrigen finde ich, dass wir noch MEILENWEIT von der Gleichberechtigung entfernt sind. Und das meine ich in beide Richtungen. Auch Männer werden heutzutage extrem stark diskriminiert.

    Streich das "heutzutage"

    Passt ein Vater auf seine Kinder auf, wird er als "Babysitter" bezeichnet.
    Zeigt er Gefühle.... :shocked:
    Ich kenne Erzieher, die sollen die Tür offen lassen, wenn sie kleine Kinder wickeln - ist ja ein Mann, mit geschlossener Tür kann da ja wer weiß was passieren...

    Problematisch finde ich immer noch das Rollenbild, das dem Eindruck nach auf breiter Fläche existiert.

    Ich wurde auch auf das Rollenbild vorbereitet. Meine Schwester und ich konnten im Grundschulalter kochen, waschen, nähen, stricken, sticken, häkeln... - mein Bruder konnte mit 30 Jahren weder Kaffee noch Eier kochen oder ne Waschmaschine bedienen. Wozu auch? Macht doch dann seine Frau...
    Bruder durfte mit Puppen spielen, sich ausprobieren, als Prinzessin zum Fasching gehen. Schwester und ich wurden ermahnt, dass "Mädchen dieses und das und jenes nicht machen". Mit Bausteinen spielen? Nope. Wir wünschten uns Bausätze und bekamen Puppen. Wir wurden sogar kritisiert, wenn wir zu große Schritte machten (nicht elegant).

    Böse war das nicht gemeint. Es war Vorbereitung. Aber eben auch Schublade. Einschränkend und unfair für alle.


    Gäbe es diese Glaubenssätze und Rollenbilder samt der damit einhergehenden Wertung nicht mehr, wäre doch alles in Ordnung. Aber sie existieren nun einmal. "Mädchen haben zu... Jungs müssen..."

    Ich verstehe vollkommen, warum Leute dann lieber das Geschlecht ihres Kindes verheimlichen. Auch wenn sich das nicht ewig realistisch durchsetzen lässt. Mag Augenbrauen in die Höhe schnellen lassen. Aber das ist vielerorts auch immer noch so, wenn das Mädchen Puppen nichts abgewinnen kann oder der Junge sich wie eine Prinzessin schminken möchte. Wenigstens hat das Kind dann die ersten Jahre nicht mit dem Rollenbild zu kämpfen und kann sich frei entfalten.

    Reicht das nicht, ohne ihnen dadurch eine gesellschaftliche Randstellung zu geben, die spätestens im Schulalter zu Problemen führen wird? Auch "Emma" kann draufgängerisch sein. Das Problem besteht für mich nur dann, wenn man Emma diese persönlichen Eigenschaften absprechen will und ihr sagt, sie solle sich mehr wie ein Mädchen benehmen.

    Genau das ist doch aber oftmals noch das Problem.

    Jungs weinen nicht, Mädchen haben sich zu benehmen blabla.

    Das ist in vielen Köpfen noch sehr fest verankert.

    Was haltet ihr von gender creative parenting? Ich folge einer Familie auf Instagram, die diese Erziehungsmethode anwendet.
    Das heisst, dem Kind wird kein Geschlecht aufgedrängt. Nur der aller engste Kreis weiss, ob das Kind als Mädchen/Junge zur Welt kam. Man sagt auch nicht er oder sie und benutzt einen neutralen Namen.
    Diese Art der Erziehung dient dazu, dass das Kind sich frei entfalten kann, ohne in die bekannten Schubladen gesteckt zu werden.
    Mir gefällt diese Gedankenweise. Warum müssen Mädchen immer süß sein und Jungs sind die Abenteurer? Das soll so nicht sein! Mädchen sind auch stark und sollen auch technische Berufe erlernen. Genau so wie Jungs auch Erzieher werden sollen oder mit Puppen spielen dürfen.
    Was sind eure Gedanken dazu? Ich bin gespannt.

    Traurig, dass es notwendig ist - aber ein guter Schritt in die richtige Richtung

    @Schwabbelbacke: Das hätte ich auch gerne - dass, einfach keine Unterschiede gemacht werden.

    Schon zu Schulzeiten und im Studium hab ich es leider anders erlebt. Mädel, blond - kann unmöglich Ahnung von Mathe, Informatik und Physik haben. Es kam regelmäßig vor, dass ich in Klausuren schlechter bewertet oder mir unterstellt wurde, ich hätte abgeschrieben. Teils ging es so weit, dass ich mündlich nachgeprüft wurde, weil ich die volle Punktzahl hatte und mein männlicher Sitznachbar nicht. (kann ja nicht sein, ich hab bestimmt geschummelt)

    Da ich beruflich in jedem Fall zuerst schriftlichen Kontakt zu Kunden und Kollegen habe, hab ich auch da leider einen sehr direkten Vergleich. Solange mein Gegenüber mein Geschlecht nicht kennt, werde ich generell als "Herr xy" angesprochen. Immer.
    Das ist für mich kein Problem. Eher im Gegenteil.
    Ich korrigiere da auch nicht mehr und lass die Initiale meines Vornamens stehen.

    Es gab schon den Fall, dass ich als Teamleiter eingesetzt wurde und monatelang lief alles reibungslos. Korrespondenz nur via Mail und Chat. Dann rief mich ein Teammitglied an, um schnell eine Frage zu klären - und dann ging's los. Im Laufe von zwei Wochen wurden sage und schreibe drei Leute gefeuert weil "von ner Frau lassen sie sich nichts sagen". Und nein, es waren nicht alle drei männlich.

    @RedPaula - kenn ich auch anders. Mit Drohungen und Ausrastern und nem Anruf bei der Polizei, weil sich ein Mann belästigt fühlte.