@TrueType Kannst du das mit dem Zucker und den Kohlehydraten nochmal genauer erklären? Finde das sehr interessant. Warum sind aktive Hunde immer hungrig, wenn sie viele Kohlehydrate bekommen? Weil sie die nicht schnell und effektiv genug verwerten können?
Wenn man hier im Forum ein bisschen rumliest, steht fast überall, dass in einem guten Futter eher kein Zucker (auch in Form vom Rübenschnitzeln & Melasse) enthalten sein sollte. Hat sich für mich immer ziemlich schlüssig angehört und ich hab versucht mich dran zu halten. Von dem bisschen Obst im Frischfutter abgesehen, bekommen meine Hunde eher keine Nahrung die zuckerhaltig ist. Selbst bei Leckerchen achte ich darauf, dass kein Zucker drin ist. Dachte damit tue ich den Hunden was Gutes und bin nu ein bisschen verwirrt?
Ich werd´s mal versuchen. Also: Zucker ist nicht gleich Zucker. Ganz vereinfacht gesagt gibt es Mehrfachzucker (Polysacharide), lange Ketten von Zuckermolekülen, die der Körper nicht so schnell aufnehmen kann. Das muß erst mit Hilfe von Insulin aufgespalten werden, damit es dann durch die Darmwand und die Zellwände passt. Das an sich braucht ja schon wieder Energie. Diese Art von Zucker ist in Ballaststoffen (Getreide) und Grünzeug enthalten. An sich schon die "gesunde" Art.
Wir haben uns aber nun ein paar Superrenner gezüchtet, die dafür "keine Zeit" haben. Der Hundedarm ist relativ kurz und trainiert sich auch auf die Art der Nahrung, die er idR bekommt - übrigens der Hauptgrund, warum Hundi nicht so viel von ständig wechselnden Futtersorten hat. Windis und sehr nervöse Hunde brauchen schnelle Energie, die schnell verfügbar ist. Also Einfachzucker = Monosacharide= Traubenzucker. Auf professionellen Rennbahnen bekommen die Greys darum oft Traubenzuckerpaste aufs Zahnfleisch geschmiert vor einem Rennen... daher auch das meist grausame Gebiß der Exracer!
Die Windigen haben idR ja auch kein Unterhautfettgewebe, sprich: sie haben kaum Fettreserven aus denen sie im Notfall schöpfen könnten. Daher Achtung: Fette Windies haben das übermäßige Fett gerne an den Organen, das belastet sehr! Ist auch wie bei uns die "ungesunde" Art, Fett zu sammeln.
Ein Windhund ist mir daher immer lieber etwas zu dünn denn etwas zu dick!
Was folgt aus dem Ganzen? Einen Windhund immer nach Leistung füttern! Ich füttere idR 2 - 3 x täglich, wenn Rennen anstehen, gibt es vorher etwas mehr, dafür aber auch mehr Training. Wenn wir einen faulen Regentag haben, gibt es trotzdem 2 x täglich ein bisschen was. Die Menge macht´s! Da gibt es keine stures 2 Becher voll täglich.
Und: ein Schäferhund - selbst wenn er viel Leistung bringt - ist kein Windhund! Andere Körperstruktur, anderes Herz, andere Fettverteilung, niedrigere Kerntemperatur - der braucht kaum Einfachzucker!