Beiträge von gorgeous2000

    Hunde speichern geruchlich Landschaften ab, so wie wir mit den Augen.
    Mit dem Geruchssinn, sind sie natürlich im Vorteil, wenn die Sicht schlecht ist.

    Ich habe gerade einen blinden Hund zur Pflege, der sich innerhalb von ein paar Tagen ein 2000 qm großes Grundstück eingespeichert hat und genau weiß, wo Hindernisse stehen, wo Löcher im Boden sind und wo man gut laufen kann.

    Hunde sehen mit der Nase, die Nase ist für sie der wichtigste Sinn, die Umwelt zu erfassen.

    Ich würde auch kein zufälliges Bellen nutzen, sondern lieber den Hund mit irgendetwas reizen, dass er einen Ton gibt. Diesen dann bestätigen und fertig.

    Meinem Hund habe ich das beigebracht mit einem Spielzeug, dass er nicht haben durfte. Als er vor lauter Frust einen Ton gemacht hat, habe ich das bestätigt und weiter ausgebaut. Er konnte das Bellen auf Kommando und auch per Sichtzeichen.
    Ich fand es immer praktisch und habe es öfter mal genutzt, sei es um einen weg gelaufenen Hund von anderen Spaziergängern anzulocken oder mir andere Hundehalter, die mich noch nicht gesehen haben, auf Abstand zu halten und auf mich aufmerksam zu machen.
    Bei manchen Hunden macht es Sinn, das Bellen regulieren zu können, wenn ich zusätzlich ein Auflösesignal einbaue, um damit das Bellen auch wieder abstellen zu können.

    Mein Hund hat trotzdem nie gebellt, immer nur auf Kommando. Das Bellen selbst wurde also nicht verstärkt.

    Ich würde es andersrum machen und mit dem Hund immer von zuhause los gehen.

    Falls Garten vorhanden, würde ich ihn die ersten Tage nur dort lassen und noch gar nicht mit Leine raus gehen.

    Kleine Welpen brauchen noch die Sicherheit des Innenterritoriums und erkunden dann, wenn sie etwas älter sind, von dort aus die weitere Umgebung. Da der Welpe ja gerade erst einen Umzug hinter sich hat, ist erst mal wichtig, dass er seine neue Umgebung (Haus und Garten) kennen lernt und noch gar nicht draußen in der "gefährlichen" Welt rum laufen muss.

    Die ersten kleineren Gänge würde ich dann nach ein bis zwei Wochen, je nach Charakter des Hundes, direkt von zuhause aus los gehen, den Hund in Ruhe schnüffeln lassen, ihm aber letztendlich Sicherheit geben, dass wenn ich als Mensch da bin, alles ok ist. Also lieber selbst den Weg vorgeben, als sich am Hund orientieren. Mit Leckerchen locken braucht man eigentlich nicht unbedingt, finde ich.
    Wie würdest Du ein kleines Kind auf einen Spaziergang mit nehmen? Doch sicher auch erst mal an die Hand und Du würdest Deinen Weg gehen und nicht hinter dem Kind herlaufen oder es mit einem Lutscher irgendwo hin locken.

    Geh ruhig und bestimmt, vom Tempo her angepasst, Deinen Weg, lass den Kleinen schnüffeln und das reicht dann. Geh soweit, wie Du den Eindruck hast, dass der Kleine locker mit geht, geh nicht zurück, wenn er zurück zieht, sondern dann, wenn er gerade entspannt ist.

    Warum willst Du dringend vermeiden, dass Spannung auf die Leine kommt? Hat das einen Grund? Du wirst es nicht verhindern können auf Dauer.

    Ich denke, Du hättest an der Nein-Übung weiter machen können. Die Übung war lange noch nicht genug vorbereitet für den Alltag. Das Nein soll ja unwiderruflich als Universalabbruch dienen, da wäre es wichtig, es in zunächst gestellten Situationen auszuweiten.

    Nicht nur mit Leckerchen, sondern indem Du selbst verschiedene Dinge (Brötchen, Wurst usw. - das Angebot langsam steigern von nicht so attraktiv bis zu unwiderstehlich) auslegst, Dir sozusagen eine Strecke präparierst, wo Du genau weißt, wo was liegt. Hund an die Leine und das Nein dann noch mal in allen möglichen Situationen und verschiedenen Umgebungen üben. Hemmt der Hund sich wirklich selbst und widersteht der Versuchung, gibt es ein Superlecker bei Dir.

    Wichtig finde ich beim Aufbau des Neins, dass der Hund NIEMALS das fressen darf, wo Du ein Tabu ausgesprochen hast, sondern immer nur bei Dir ein (möglichst besseres) Leckerchen bekommt oder Du das Futter wieder aufnimmst und ihm gibst. Somit nimmst Du den Focus von der begehrten Sache und Dein Hund orientiert sich zu Dir.

    Bei meinem Hund sieht das inzwischen so aus, dass er zum Beispiel Pferdeäpfel findet, sie ganz stolz NICHT frisst und zu mir kommt, um zu sagen, wie toll er doch die Pferdeäpfel nicht gefressen hat und sich bei mir dafür eine Belohnung abholt.

    Während des Trainings auf jeden Fall drauf achten, dass der Hund keine weiteren Erfolgserlebnisse hat, die Dein Training kaputt machen. Also lieber Leine dran und an allem üben, was Dir draußen so begegnet.

    Münsterländer sind recht kribbelige Hunde, die dringend jagdlich oder jagdalternativ beschäftigt werden müssen.
    Wenn es unbedingt diese Rasse sein soll, würde ich vielleicht nicht gerade einen Welpen nehmen, im Tierschutz gibt es sicher einige Vertreter, bei denen man weiß, wie sie im Grundcharakter und Verhalten sind.

    Alternativ würde ich den Springer Spaniel empfehlen, am besten aus einer reinen Showlinie.
    Gute Größe, ähnliches Optik, aus meiner Sicht etwas ruhiger im Gemüt und als reiner Familienhund deutlich besser geeignet. Ich kenne einige Vertreter dieser Rasse, die als reine Familienhunde gehalten werden, sie sind lustig, lieb, gesellig, mit anderen Hunden meistens recht nett, nicht übermäßig temperamentvoll, Jagdtrieb wenig bis kaum ausgeprägt im Vergleich zu anderen Jagdhundrassen, trotzdem kann man mit dem Hund gut was machen, Apportieren usw.

    Die Vertreter, die ich kenne, überzeugen mich. Fellpflege ist allerdings etwas aufwändiger, aber auch nicht übermäßig.

    Ich habe jeden Neuankömmling in meiner Hundegruppe anfänglich nie mit den anderen alleine gelassen, einen Welpen sowieso nicht. Habe mit Welpen das Alleinesein immer unabhängig vom Ersthund geübt.

    Räumlich würde ich die beiden auf jeden Fall fürs erste trennen, einfach, damit nichts passieren kann, falls es doch mal Streit gibt.

    Wenn es nur darum geht, die Hunde KURZ alleine zu lassen, könnte man den Kleinen so lange in eine Box packen, wenn er eh gerade müde ist. Das aber wirklich nur kurz.

    Und das Alleinebleiben immer schön getrennt üben, sonst hat man später ein Problem.

    Ich denke, Du verlangst ein bisschen viel von einem Hund, der gerade in eine ganz andere Lebenssituation gekommen ist und von daher wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn Du Deine Erwartungshaltung etwas runter schraubst.

    Der Hund kennt vielleicht ein Leben im Haus nicht, kennt kein Halsband, keine Leine, woher soll er wissen, wie man sich hier bei uns benehmen muss?

    Deine Aufgabe und Verantwortung ist es nun, ihm zu zeigen, wie unser Leben hier läuft.

    Zunächst einmal würde ich dafür sorgen, dass der Hund klare Strukturen erfährt, ein gut strukturierter Tagesablauf hilft bei der Eingewöhnung. Ebenso macht es Sinn, Rituale einzuführen, an denen der Hund sich orientieren kann.

    Im Haus würde ich dem Hund als erstes beibringen, auf Kommando in sein Körbchen oder in eine Box zu gehen und dort zu bleiben. So kannst Du Aktivität und Passivität etwas steuern. Auf seinem Platz könntest Du dem Hund dann etwas zu kauen anbieten oder einen gefüllten Kong - kauen und lecken beruhigt.
    Ruhe halten und den Hund nicht zu sehr pushen halte ich für am wichtigsten.

    Stubenreinheit solltest Du wie bei einem Welpen angehen. Also oft genug den Hund raus führen und loben, wenn der draußen macht.

    Leinenführigkeit wird sicher etwas länger dauern, wie Du es am besten angehst, solltest Du Dir von einem Trainer zeigen lassen.

    Du musst bedenken, dass der Hund in seinem ersten Lebensjahr ein ganz anderes Weltbild abgespeichert hat, als es Deinen Vorstellungen entspricht. Dies nun zu verändern wird einige Zeit dauern und wird am besten über klare Strukturen, Grenzen, Geduld und Ruhe Deinerseits und mit viel Training funktionieren.

    Dass man einen perfekten Hund bekommt, ist eher selten, wenn man einen Hund aus dem Tierschutz zu sich nimmt.

    Und auch bei einem Welpen hätte man einige Jahre echte Arbeit vor sich, bevor alles so läuft, wie man es selbst im Kopf hat.

    Also, ein bisschen die Erwartungshaltung ändern, mit Ruhe und Geduld die einzelnen Dinge angehen und wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du das Training ansetzen sollst, würde ich Dir empfehlen, Dir einen Hundetrainer zu bestellen, der nur mit Dir und Deinem Hund arbeitet und Dir weiter hilft.

    Ich wünsche viel Geduld und starke Nerven, das wird schon alles.

    Zitat

    Das Verhalten kann ich Dir erklären: Sie findet das Futter grottenschlecht, eben zum Verbuddeln.

    Wie wäre es mal mit einem anständigen Futter?
    Futter aus dem Supermarkt ist für Hunde ungeeignet.

    Bei Hunden aus dem Ausland wird empfohlen, nicht gleich am Anfang zu hochwertiges Futter zu geben. Die Hunde haben eine andere Nahrungsprägung und können "unser" tolles Futter anfänglich nicht gut verarbeiten und bekommen leicht Magenprobleme und Durchfall. Daher würde ich bei einem Hund, der aus dem Ausland kommt, immer erst empfehlen, zunächst ein billiges Futter anzubieten. Dosenfutter nehmen sie meistens lieber als Trockenfutter, weil sie so etwas oft gar nicht kennen. Oft werden sie im Ausland mit Brot und Essensresten ernährt.
    Erst, wenn der Darm sich langsam an Trockenfutter gewöhnt hat, kann man anfangen, langsam hochwertigeres Futter beizumischen.