Hallo ihr Lieben, ich belebe mal den Thread wieder. ^^
Ich bin durch Zufall hier gelandet (habe Frustrationstoleranz in der Suche eingegeben, um nach weiter Tipps Ausschau zu halten) und finde mich und meine Hündin in sehr vielen Beiträgen wieder.
Hyperaktiv ist mein Hund garantiert nicht, sie kommt zuhause sehr gut zur Ruhe und auch wenn Besuch da ist oder wir woanders sind, (dauert zwar dann auch gut und gerne mal ein paar Stunden wenn wir woanders sind...) klappt es mittlerweile recht gut.
Allerdings ist Ruby wirklich sehr sehr lebhaft und ein absolutes Powerpaket. Wobei man leider sagen muss, dass ich nur selten richtig mit ihr arbeiten kann, so dass sie konzentriert bei der Sache ist. Sie lässt sich sehr schnell ablenken und ist auch eigentlich, sobald wir außer Haus sind, dauer- hibbelig. Ich habe mich mittlerweile schon sehr verändert, bin wesentlich geduldiger geworden, weil ich gemerkt habe, dass meine Unruhe sie zusätzlich pusht.
Hier gab es viele Beiträge darüber, dass aversive Mittel absolut nicht geholfen haben bei den lebhaften Hunden, so ist es hier auch. Nicht selten bekomme ich "Tipps" von Außenstehenden (und auch schon von mehreren Trainern) Ruby mal "eine ordentliche Ansage" zu machen oder sie doch ruhig mal "zurechtzuweisen" mit einem "leichten" Schubs. Gesagt, getan (leider) und was war? Es pusht sie noch mehr. In so einem Stressmoment (Hundeschule, fremde Umgebung, Hundebegegnung o.ä.) ist sie lange Zeit gar nicht ansprechbar gewesen, geschweige denn, dass sie auf aversive Reize reagiert hätte. Ein Schubsen, ein Rütteln mit ner Dose.. alles vergebens, sie war in ihrer eigenen Welt.
Dann habe ich angefangen mit ihr zu clickern. Und zwar JEDEN Blickkontakt. Und da sie sehr verfressen ist, hat das nach mehreren Monaten Training auch endlich Früchte getragen. Heute kann ich sie manchmal (nicht immer) aus schwierigen Situationen ansprechen, da genügt ein geträllertes "Ruby" und sie schaut zu mir, woraufhin ich dann clickere und danach geht es weiter mit "unserem" Alternativverhalten. Sprich: Leckerlies werfen, die sie suchen muss. Dann ist sie tatsächlich abgelenkt, und wir können z.B. an dem Hund vorbei gehen. Aber z.B. in fremden Umgebungen kann ich schlecht ununterbrochen mit ihr Suchspielchen spielen. ^^
Ein weiteres Problem ist, dass sie mich anbellt, anspringt, beißt aus Frust, wenn man (oder ich) sie nicht beachtet oder ihr schlichtweg langweilig ist. Jede Art von Aufmerksamkeit (wo wir wieder bei den aversiven Mitteln wären, die hier auch Fehl am Platz wären), positiv wie negativ, pusht sie dann zusätzlich und sie beißt mir in Hände, Knie, Waden ... was da nur hilft: Sie beschäftigen. So doof es auch ist und so kontraproduktiv es auch ist. Ich kann schlecht weiter da stehen bleiben, während sie an mir hochspringt und mich beißt (die Bisse sind nicht fest und ich habe nicht mal blaue Flecken davon, aber die Tatsache kann und will ich nicht verdrehen- sie beißt mich!). Also mache ich meist folgendes: Weitergehen. Dann beißt Madame zwar erstmal in die Leine (oder nimmt Stöckchen zum Kaputtmachen mit (Übersprunghandlung ist ihr zweiter Vorname) aber nach ein paar Schritten gehts dann wieder.
Ich könnte noch ewig weiter berichten, aber die meisten Dinge wurden hier schon mehrmals von anderen Usern beschrieben.
Sätze, wie diese hier...
Zitat
Festhalten, damit er runterkommt oder ihn abliegen lassen, hilft gar nicht. Das haben wir bei ihm schon als Welpe versucht, wenn er nicht zur Ruhe kommen konnte. Da hält man dann eine tickende Zeitbombe in den Armen, die sofort hochgeht, wenn man sie loslässt.
... kommen mir einfach so bekannt vor! Und ich bin froh, dass ich damit nciht alleine bin.
Zurzeit wird Rubys Schilddrüse getestet. Wir warten noch auf die Ergebnisse. Ich bezweifle, dass was bei raus kommt (meiner Trainerin dagegen denkt, das ist doch nicht unwahrscheinlich bei ihrem Verhalten und dass vieles an Training absolut nicht durch sickert bei ihr). Meine Meinung: Vieles, was Ruby heute macht, war mein Fehler. Vieles wiederrum aber auch nicht. Sie war einfach schon immer so. Es fing als 8 Wochen alter Welpe an und ist bis heute so.
Andere Labbis, die ich kenne, sind teilweise auch so. Aber nicht in so vielen Bereichen und nicht so extrem. Kann natürlich sein, dass ich das falsch sehe, weil mir mein eigener Hund so extrem vorkommt, aber im Grunde genommen ist es ja auch egal.
Ich liebe meine Maus so oder so und würde sie für kein Geld der Welt hergeben. Ihr Verhalten und ihr Wesen sind etwas besonderes. Es ist zwar anstrengend, aber ich werde durch sie ein besserer Mensch, mit mehr Geduld und sehr viel Einfühlungsvermögen, weil ich kleine Zeichen schon erkennen - und wertschätzen muss.