Beiträge von Dächsin

    Ich kann dich auch gut verstehen - manchmal treibt ein Vierbeiner seine Menschen zur Verzweiflung. Da hilft erstmal Abstand und ein Neubewerten der gesamten Situation, andere Denkansätze als bisher und vor allem viiiiiiel Gelassenheit......... auch wenn man die mit Hilfe von Wein und Schoki erstmal herstellen muss ;)


    Zum Üben hatte ich mir mit meinem aggressiven Hüterich Situationen vorgenommen, die ich gut händeln und die er bewältigen konnte. D.h., alle Auslöser nur mit weitem Abstand wahrnehmen, zusätzlich reizarme Umgebung wählen.
    Bei uns waren es unter anderem alle!! motorisierten Fahrzeuge die er anging, hatte er sich hochgespult dann musste auch mal mein Ärmel dran glauben. Zum Glück war damals Winter, ich hatte also nie nackte Arme, das wäre sonst böse ausgegangen.......
    Also an eine dünn befahrene Strasse gestellt anstatt mitten in die Stadt, mit grooooßem Abstand und vielen guten Leckerchen - und dann auch Klick für Blick. Nach 5 Autos war Übungsende!!
    Alle anderen Situationen hab ich mit Fertigfrikadellen in einer Hand nur gemanagt, gelernt hätte er dann eh nichts mehr. Hab ihn also mit den Frikadellen an den Auslösern vorbei gelockt, gelotst, gefüttert. Manchmal klappte es gut, manchmal auch gar nicht. Dann musste ich einsehen, daß ich ihm an diesem Tag schon "zu viel" zugemutet hatte.

    Natürlich kann man das nicht 1:1 auf deinen Hund anwenden, aber es ghet ja ums Prinzip - das greift mehr oder weniger eigentlich immer. Kurze Einheiten im Wohlfühlmodus üben, den Rest einfach managen und aussitzen.
    Und ja, der eigene Anspruch und Perfektionismus ist der Trainingskiller bei anstrengenden Hunden :roll:

    2 Monate nach dem Einzug meines Hüterichs lag ich heulend auf dem Küchenboden und konnte einfach nicht mehr - das ist nun fast 6 Jahre her, er ist jetzt einfach der beste und liebste Hund der Welt :herzen1: ........ er passt haargenau für mich und meine geänderten Ansprüche an ihn!

    Ich hab mir damals auf der Suche nach einem Hund die Seite "tierheimlinks.de" als Unterstützung rangezogen. Hatte mir einen max-Umkreis überlegt, der zum "nur-mal-angucken-fahren" machbar war, dann die entsprechenden PLZ bei tierheimlinks angeschaut und mir jede aufgeführte Orga rauskopiert.

    Dort sind nicht nur Tierheime, sondern auch kleine Auffangstationen oder private Heime, kleine Orgas mit Pflegestellen aufgelistet. Ich war erstaunt, wie viele Möglichkeiten ich doch hatte - ohne daß ich auf die wenigen erreichbaren Tierheime angewiesen war.

    Dann hab ich mich an die Arbeit gemacht und alle Webseiten durchgeschaut - man weiß ja häufig schon, welcher Typ Hund einem so liegt und kann dann aussortieren......... ehrlich, ich war hinterher total frustriert, wie "wenig" an Hunden dann tatsächlich meiner Suche entsprach :muede:

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück bei der Suche :bindafür:

    Ich hab' auch noch 'ne Sichtweise :D :ugly:

    Paul ist noch nicht wirklich lange da und daher wahrscheinlich tendenziell etwas verunsichert, was die von ihm erwarteten Strategien in manchen Situationen angeht. Querida hat das grad schon angerissen - ein Hund, der nicht so genau weiß was zu tun ist, der verfällt gerne in Hektik und fängt an, die Handlungsalternativen abzuspulen die er intus hat oder die sich ihm gerade anbieten.

    Statt tricksen fände ich eine "Zuschauerstunde" am Hundeplatz oder an ähnlich geeigneten Plätzen sinnvoller. Das Zugucken und Aushalten-müssen ist ebenfalls anstrengend, fordert aber eben Ruhe. Natürlich soll sich Paul am besten vorher schon ausreichend beim Gassi bewegt haben.

    Kurz gesagt, nach 3 Monaten würde ich mir da noch nicht so einen Kopf um erweiterte Aufgabenstellung machen sondern einfach Alltag-aushalten üben. Dazu natürlich ausreichend Bewegung, aber die ist bei dir ja gegeben.

    Und ja, ich finde dein Engagement für Paul wirklich toll !! :bindafür: :respekt:

    Leider kann ich dir nur von einer rudimentären Erfahrung meinerseits berichten.
    Mein Hund hat schwere Hüftarthrose, er hat schon Goldakupunktur bekommen die ihm auch soweit geholfen hat.
    Trotzdem hatte er immer wieder Beschwerden, besonders auf der rechten Seite.

    Da hier in der Pampa niemand ist der Blutegel an Tieren anwendet, habe ich mir kurzerhand Egel im www bestellt, eine angehende Hp zu Hilfe genommen und wir haben die Egel angesetzt.

    Lange Rede, kurzer Sinn - die Tierchen haben bei meinem Hund gut und für eine längere Zeit geholfen! Es war zwar eine blutige Sache, da es ja doch bis zu 30 Min nachblutet...... aber ein paar Tempos rund um die STelle haben das Gröbste aufgesaugt.
    Schwierig war es, die Egel zum Beißen zu bewegen. Die hatten ihren eigenen Sturkopf wo sie hinwollten (allerdings sind sie da sehr instinktsicher) und haben in der ersten Sitzung verweigert. Da bekam mein Hund noch MSM und Grünlippmuschel, das hab ich dann erstmal ein paar Tage weggelassen und dann die 2. Sitzung erfolgreich probiert.

    Egel mögen kein Blut was nach iwas "schmeckt" - also sollten eigentlich die Medis vorher abgesetzt werden. Auch sollte man den Egeln sowas nicht zumuten! Es sind auch Lebewesen, und wir erhoffen uns von ihnen auch einen großen Nutzen.
    "Meine" Egel habe ich über 2 Jahre in einem großen Glas mit allem Pipapo drin betreut, alle 8Mon an meinen Hund angelegt und schlussendlich an einen Egel-Rentner-Teich weitergegeben.

    Grundsätzlih würde ich es immer empfehlen, eine Egeltherapie zu versuchen - gerade bei Schwellungen können sie eine Menge helfen. Ob die Schmerzmedis vorher abgesetzt werden müssen, sollte dir eigentlich die TÄ sagen können.........

    Kann ich grundsätzlich gut nachvollziehen @network

    Jedoch kenne ich den Amtsleiter des OA aufgrund der Vorgeschichte meines Hundes bereits persönlich und denke, dass es nicht schaden kann, den ausgefüllten Fragebogen, den ich ihm bei der Gelegenheit übergeben werde, persönlich zu erläutern. Das heißt, er erhält visuell und auditiv Informationen. Und vielleicht hilft es ja was...

    Trotzdem - es hängt von dieser Unterredung viel zu viel ab. Du bist auf den Goodwill des Amtsleiters angewiesen, was ist, wenn er schon von anderer Seite Druck kriegt? Das kannst du nicht wissen und läufst vielleicht mit gutem Willen, aber völlig unvorbereitet ins offene Messer.......

    Wie die anderen schon schrieben, kontaktiere bitte unbedingt einen Fachanwalt dafür und lass den reden bzw schriftlich dazu Stellung nehmen. Als Laie kann man in solch heiklen Situationen 'ne Menge falsch machen und sich um Kopf und Kragen reden - auch wenn du es ehrlich meinst und einfach nur deine Sichtweise und die Umstände erläutern möchtest.
    Den Fragebogen solltest du auch nicht so ohne weiteres vorlegen, sondern erst einem Anwalt zeigen!

    Im schlimmsten Falle oder wenn es irgendwie blöd läuft setzt du mit solch blauäugigem Herangehen das Leben deines Hundes aufs Spiel!

    Ich kenne hier auch die beiden OA-Typen persönlich, wir haben schon miteinander gearbeitet........ würde mein Hund aber wegen eines Beissvorfalls auffällig (wozu er durchaus das Potential und manchmal auch den Willen hat :ugly: ), dann würde ich den Teufel tun und mich ohne fachliche Unterstützung mit denen auseinandersetzen. Dazu hängt immer zuviel von der momentanen Verfassung des Gegenübers ab, das kann ich gar nicht so formulieren und einschätzen wie das ein Anwalt könnte!

    Ich drücke dir wirklich von Herzen beide Daumen, daß du mit deinem Hund nochmal mit einem blauen Auge davonkommst! Und daß du dann daraus lernst ;)

    Ich wurde unterbinden wenn das knurren etc ungerechtfertigt ist ,

    woran machst du fest, ob Knurren "gerechtfertigt" ist oder nicht :???:

    Knurren ist eine Äußerung / Kommunikationsform des Hundes, für die immer ein Grund vorliegt - auch wenn Hundi nur schlechte Laune hat....... Hinter Knurren steckt fast immer eine Emotion (Angst, Ärger, Unsicherheit, Stress - aber auch Schmerz oder eine Form von "Gewohnheit)

    Man muss die Ursache finden und versuchen, diese zu beseitigen. Als Mensch zu beurteilen, ob das Knurren jetzt "gerechtfertigt" war oder nicht steht Mensch mMn nicht zu.

    In obigem Fall sollte man momentan alles vermeiden, was in irgendeiner Weise die Hunde unter Stress setzt bis der Neue sich langsam eingewöhnt hat. Wenn ich zu einer mir schon bekannten aber mir vielleicht nicht sonderlich sympathischen Dame Knall auf Fall einziehen müßte und mich in den mir unbekannten Gepflogenheiten des Haushaltes einfinden sollte....... ich glaub, da wäre Knurren noch das kleinste Problem :D :roll:

    ach, ich habs grad erst gelesen.......

    Es tut mir sehr leid und ich wünsch dir für die nächsten Tage viel Kraft. :streichel:

    So ein schönes Alter hat dein Kleiner erreicht, so viel gemeinsame Zeit durftet ihr zusammen verbringen. Das ist mehr als Vielen mit ihren Hunden vergönnt ist.

    Ach Mensch - das tut mir ja leid daß das bei euch so "schiefläuft". So ein bißchen kann ich das Problem mit dem Genervtsein nachfühlen, das Kotfressen ist eurer Beziehung dann auch eher nicht förderlich. Wenn man mal sauer auf den Hund ist bzw ihn "auf den Mond schießen" könnte - und das kommt immer wieder bei HH vor - wenn Hundi in so einer Situation noch Kacke in sich reinschaufelt *iiiiihhgitt*

    Ich kann auch verstehen, daß man es irgendwann quasi persönlich nimmt und an sich und dem ganzen Thema Hundehaltung verzweifelt.
    Die von @pardalisa angesprochene Auszeit finde ich eine wirklich gute Idee! Vielleicht könntest du dich ja auch nochmal mit der Züchterin und einer guten! Trainerin bzw Verhaltenstherapeutin zusammensetzen. Und gemeinsam erarbeitet ihr eine Lösung, damit die Hundehaltung in eurer Familie wesentlich entspannter und erfreulicher wird.

    Könnte die Züchterin den Hund nicht mal für 2 Wochen nehmen? Oder eine wirklich gute, hundeerfahrene Freundin? Damit alle mal den Reset-Knopf drücken können und man sich in der Zwischenzeit einen neuen Plan macht, wie man weiter vorgeht.

    Einen Besuch bei einem Tierheilpraktiker halte ich auch für ratsam, da solltest du dich aber genauestens umhören und nicht zum Erstbesten gehen.

    Alles in allem: ich drücke dir die Daumen, daß du diese "Krise" möglichst gestärkt überstehst und du und Hundi doch noch zu einem tollen Team zusammenfindet.

    Dieses "spielen-wollen" - vielleicht ist es auch nur fiddeln? Also herumalbern, um die Situation zu entschärfen. Das ist eine von den vier F's, mit denen Hunden mit Dingen umzugehen versuchen, wenn sie keine Alternative wissen "Flight, Fight, Freeze, Fiddle-about"

    Auf mich wirkt das so....... und mMn solltest du deinen Hund nicht an der Leine an andere Hunde heranlassen - dadurch lernt er wirklich nichts Tolles ausser, man darf immer an andere Hunde dran. Einfach fremde Hunde, die du nicht einschätzen kannst als Sozialkontakte - wäre nicht mein Ding. Und Leinenkontakte können ganz schnell in die Hose gehen......

    Die Junghundgruppe klingt doch vernünftig und gut - warte mal ab, vielleicht ergibt sich darüber ein Kontakt auch mit souveränen Hunden.

    Der gute lässt 90% der Leute links liegen, den Rest will er fressen, genauso läuft es mit Hunden

    eventuell ist es ihm auch einfach "zuviel" - also in dem Moment, den du als "will fressen" wahrnimmst. Er ist doch noch gar nicht so lange bei dir und auch, wenn du "nur" Pflegestelle bist, für ihn ist es eine wahnsinnige Umstellung.
    Vom Typ her ist neigt er wahrscheinlich dazu, bei Überforderung, Stress oder einfachem Zuviel nach vorne zu gehen....... kenn ich ganz genau, ist eine recht anstrengende Sache.

    Und ja, schönfüttern finde ich da das A und O sowie die Reduzierung aller Situationen, die den Kerle überfordern können. Anfangs habe ich hier paketeweise Fertigfrikadellen verbraucht (ja, sie sind ekelig, haben aber eine unwiderstehliche Wirkung auf Hunde) - den Rest über Management und Tagesstruktur abgefangen. Genauso, wie @Lurchers das so schön beschrieben hat.......