Ich habe viele viele Jahre nicht nur in TH gearbeitet, sondern häufig auch VK und NK gemacht - gerade bei den Hunden, die in meine Zuständigkeit fielen. Keine Ahnung, wie hier Leute auf die Idee kommen, sie müssten Gehaltszettel und die ganze Wohnung herzeigen?
Wer sowas mal länger macht, der wird immer mehr von der Sinnhaftigkeit dieser Kontrollen überzeugt sein. Es sind ja im Prinzip nicht wirklich "Kontrollen", dieses Wort fand ich dafür schon immer etwas überzogen.
Bei einer VK gehts eher darum, ein Gefühl für das zukünftige Lebensumfeld des zu vermittelnden Tieres zu bekommen. Und auch um den Eindruck, den die Interessenten im TH hinterlassen haben, nochmal unter anderen Umständen einzuschätzen. Wie Silke_r schon schrieb: man glaubt manchmal nicht, wie sehr sich die Wirklichkeit von den Behauptungen der Interessenten unterscheidet.
Die ruhige Wohngegend ist dann Stadtmitte mit der Hauptverkehrsachse vor der Tür, im Gespäch stellt sich raus daß die über 80-jährige Schwiegermutter tagsüber den 1jährigen 30kg Hund betreuen soll, der eigene Garten ist ein handtuchgroßes Stück Grünzeug in Gemeinschaftsverantwortung. Oder man kommt in völlig versiffte Wohnungen.........
Und genau sowas ist der Punkt. Ich bin zwar ein relativ ordentlicher und reinlicher Mensch, aber mein Putz- und Aufräumverhalten durch fremde Menschen beurteilen zu lassen, kommt für mich nicht in Frage.
Es geht nicht darum, dein Putz- und Aufräumverhalten zu beurteilen - aber man sieht doch, ob die Wohnung einfach nur in der letzten Zeit etwas zu kurz gekommen ist oder ob generell ein Problem mit soetwas besteht........... Und ehrlich, ich vermittle keine Katze in eine Wohnung, wo schon ein Katzenklo vollgeschissen bis obenhin steht. Oder einen Hund wohin, wo die Näpfe anderer Tiere völlig dreckverkrustet auf ebensolchen Unterlagen stehen? Das war dann nämlich kein Zustand von nur 2 oder 3 Tagen - für so ein Klo oder solche Näpfe brauchts schon Ausdauer........
Es mag Manchem hier absurd erscheinen, aber es gibt unglaublich viele Leute, die beim Interessentengespräch im Tierheim beschönigen oder auch lügen, daß sich die Balken biegen - nur um einen "guten" Eindruck zu hinterlassen. Und das sollen Vorkontrollen einfach rausfiltern: durch ein nettes, gerne auch kurzes Gespräch mit schnellem Rundblick, ob die gemachten Angaben plausibel sind. Ohne in Schränke, Gehaltszettel und Keller zu gucken......
Ob das Gespräch dann länger wird und zusätzliche Infos ausgetauscht / abgefragt werden (sollten), das liegt an den jeweiligen Leuten.
Grundsätzlich wollen die Leute doch was vom "Tierschutz" - sie wollen ein Tier übernehmen, für das der "Tierschutz" bisher die Verantwortung getragen hat. Dann sollten sie sich auch nicht weigern, wenn der "Tierschutz" ein paar Fragen hat und nachschauen will, ob die Antworten auch den Gegebenheiten entsprechen........ Alles andere wäre ja fast wie ein Supermarkteinkauf: anschauen, bezahlen, einpacken ![]()