Beiträge von Dächsin

    Ehrlich gesagt, die TE tut mir fast ein bißchen leid......... bei diesem ungeheuer eklatanten Mangel an Wissen über Hunde der sich hier offenbart, ist ihre Verleugnung ihrer Verantwortlichkeit kein Wunder. Es scheint fast so, als verstehe sie überhaupt nicht, was hier tlw. geschrieben wird. Nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unwissen und einer komischen, sehr verklärten Sicht auf Hunde.

    Das soll sie nicht entschuldigen - es offenbart sich hier aber eine immer mehr zutage tretende Art von HH, die ihr "Wissen" offenbar aus Vox-Sendungen und Disneyfilmen beziehen.

    Mich stört (nicht nur bei diesem Rütter-Format) , daß kaum auf die rassetypischen Eigenschaften eingegangen wird. Das könnte der Halterin vielleicht das Verhalten von Bailey erklären.

    Und eigentlich hat niemand dem Hund gezeigt, was genau denn bei Hundesichtung von ihm erwartet wird, welches Verhalten angemessen ist. Bailey wird nur gemaßregelt, auf ruhigeres Verhalten auf Distanz wird von Seiten des Menschen gar nicht eingegangen.......

    Ich möchte mal kurz berichten....... hab heute an einer Beratung für Herdenschutz bei Pferden teilgenommen. Meine Freundin hatte eine Wolfsberaterin eingeladen, es ging um ihren Pferdebetrieb (rund 25 Pferde in zwei Herden in Trailhaltung, nur Offenställe, auf 24ha), da hier bei uns direkt jetzt auch mindestens ein ansässiger Wolf ist. Damit ist hier das letzte "freie" Revier zwischen anderen Rudeln besetzt worden (nordwestliches Brandenburg - Prignitz)

    HSH standen eh nicht zur Debatte, zu aufwändig in der Betreuung und schwierig wegen Einstellern tlw auch mit Hunden. Wobei die Wolfsberaterin sowieso kein gutes Haar an HSH ließ: Schäfer und Tierhalter zuwenig Ahnung, immer falsche Hunde am falschen Platz?? Grundsätzlich riet sie von HSH eher ab, die Haltung sei zu kompliziert....... (fand ich eine komische Einstellung)

    Und dann referierte sie über die Lebensweise der Wölfe, Rudelzusammensetzung, Abwanderungsverhalten, Familienstrukturen und natürlich die Nahrungsbeschaffung. Nicht wirklich was Neues für uns......

    Aaaaaber: eine offenbar ganz patente Frau, die hier sogar mal in der Gegend gelebt hat und uns und unsere Lebensweise / Einstellung kennt - sie redete in einer Tour von den Wölfen als "Familie" mit "Mami", "Papi", den "Kindern / Gören". Wenn Mami sich dann mit den Teenietöchtern zicken und Papa immer öfter die pubertären Jungs einnorden muss, die "Wohnung" (gemeint war das Kernrevier) gegen durchstreifende Fremdwölfe und gegen Freier für die hübschen Töchter verteidigt wird......... uff, das war schon Framing der besonderen Sorte :doh:

    7000 mögliche Wolfsreviere gäbe es in D, da sei noch viel Platz für kommenden Nachwuchs. Und die 50! Rudel alleine in Brandenburg würden ja eher keine Probleme machen, es liegt immer nur an den Weidetierhaltern wenn was passiert.

    Grundsätzlich war die Dame voll proWolf, hat aber versucht, dieses nicht allzu offensichtlich werden zu lassen. Betonte immer wieder, wie extrem intelligent und lernfähig Wölfe seien - als Beispiel: wenn sie einmal Erfahrung mit Strom gemacht hätten, würden sie sich fernhalten. Daß diese Lernfähigkeit auch beinhaltet, Fehler des Menschen oder der Beute auszunutzen - darüber wollte sie nicht so gerne reden.

    Auch unsere Fragen nach Wolfsmischlingen bzw deren Verhalten wurden eher abgewiegelt. Wolfsberater seien sich einig, daß ein Wolfshybride genauso scheu und intelligent wie "echte" Wölfe seien und von ihnen bzw der Genetik keinerlei Gefahren in irgendeinem Sinne ausgingen :denker:

    Wir haben heute gelernt: Wölfe springen NICHT!! NIEMALS!! (nur im Notfall), Wölfe kommen einmal an Strom und haben dann immer und ewig Angst vor beißenden Zäunen, Wölfe fressen keine lebenden Tiere (lebend angefressene Schafe sind unmöglich, bestenfalls ein Fake im www), Wölfe wollen Abwechslung auf der Speisekarte und halten deshalb nach Kadavern von Kälbern und Fohlen Ausschau :skeptisch: Und überhaupt sind Wölfe einfach nur arme Hasipupsi, die auch gerne mal Kalbsfilet hätten - aber wenn Mama Kuh einmal laut "Muh" macht, dann erschrickt sich das arme Hasipupsi ganz schrecklich und ist froh, wenn es einen Ausgang findet :hust:

    Für Wild (Rehe, Hasen, Füchse usw) stellen die Stromzäune übrigens kein Hindernis und keine Gefahr da, die springen einfach durch oder krabbeln drunter durch...... die sind so schnell, daß sie kaum was merken :ka:

    Ich war ehrlich gesagt ziemlich entsetzt über die Wortwahl, über das Negieren von bestimmten Verhaltensweisen (Springen, lebende Tiere anfressen) und das Ausweichen, wenns konkreter werden sollte (Hybriden, Rißstatistiken). Sie betonte immer wieder, wie "friedlich" die Brandenburger Wölfe seien und daß das wohl auch so bliebe, da die "Problemwölfe" aus dem Westen nicht in den Osten zurückwandern würden. Unterschwellig ließ sie durchklingen, daß die Brandenburger beim Wolfsthema eh alles besser gemacht hätten und deshalb nicht solche Probleme wie Niedersachsen habe.

    Positiv: bei begründetem Anliegen wird neuerdings auch der Schutz von Pferden gefördert (Land Brandenburg). Das gilt für Haupterwerbler ebenso wie für Hobbyhalter - die äusseren Umstände müssten halt stimmen. Wer seine Ponys unterm Küchenfenster immer im Blick hat und nachts in den Stall sperrt, der braucht keinen Herdenschutz. Gefördert wird die Umstellung der bisherigen Zaunanlage auf: 5-reihige Zäunung bzw am besten Draht und Breitband, die unterste Reihe 20cm über dem Boden. Die Tore ebenso oder Gittertor mit stromführenden Litzen oben und unten, zusätzlich Untergrabungsschutz bei Toren, 3 Erdungsstäbe müssen ebenfalls sein (viele haben immer noch nur einen oder zwei). Es gibt sogar eine Art "Unterhaltungsföderung" - da das besonders im Frühjahr dauernd erforderliche Freischneiden der unteren Zaunlitze einiges an Manpower, Maschinen und Zeit erfordert....... 7 km Zaun machen sich nicht mal so eben :roll:

    Gefördert werden ebenfalls alle anderen Tierarten und auch dort die Hobbyhalter - Voraussetzung ist ausser begründetem Anliegen natürlich mindestens ein Wolf in der Nähe;)

    Mir ist klar, daß Wolfsberater eine schwere Position haben - irgendwo zwischen Wolfskuschlern und Wolfshassern sich aufzuhalten ist nicht so einfach, zwischen denen zu vermitteln noch schwieriger. Aber diese unnötig verharmlosende Sprache, das Verniedlichen von Raubtieren und das Übergehen von Einwänden und berechtigten Nachfragen......... wir waren erschüttert. Mich hat es bestätigt, daß offenbar alles getan wird um Gefahren und Nachteile schönzureden und kleinzuhalten - und wenn man dafür Raubtiere mit Mami und Papi betiteln muss :kotz:

    Andererseits sollte ein TA schon versuchen, erstmal grundlegende Untersuchungen durchzuführen. Es gibt Möglichkeiten, einen auch schwer unkooperativen Hund zu sedieren und dann den MK draufzupacken.

    Es gibt so viele medizinische Ursachen die einen Hund zum Zubeißen bringen können, darauf sollte ein TA hinweisen und entsprechend handeln.

    Eine Verurteilung finde ich persönlich trotzdem aber kein positives Zeichen, viele Leute sehen sich jetzt bestimmt zu Anzeigen genötigt.

    Einschläfern nur wegen Behauptungen ist mMn der falsche Weg - auch wenn der o.g. Hund ja wohl noch in der Praxis zugelangt hat.

    Würde meiner auch machen....

    ..........

    Dass es um Offenstall (kenne ich nur fûr Ponys und Esel) und Weidegang ging, dachte ich mir schon.

    Mich würde genauer interessieren, von welchem langen Kampf du sprichst, @terriers4me ?

    Also, so ca vor 25Jahren wurden wir als damals zuständiger Tierschutzverein gerade bei schlechterem Wetter / kälteren Temperaturen mit Anrufen zu "tierschutzwidrigen Umständen" überhäuft. Da standen Pferde (und Ponys) doch tatsächlich im Freien, nur ein Unterstand als Schutz! Und schmutzig und nass waren sie auch noch!!

    Es hat sehr! sehr! lange gebraucht, bis die meisten Menschen verstanden haben, daß Pferde sich auch nass und schmutzig, auch bei schlechtem Wetter, draussen immer noch wohler fühlen als in Boxen und Ställen. Und die sich immer verbreitendere Haltung mit Trails - Pferde laufen durch geschickt angeordnete, eingezäunte "Gänge" zwangsläufig vom Wasser zum Futter zum Unterstand und haben dadurch die nötige Bewegung - die sind häufig noch schlechter zu schützen als eine einfache Koppel.

    Und jetzt soll man die Pferde wieder einsperren? Nur weil Wölfi nicht weiß, daß er sich nicht an Pferde rantraut?

    Zu dem verlinkten Artikel...... die dort erwähnte Dame durfte ich ja damals kennenlernen, innerhalb des Hauses mit recht vielen Hunden herrschte ein ziemlicher Kasernenhofton. Knuffe, kräftige Griffe ins Fell, Schubsen mit dem Knie sowie ständige verbale Maßregelung bestimmte die Atmosphäre dort. Im Umgang mit Menschen und "Kunden" ging es ja ähnlich ruppig zu, das Telefon leistete der jungen Frau dabei gute Dienste.

    Meiner Erinnerung nach zeigte der Verein im Frühjahr '13 massive Auflösungserscheinungen.....

    Für mich ist es - nach meiner Erfahrung mit meinem Hüterich - äußerst fraglich, ob man die dort teilweise massiv gedeckelten Hunde so ohne weiteres weitervermitteln kann. Und ob die Einstufung der unter diesen Bedingungen "aufbewahrten" Hunde realistisch ist.

    Und ja, die momentane Situation der HHF war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Die TV-Berichte zeigten von Anfang an gruselige Zustände in Kombi mit einer völlig überschätzen jungen Frau.

    @Biras

    "Zaubertrank", "Quacksalber", "Mittelchen" - ich finde diese Ausdrücke ziemlich respektlos und teilweise auch ungezogen einem Mann gegenüber, von dem du ja offenbar Hilfe für deinen Hund erhoffst / erwartest (sonst würdest du ja nicht hingehen).

    Da du ja offenbar überhaupt keine Ahnung hast was in diesen Tropfen drinnen ist, könntest du einfach mal versuchen neutral zu bleiben....... ohne mit deiner Ausdrucksweise schon vorher alles runterzumachen.

    getötete Wolfshündin

    Ist das die, die bereits 2 Hybridwürfe hatte, oder? Oder gab es noch mehr Wölfinnen die sich mit Hunden fortgepflanzt hatten?

    Jedenfalls hat es hier wohl funktioniert. Erfolgreich entnommen. Im Gegensatz zum Rodewalder Rüden.

    Wahrscheinlich meinst du die Ohrdrufer Wölfin - die hatte eine folgenreiche Liason mit einem Labrador........

    Und man weiß wohl immer noch nicht so genau, ob Nachkommen davon überhaupt noch unterwegs sind. Es geht ja sogar das Gerücht, daß sie sich mit einem ihrer Söhne gepaart hätte?