Huhu Tom,
also, ich male mal ganz schwarz:
- Besucher werden verbellt, möglicherweise angezwickt. Gut, du sagst, dir, dann kommt Hund auf seinen Platz. Womit du nicht rechnest: der Besuch steht auf oder reißt in Freude oder weil er gerne gestikuliert die Arme hoch. Schneller als der Blitz steht der Pinscher neben ihm und zwickt ihn. Was machst du?
- klassisches Alter, in dem der Jagdtrieb ausbricht. Du machst Schleppleinentraining. Zum Spielen machst du die Schleppe jedoch ab, wegen Verletzungsgefahr. Aus dem Spiel raus nimmt dein Hund eine Fährte auf und ist weg. Du kannst aber für die täglichen Gassigänge auch nicht auf Wege ausweichen, auf denen du niemanden triffst. Was machst du?
- Dein Rüde wird erwachsen. Wegen dem vielen Schleppentraining hat er in letzter Zeit relativ wenige Hunde getroffen, sodass er beim Anblick fremder, intakter Rüden unsicher wird und Theater an der Leine macht. Die anderen Halter scheren sich nen Sch*** und lassen ihre Hunde laufen. Was machst du?
- Pinscher sind Wachhunde. Du hast eine neue Freundin (hypothetisch). Der Pinscher schläft nachts in deinem Zimmer oder sonstwo. Wenn deine Freundin nachts aufs Klo oder was trinken geht, verbellt/-knurrt dein Hund sie. Sie bekommt Angst. Was machst du?
Das Thema bei Pinschern, finde ich, liegt nicht bei Sitz/Platz/Fuß. Sie sind äußerst gelehrig, und wenn man die richtige Motivation gefunden hat, lernen sie enorm schnell. Es ist vielmehr dieses Wachhund-Erbe gepaart mit dem Einschießen auf eine Person, woraus Probleme (je nach Halter ProbleME oder ProblemCHEN) entstehen können.
Meiner Meinung nach reicht es bei fast keinem Hund aus, zu sagen, jemand ist mit Hunden aufgewachsen. Kaum jemand hat nämlich dabei die Verantwortung für die Erziehung getragen, und wenn, dann waren die Ansprüche an die Erziehung sicherlich nicht mit den heutigen zu vergleichen (Hund soll schließlich weder bellen, noch sich bei Unannehmlichkeiten wehren, noch jagen, noch...).
Viele Grüße
Silvia