Nee, ich denke auch nicht, dass dieses Couch-Verbieten von der Trainerin DIE Maßnahme ist. Allerdings kann man daraus etwas für sich mitnehmen. 1) Der Hund steht nicht so sehr im Mittelpunkt, sondern soll eben auch mal für sich, unbeachtet, im Körbchen sein 2) die Reaktion mit dem Schnappen kann ich mir mit 2 Motivationen vorstellen, einer eher selbstbewussten nach dem Motto "ey, hier wird nicht an mir gezogen, Finger weg" und eine eher unsichere, eher "äääh nimm mal die Hand weg, das kenn ich so nicht und macht mir Angst". In beiden Fällen wäre es gut, das Sofa erstmal sein zu lassen. Wie schon angemerkt, gibt das Hinweise aufs weitere Training.
Was aber in so einem Moment immer mal gut ist, ist, die Distanz bissel zu erhöhen, die gedankliche und die physische. Sich nicht dauernd mit Hund beschäftigen, nicht dauernd (auch zuhause) irgendwas üben, sich nicht stetig gedanklich mit Hund befassen, aus dem Augenwinkel beobachten... Klar, er ist neu und ihr mögt ihn, aaaaaber: bei einem selbstbewussten Typ oder einem Typ, der angebotene Freiräume gern für sich beansprucht und dann nicht mehr freigibt, kann das eben zu einem Ungleichgewicht führen. Wie soll ich das sagen. Es geht nicht um das alte "Dominanz"-Thema. Aber manche Hundetypen sind halt frecher, beanspruchen gerne Rechte als ihre und fragen später nicht mehr nach, ob sie dies oder das dürfen. Sondern nehmen es sich heraus und fühlen sich angepupt, wenn Besitzer es dann doch anders wollen. Versteht man, was ich meine? Daher auch der Ansatz: ich kann alles zulassen, solange ich es auch problemlos beenden kann. Da würde ich bei dem relativ vielen Körperkontakt definitiv nochmal nachhaken. Dass er kommt, ist schön, aber das kann auch dazu führen, dass er zB einen von euch beiden sozial kontrolliert (den anderen nicht mehr so gern hinlässt, zB, wenn man körperlich rumalbert, dazwischen geht und sowas). Deswegen würde ich testen und üben, ob er sich wegschicken lässt.
Das geht alles nicht direkt in Richtung konkretem Umgang mit Schnappen. Weil ich denke, die Ursache liegt woanders - entweder er ist frech oder unsicher - und muss daher woanders bearbeitet werden. Ist er zu frech, nimmt sich zuviel raus, schickt ihn öfter mal weg und setzt das auch durch (und er merkt sicher, ob ihr ihn immer im Augenwinkel habt und ihm damit Wichtigkeit vermittelt). Ist er unsicher, gebt ihm mehr Rahmen, lasst ihn mehr aus dem Fokus, draußen hinter euch statt vorne regeln lassen usw. Auch wenn er unsicher ist, KANN es ihm helfen, weniger immer bei euch rumzutüddeln und mehr Ruhe in seinem Bereich zu bekommen.
Und auch nach 3 Monate liest er euch sicher schon ganz gut, dh, wenn ihr ihn wegschickt und dabei denkt "ochgott armer Kerli" oder "allein aufm Sofa ist jetzt aber langweilig", dann weiß er das und nimmt es euch nicht ab. ![]()
Ich wünsche viel Erfolg und hoffe, eure Trainerin kann euch gut helfen.
-s-