ZitatIndividualdistanz, ist schön und gut. Nicht jeder Hund mag es natürlich, wenn ein anderer Hund angerannt kommt. Aber, man könnte ja im Gegenzug daran arbeiten, dass der Hund dann nicht beißt, oder hysterisch wird, wenn andere Hundehalter ihren Hunden beibringen, nicht zu anderen Hunden einfach hinzulaufen. Man kann ja nicht von anderen erwarten, dass sich ihre Hunde immer korrekt verhalten, wenn der eigene sich auch nicht korrekt verhält. (ja, steinigt mich, aber ich finde, da muss von Beiden Seiten etwas getan werden, nicht nur von einer)
Genau diese Einstellung meine ich "Ja, dann kriegt er halt eins auf die Mütze, das ist ein natürliches Verhalten"
Ein natürliches Verhalten ist allerdings auch, dass ein Hund einem Eichhörnchen oder Hasen hinterherrennt, nur unterbinden wird das (zumindest die Meisten). Warum wird dann so auf die "Individualdistanz" gepocht, wenn wir unseren Hunden anderweitig sehr viel von ihrer Individualität und deren Ausleben nehmen?Ein natürliches Verhalten ist für mich, dass sich Hunde mit Respekt begegnen, die Zeichen des anderen vorsichtig auschecken und erst neutral aufeinandertreffen. Falls es nicht passt, gehen sie ihre Wege, falls es passt, freuen sie sich. Was nicht heißt (zum wiederholten Male) dass ich meinen auf andere Hunde einfach zurennen lasse. Wir sind nicht in einem Wolfrudel, wo es um Ressourcenverteidigung geht, ums Überleben. Wenn ein Hund das denkt, dann hat er etwas falsch verknüpft. Und wenn er etwas falsch verknüpft hat, dann kann man das im Normalfall auch wieder entknüpfen. Oder ein Leben lang andere Hunde abblocken, garstig werden, wenn ein anderer Hund angelaufen kommt und sich grämen...... Sorry, wenn ich nicht gerade dezent bin, aber ich verstehe nicht, warum es für manche in Ordnung ist, wenn ihr Hund beißen würde, bei einer spontanen Hundebegegnung..... das hat nichts mit einem natürlichen Verhalten zu tun, denn Hunde sind soziale Wesen und beißen normalerweise nur, wenn sie sich extrem bedroht fühlen. Und wenn sich mein Hund von einem anderen Hund, nur weil er freudig angerannt kommt, bedroht fühlt, dann würde ich mit meinem Hund daran arbeiten, dass er sich eben nicht mehr bedroht fühlt. Ist doch wohl entspannter, als immer in Habacht-Stellung vor anderen Hunden zu sein.....
Ich bringe Dir gerne mal meine zwei DSH vorbei, und Du kannst dann versuchen, zu entspannen und zu entknüpfen, dass mein Rüde einfach keinen Bock mehr drauf hat, freundlich bzw. neutral zu anderen Hunden zu sein, nachdem ihn letztes Jahr im Urlaub insgesamt 3 verschiedene Hunde versucht haben zu beißen (er war jedes Mal bei mir an der kurzen Leine !).
Und da ich mit Wurfgeschwistern unterwegs bin, stehen jedem Ankömmling zwei unfreundliche DSH gegenüber
Was mir leider bisher noch nicht gelungen ist: die beiden hinter mich schicken und einen ankommenden anderen Hund abblocken, dazu sind die zwei selbst zu schnell und mein Rüde denkt, dass er das lieber selbst regelt (kann ich verstehen, Frauchen hat's ja 3 x nicht geschafft).
Ich weiß nicht, ob er in einer solchen Situation beißen würde, aber ich möchte es nicht drauf ankommen lassen, bloss weil ein anderer HH seinen Hund nicht zurückrufen möchte (oder kann ?). Ich weiß aber definitiv, dass er sich wehrt, wenn er wirklich angegriffen wird, hab ich schon zweimal aus einer solchen Situation rausgeholt.
Meine Hunde sind übrigens bei Begegnungen immer angeleint (oder die Hündin im Fuß) und ich signalisiere ganz klar, dass wir keinen Kontakt wünschen. Wenn's dann doch passiert, sehe ich jetzt keine Schuld bei mir, wenn der Kontakt unfreundlich wird.
Ach ja, es kommt vor, dass ich hier 2 Wochen lang keinen Menschen/Hund beim spazieren gehen treffe - von daher ist sowas auch schwer zu trainieren