Zitat
Was ich nicht nachvollziehen kann - nur weil Hunde nicht so erpicht darauf sind, mit jedem fremden Hund zu spielen oder auch nur Kontakt zu haben, sind diese Hunde noch lange nicht asozial, aggressiv, Beisser, etc. Wie hier manche unterstellen.
Da könnte man im Gegenzug auch sagen, die Hunde, die immer und überall ohne Rücksicht auf das Gegenüber Kontakt und v.a. spiel einfordern, sind asozial.
Fakt ist, zumindest meine älteren Hunde wollten und wollen nicht ständig Kontakt mit anderen fremden Hunden. V.a. Nicht rüpeligen Kontakt.
Was ich allerdings auch immer mehr feststelle ist, dass die Zeiten, wo ein Blick ausreichte, und die Hundis wussten, was Sache ist, vorbei zu sein scheinen. Ich kann mich an eine Szene erinnern, da waren wir mit mehreren Hunden spazieren. Zwei der Jungspunds kamen dabei beim Toben meiner damaligen Althündin zu nahe, noch nicht ganz Körperkontakt, aber beinahe. Der Blick, den sie den beiden zuwarf, war recht schnell und sprach Bände .... Das war so kurz, das hätte man recht schnell übersehen können - als Mensch.
Die beiden Jungspunds hielten den Rest des Spaziergangs einen Abstand von gut 5 m ein. Egal wie sie tobten. Die vergassen sich nicht ein einziges Mal mehr.
Und schüchtern waren die beiden ganz sicher nicht.
Ok, zugegeben, die kannten sich auch recht gut. Also wieder nicht vergleichbar mit völlig fremden Hunden.
Aber wie man sieht, braucht es da keinen Zweibeiner, um die Anderen Hinde zu "gängeln" .... Das war übrigens vor 20 Jahren, also keine neumodische Erfindung von wegen Erziehung der Jungspunds.
Alles anzeigen
Es wird aber auch oftmals so "nett" ausgelegt
: "Nur weil ein Hund nicht so erpicht darauf ist, mit jedem anderen Hund zu SPIELEN..." Wie hier mehrfach geäußert wurde (zum Teil schon mit einem gewissen Ansatz von Stolz
), würden manche Hunde einen anderen Hund, der auf sie zuläuft, nicht nur anknurren, sondern anfallen. Für mich ist das ein himmelweiter Unterschied..... Und, es kann keiner abstreiten, dass jeder eine andere Auffassung hat.....jemand anderes hätte vielleicht gesagt, dass der andere Hund zu einem rübergelaufen kam, der Nächste sagt, der Hund wäre rübergewalzt...usw. Und manchmal sieht dann ein Hundehalter nicht mehr, ob der eigene Hund wirklich in den anderen reingelaufen ist, oder ob der andere nicht nen Meter oder mehr vorgeprescht ist, um den anderen "abzuwehren", oder umgekehrt (möchte niemandem etwas unterstellen, aber man wird immer auf der Seite seines Hundes stehen....und auch so argumentieren)
Wir implizieren unseren Hunden schon eine Menge, und auch das kann keiner abstreiten. Auch wenn sich jetzt manche dadurch angegriffen fühlen!!!! Wenn man einen Hund hat, der keinen Kontakt zu anderen wünscht, dann kann man diesen "Wunsch" in einem Hund schon durch sein eigenes Verhalten verstärken, oder nicht? Sonst könnte man es ja auch schlecht positiv beeinflussen...Genauso, wie man einem kontaktgeilen Hund in seinem Wunsch verstärken kann, dass er zu jedem Hund hinrennen will, oder ihm durch das eigene Verhalten signalisiert, was er tun darf.....
Je mehr Achtung man auf die Problematik lenkt, desto mehr Problematik taucht auf..... auf beiden Seiten. Das ist ein "gebranntes Kind Syndrom" (so nenne ich das halt). Lieber die Situation, die man schlecht in Erinnerung hat, vermeiden.... Oder, wenn etwas in Vergangenheit ja gut gegangen ist, von seinen Prinzipien ablassen, die man voller Eifer einst verfolgte, weil ist ja nicht so wichtig, ist ja immer alles gut gegangen............
Fakt ist doch, dass es zig Hundecharaktere gibt, die alle etwas anderes einfordern möchten. Wie ich schonmal schrieb, verlangen wir von unseren Hunden eine Menge...sie dürfen nicht entscheiden, wann sie ihr Futter zu sich nehmen (müssen auf Freigabe warten), sie dürfen nicht selbst entscheiden, wo sie wann, wie liegen dürfen, sie dürfen nicht an einem hochhüpfen, dürfen nicht bellen, dürfen nicht jagen, müssen anständig, ohne jeglichen Zug an der Leine gehen, müssen perfekt hören und Kommandos ausführen, sie würden das Schnitzel vom Teller klauen, wenn man ihnen nicht beibringen würde, was "Nein" heißt etc.... wir schränken im Endeffekt unsere Hunde im jeglichem Maße ein, damit sie in unserer Welt funktionieren (wenn man es aus der Sicht der Individualdistanz sieht) Damit wir sie vor Gefahren schützen, aber auch uns gemeinsam, mit dem Hund, und anderen Mitmenschen, das Leben erleichtern können.... aber auf die "Individualdistanz" wird sehr viel Wert gelegt...das darf Hund SELBST und ganz EIGENSTÄNDIG eintscheiden... DAS leuchtet mir nicht ein...wenn alles immer von Menschenhand kontrolliert ablaufen soll ...warum entzieht man sich dann als Halter aus dieser Kontrolle für den Hund und lässt ihn selbst entscheiden (lässt ihn allein?) Rein aus psychologischer sicht, ist das für mich nicht nachzuvollziehen. Das soll kein Angriff sein, ich kann es nur leider nicht verstehen....
"Ich mag doch auch nicht jeden Menschen" .... logo, aber jeder normale Mensch ERKENNT seine Wahl, und WEIß auch dass er sie hat, zwischen einem anderen Menschen entweder "zur Sau" zu machen, oder ihm höflich aus dem Weg zu gehen, oder zu beschwichtigen (ja, auch wir Menschen machen das MIT FLOSKELN). Tiere handeln da etwas anders....sie erkennen Alternativen erst, wenn man sie ihnen aufzeigt, nicht indem sie darüber sinnieren können, und sich nach ausgiebiger Reflektion ihrer selbst auf einen anderen Weg einlassen....