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Genau deshalb bin ich bei uns ganz raus erstmal. Ich finde auch, dass Tes da komplett das Falsche bezüglich Spiel und Sozialverhalten mit Hunden lernt.
Das war ein einziges großes Gerangel und Geprolle in der Junghundgruppe, da bin ich jetzt gar nicht hin mit Tes.
Lanera und Hundekeeks
Ich glaube, ihr seht das falsch.
Der Mensch hat immer seine eigene Vorstellung davon, wie ein "nettes" Hundespiel auszusehen hat. Dabei ist das Spielverhalten genetisch vorgeprägt bei Hunden.
Das Spielverhalten dient dem Erlernen der Kommunikation unter Hunden. Damit ein Hund sich später richtig verhält im Umgang mit Artgenossen, muss er spielerisch alles ausprobieren, was hündisches Verhalten ausmacht.
Dazu gehören auch Scheinkämpfe, die durchaus echt aussehen sollen. Es wird geprollt, gekämpft, geknurrt, einer unterwirft sich, der andere steht drohend über dem Unterlegenen, der Kehlbiss wird angedeutet, der Unterlegene wird erst freigelassen, wenn er sich eindeutig ergibt usw.
Das Ganze sieht durchaus ernst aus. Es dient aber dazu, das richtige Verhalten zu erlernen, um später richtigen Aggressionen aus dem Weg zu gehen.
Ich glaube, dass viele Hundehalter und Hundetrainer dies schon als Mobbing ansehen und das Spiel viel zu früh unterbrechen. Mobbing ist etwas ganz anderes.
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Wichtige Lernerfahrung
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Für den Hund als Rudeltier ist der regelmäßige Umgang mit Artgenossen die Voraussetzung dafür, später ein sozialkompetentes und verträgliches Tier zu werden. Mit der Fähigkeit, Konflikte weitgehend ohne Aggression zu lösen. Die Begegnungen ermöglichen ihm, Kommunikationsverhalten wie Dominanz- und Unterordnungsgesten, Aggressionsverhalten und Beschwichtigungs-signale und vieles mehr zu üben. Er erhält die Chance, seine Grenzen kennen zu lernen, respektvolles Verhalten zu entwickeln und innerartliche soziale Bindungen oder Rangbeziehungen einzugehen.
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Dem Welpen wird dieser Kontaktanspruch in der Regel innerhalb und außerhalb von Spiel-Gruppen gern zugestanden. Kommt der Hund jedoch in die Reife, zeigt er häufig pubertär bedingtes Rüpelverhalten. Mancher Hundehalter nimmt nun verunsichert Abstand von den nicht mehr nur spielerisch anmutenden Hundebegegnungen. Er führt seinen Vierbeiner fortan unter Leinenzwang und Verbotshörzeichen am Objekt der Begierde vorbei. Aber genau hier kann ein Teufelskreis entstehen. Zum einen bleibt die Entwicklung der innerartlichen Kommunikation auf der Strecke und zum anderen kann sich durch den weitgehenden Verlust der wertvollen Ressource Sozialkontakt frustmotivierte Aggression gegen passierende Artgenossen entwickeln.
http://www.hundeschule-conradi.de/hunde-verstehen/hundebegegnung/