Beiträge von dagmarjung

    Ich kann sie aber auch nicht ablenken, wenn sie sich ablegt und in Lauerstellung geht.

    Du sollst sie nicht ablenken.

    Hinlegen ist verboten und das wird auch durchgesetzt!

    Am besten: das Hinlegen erst gar nicht zulassen, energisch zum flotten Weitergehen auffordern. Wenn möglich, nicht auf den anderen Hund zu, ansonsten: Hund auf die vom Fremdhund abgewandte Seite nehmen und zügig vorbei.

    Wenn du nicht schnell genug warst und sie sich schon hingelegt hat: Hol sie hoch, per Kommando wenn sie eins kennt und befolgt oder sonstwie. Den Bauch kann man per Fuß lupfen oder Leinenende drunter durchziehen und mit dieser Schlinge anheben.

    Meine Hündin hat den anderen Hund fixiert, hat sich dann abgelegt. Als das Paar und der Hund an uns vorbeigelaufen sind, ist sie plötzlich aufgesprungen und wollte zu dem anderen Hund.

    Das ist ganz typisch. Das Auflauern wird durch Aufspringen und Draufstürzen beendet. Gut, daß du darauf schon eingestellt bist! :bindafür:

    Bei Hunden, die im Punkt "Kleinhunde sind auch Artgenossen" nicht ganz firm sind, ist auf jeden Fall immer Vorsicht anzuraten. Der Kleinhund kann innerhalb eines Sekundenbruchteils spontan vom "Artgenossen" zum "Jagdwild" degradiert werden, wenn zB in eine bislang ruhige Situation Bewegung kommt und der kleine Hund sich aus irgendeinem Grund schnell bewegt, rennt, flieht und/oder quietscht.

    Neuerdings geht sie bei kleinen Hunden in Lauerstellung.

    Das deutet darauf hin, daß sie diese Hunde als Jagdobjekt ansieht. Das kann für die Kleinhunde lebensbedrohlich sein, denn gegenüber Jagdwild gibt es keine Tötungshemmung. Ein vom Hund gejagtes Kaninchen kann sich nicht "ergeben" das wird direkt getötet.
    Wenn deine Hündin als Welpe keine Kleinhunde kennengelernt hat, ist es möglich, daß diese gar nicht in ihr Bild vom Artgernossen fallen und daher als Jagdwild angesehen werden können.

    Das ist das Worst Case Szenario.

    Es gibt auch andere:

    Gerade in der Pubertät provozieren junge Hunde gerne einmal und testen, inwieweit sie Artgenossen einschüchtern und mobben können, unter auch mit solchen Dreisigkeiten wie Auflauern. Dafür suchen sie sich nicht unbedingt Gleichstarke oder Überlegene aus, sondern erstmal kleinere Hunde, bei denen ein Sieg sicher ist.

    Zuletzt wird die Lauerstellung auch im gemeinsamen Spiel unter gut befreundeten Hunden verwendet, aber das ist hier offensichtlich nicht der Fall, denn du schreibst ja, sie macht es bei fremden Hunden.

    Bitte sprich unbedingt mit deiner Trainerin darüber, wie man damit umgeht, und lass keinen direkten Kontakt zu kleineren Hunden zu.

    Was für eine bildhüsche Hündin! :smiling_face_with_heart_eyes:

    Also ist sie jetzt etwa 9 Monate alt, richtig?

    Aus welchem Land kommt sie denn?

    Wie groß ist sie, gemessen an der Schulter?

    Hast du eventuell ein Bild stehend von der Seite? Das hilft sehr beim "Rasseraten"... soweit das bei einem Mischling überhaupt möglich ist.

    Du hast was geschrieben von wegen Leute mit denen ihr vorher Kontakt hattet (mit Hund) meiden euch nun.

    Darauf wollte ich auch noch einmal zurückkommen. Liegt das wirklich nur daran, daß deine Hündin groß und schwarz ist oder auch an ihrem Verhalten? Verhält sie sich vielleicht stürmisch/aufdringlich/agressiv bei Hundebegegnungen?

    Auch wenn man sich einen Welpen vom Züchter holt, ist man erst mal einige Monate sehr angebunden. Alle zwei Stunden raus zum Lösen, kann noch nicht alleinebleiben usw. Deine Junghündin muß viel nachholen und ist daher ähnlich anspruchsvoll wie ein Welpe. Mit der Zeit und wachsendem Vertrauen des Hundes in seine neue Lebenswelt vergrößern sich die Freiräume dann wieder.

    Gelangweilt ist deine Hündin draußen auf keinen Fall, sie hat reichlich damit zu tun, sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Kein Wunder, daß sie sich dann nicht auf dich konzentrieren kann.

    Ob sie vor dem Aufenthalt im Tierheim wirklich auf der Straße gelebt hat bzw dort geboren wurde, erscheint mir fraglich, auch qenn sie sicherlich dort aufgegriffen wurde. Viele Straßenhunde sind entlaufene, ausgesetze oder sogar freilaufende und dann gestohlene Besitzerhunde. Es kann also gut sein, daß sie in menschlicher Obhut geboren wurde, wofür auch ihre Zahmheit spricht.

    Rasseeigenschaften wie Wachtrieb oder Jagdtrieb sind auch in Mischlingen vorhanden. Es ist also nicht egal, was für Hundetypen in einem jungen Hund aus dem Auslandstierschutz stecken. Das hat durchaus einen großen Einfluss auf das Leben mit dem erwachsenen Hund. Nicht selten sind es ja Gebrauchshunde für die Jagd oder als scharfe Hofwächter, die oder deren Mischlinge im Tierschutz landen.

    Wenn du selbst keinen Anhaltspunkt dazu hast, könntest du mal ein Foto deiner Hündin hier reinstellen und sagen, aus welchem Land sie kommt.

    Manche Eigenschaften wie Wach- und Schutzverhalten entwickelt der Hund erst mit dem Erwachsenwerden. Da kann sich also noch allerhand verändern bei einem erst halbjährigen Hund.

    Nimm es nicht als Beleidigung, wenn andere HundehalterInnen dir aus dem Weg gehen. Es erleichtert das Leben so sehr, wenn andere Abstand wahren anstatt ihre Hunde ungefragt kontaktieren zu lassen.

    Was eure Rassevorlieben betrifft, kann ich mir einfach nur schwer vorstellen, daß so verschiedene Hundetypen wie Husky, Border Collie, Rottweiler und Dackel alle gleichermaßen perfekt in euer Leben passen.

    Klar kann man sich mit vielem arrangieren, zumal wenn man Erfahrung mit diversen Tierschutzhunden hat. Aber wenn man schon mal die Chance hat, vorher zu wissen, was man bekommt, dann ist es doch nur vernünftig, die Rasse so zu wählen, daß sie möglicht optimal ins eigene Leben und die eigene Umwelt passt. Es macht viel mehr Freude, mit den Anlagen des Hundes zu arbeiten als gegen sie.

    Jagtrieb ausgeprägt oder mäßig?

    Ernsthafter Wächter ja oder nein?

    Viel Will to please oder unabhängig?

    Was für Auslastung macht euch denn Spaß? Obedience, Gebrauchshundesport, Zughundesport?

    Wie aktiv wollt ihr überhaupt mit dem Hund sein? Ich kenne zB keinen einzigen Toller, der nicht im höheren Hundesport oder zB als Rettungshund geführt wird, das sind schon ausgesprochene Arbeitshunde.

    Und was ist denn nun mit Gewicht und Tragen können?

    Corgis sind nur so lange sportlich und aktiv, wie ihre superkurzen Beine und der lange Rücken das zulassen. Wenn ihr insgesamt Qualzuchten ausschließt, würde ich auch beim Corgi ein ganz dickes Fragezeichen setzen.

    Auch der Dackel neigt stark zu Bandscheibenproblemen.

    Zur "Alternative B" Welpe aus dem Tierschutz: Der große Vorteil eines Welpen vom Züchter ist - neben den leichter vorauszusagenden Eigenschaften - einfach der, daß er (überprüfbar) gute Aufzuchtbedingungen hat. Er wird lebenslang davon profitieren, daß er sich in den ersten Wochen optimal entwickeln konnte. Das ist beim Welpen aus dem TS häufig nicht oder nur eingeschränkt gegeben. Es gibt Ausnahmen, aber da muß man schon nach suchen.

    Seit wann ist die Hündin bei euch?

    Was hat dir an ihr gefallen, warum hast du oder habt ihr sie ausgesucht?

    Die Probleme die du schilderst, klingen alle durchaus lösbar. Das sage ich nicht, um deinen augenblicklichen Frust kleinzureden, sondern weil es für mich so klingt, als hättet ihr eine durchaus gute Perspektive auf ein gemeinsames Leben. Das wird natürlich Zeit brauchen.

    Aber es gibt viele Hunde aus dem Auslandstierschutz mit weitaus größeren Problemen.

    Ich gehe davon aus, daß dir bewußt war, daß ein Hund aus dem Tierschutz sein Päckchen mitbringt. Welche Erwartungen hattest du denn beim Einzug an die neue Hündin?

    Klappt das Zusammenleben mit deinem Sohn gut?

    Was magst du an deiner Hündin?

    Ich vermute, da würde man gar keinen bestimmten Punkt ausmachen können.

    Du hast ja auch geschrieben, ihr hattet schon mehrere Pudel in der Familie und keiner hat sich so verhalten. Da dürfte also auch die Wesensveranlagung eine Rolle spielen, falls nicht doch eine unerkannte Schmerz- oder sonstige Gesundheitsproblematik mit reinspielt.

    Ich würde mal mit einer Physiotherapeutin darüber sprechen, wie sie das einschätzt, den Hund untersuchen zu können. Gute Profis haben ja doch den einen oder anderen Trick mehr in der Tasche.

    Gerade wenn der Pudel so empfindlich auf jede Art von Manipulationen reagiert, kann ein fester Ort für jede Art von Manipulationen wirklich helfen. Dieser Ort ist dann zwar nicht beliebt, aber er hilft, daß er sich überall sonst sicherer fühlen kann, sobald er verinnerlicht, daß böse Dinge wirklich nur dort und nirgendwo sonst geschehen. Dann ist die Skala zwar zunächst einmal sehr einseitig verschoben, aber man kann mit mehr Ruhe und in Mini-Minischritten an den Problemen arbeiten und das gute Verhalten im Alltag fördern, so wie DerFrechdax schreibt.

    Ich glaube, da muß man einfach auch Fingerspitzengefühl für den jeweiligen Hund entwickeln. Das was du sagst, nämlich den Hund im täglichen Umgang an Manipulationen gewöhnen, und was ich in Bezug auf den Schertisch gesagt habe, schließt sich nicht aus, auch wenn es zunächst wiedersprüchlich klingt.

    Ich würde da von den Enden der Skala her denken. Richtig doofe Sachen wie Scheren und Krallenschneiden auf jeden Fall immer auf dem Schertisch, ganz harmlose Sachen wie mal kurz eine Körperstelle kontrollieren direkt in der Situation mit einem Ankündigungswort. Der Rest der notwendigen Manipulationen dann halt je nachdem wie doof oder harmlos der Hund es empfindet.