Beiträge von dagmarjung

    aber einfach ein Foto posten und "woanders gehts auch" ist halt auch nicht immer eine befriedigende Antwort, weil solche Lösungen erst mal möglich sein müssen.

    Ich habe kein Foto gepostet, sondern ein Video, was doch etwas mehr Enblicke bietet.

    Nicht möglich? - in Kopenhagen ist es ja offenbar doch möglich. Und so exotisch und himmelweit entfernt von Deutschland ist Kopenhagen ja auch nicht, daß es sich nicht lohnen würde, hiesige Zustände mit den dortigen zu vergleichen und einfach mal darüber nachzudenken, was man davon lernen könnte, wenn man wollte.

    Auch in Kopenhagen fiel die Verkehrsplanung nicht vom Himmel, sondern war und ist die Folge von Entscheidungen.

    Mit 10 Monaten wäre ein Wildcanide sozuagen Lehrling und würde Jagd und Jagdtechniken von seinen Eltern lernen. Es ist kein Zufall, daß Hunde gerade in diesem pubertären Alter ihre Jagdleidenschaft entdecken.

    Jagdverhalten immer nur verbieten, ohne daß der Hund sich auch mal entsprechend betätigen darf, bedeutet ständigen Frust auf beiden Seiten. Eine Handvoll verstreute Leckerchen sind einfach kein Ersatz für das Hochgefühl beim Jagen.

    Ich finde 10 Monate ein gutes Alter, um mit dem Hund eine Ausbildung zu beginnen, die auch ruhig etwas anspruchsvoller sein darf und seinen Anlagen entgegenkommt. ZB Mantrailing oder Dummytraining bieten jagdähnliche Auslastung und erlauben dem Hund so, seinen Bedürfnissen unter kontrollierten Bedingungen nachzukommen.

    Ein kurzer Blick nach Kopenhagen: Hunderte und hunderte Radler in dem kurzen Video, aber kein einziger fährt auf dem Gehweg. Warum? Weil Fuß, Rad und Auto hier konsequent baulich getrennt sind und jeweils genügend Platz haben.

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    So kann nachhaltiger Stadtverkehr aussehen, wenn man wirklich will und auch Geld in die Hand nimmt.

    Ein hochtrainierter Profisportler im Rennen hat mit Altagsradeln ja nun nicht viel zu tun.

    Unbestritten ist aber, auch 20 oder 25 kmh können schon zuviel sein, wenn Radler und Fußgänger sich auf engen Wegen passieren müssen.

    Die an sich positive Entwicklung der E-Bikes, die das Radfahren für viele Menschen, gerade auch Ältere, attraktiv macht, sorgt für mehr und durchschnittlich schnelleren Radverkehr. Dieser trifft aber auf eine mangelhafte und veraltete Infrastruktur, die dafür, wie ich schon anfangs schrieb, überhaupt nicht ausgelegt ist. Ebensowenig wie für breitere Lastenräder oder Räder mit Anhänger.

    Schnellere Verkehre gehören auf die Fahrbahn. Dazu muß das Fahren auf der Fahrbahn aber sicherer, und zwar real wie gefühlt sicherer werden. Und das ist auch möglich. Kopenhagen und die Niederlande machen es vor. Konkret heißt das, das bisher in der Raumverteilung bevorrechtigte Auto muß Platz abgeben. Wenn zB Autofahrspuren für den Radverkehr umgewidmet werden, dann haben Fußgänger, Radfahrer und Autos ihren jeweils eigenen Raum.

    Kluge Stadt- und Verkehrsplaner schimpfen nicht auf rücksichtslose Menschen, sondern fragen nach den Ursachen und verbessern die Infrastruktur. Wo so offensichtlich Bedarf besteht, müssen Lösungen her. Leider sind die finanziellen Mittel hier höchst ungleich verteilt.

    Es wäre ein Traum, wenn Radlern, wie Fenjali glaubt, der rote Teppich ausgerollt würde! :hugging_face:

    Leider ist das Gegenteil der Fall. Aktuell werden dem Radverkehr vom Verkehrsminister die gerade wieder ohnehin verschwindend geringen Gelder gekürzt. (Dem Autoverkehr übrigens nicht).

    Eine schnelle Internetsuche zeigt, daß Städte in Deutschland für die Radverkehrsinfrastruktur pro Kopf und Jahr Beträge zwischen 2,50 und 6 Euro ausgeben. Für den Pkw stehen dagegen 128 oder auch mal 240 Euro zur Verfügung. Alles keine aktuellen Zahlen, aber das Verhältnis spricht für sich.


    https://www.daserste.de/information/wi…-Stadt-100.html

    Fenjali, jetzt endlich habe ich dich verstanden, und ja, es tut mir leid, daß es so lange gedauert hat.

    Das Fahrrad an sich ist dämonischen Ursprungs, und wer sich unbedachterweise in seinen Sattel schwingt, wird von der abgrundtiefen Bosheit des Gefährts mitgerissen und kennt nur noch ein einziges Ziel: seine unschuldigen Mitmenschen sowie alles, was lebt nach Kräften zu terrorisieren. Das ist der Grund, warum sich Radfahrer von allen anderen Menschen so grundlegend unterscheiden. Das Rad ist schuld.

    Seid verdammt in alle Ewigkeit, ihr mechanischen Ausgeburten der Hölle! :fluchen:

    Ich hätte es wissen müssen: schließlich spielt ein Dreirad bereits in "Das Omen" eine wichtige Rolle. :nicken:

    Klingeln und warten ist so mühsam, da wird sich im Kreis gedreht, ewig mit dem Hund rumgehampelt, Gruppen laufen hin und her bis sie sich geeinigt haben auf welche Seite man möchte, ... All diese Probleme hat man als Radfahrer nicht, wenn man möglichst schnell vorbeizischt.

    Und deshalb bin ich für Kennzeichenpflicht, Führerschein und Haftpflichtversicherungspflicht für Radfahrer.

    Jedes Dackelchen muss in Millionenhöhe versichert sein, aber Radfahrer können sich wie Rambo durch die Umwelt gaunern, Leute gefährden und bei Unfällen schneller über alle Berge sein als man die Polizei holen kann.

    Fenjali , du weißt aber schon, daß Vriff das ironisch gemeint hat? Als fiktive Alternative, da du ja das normale und übliche Warnklingeln als Nötigung verdammst? Es beschreibt nicht das, was sie real tut.

    Übrigens ist eine funktionierende Klingel am Fahrrad polizeilich vorgeschrieben, das hat schon seinen Grund.

    Fenjali Zur Erläuterung:

    Ich fahre gezwungenermaßen viel auf Bürgersteigradwegen, die eng sind und nur optisch vom Fußgängerbereich getrennt. Obwohl viele Radfahrer hier in der Stadt unterwegs sind, und Fußgänger daher jederzeit mit Radlern von hinten rechnen müßten, kommt es häufig vor, daß Fußgänger ganz oder teilweise auf den Radweg geraten. Da auch ich das Recht und den Anspruch habe, mich per Rad - jawoll! - in der Stadt zu bewegen, mache ich rechtzeitig durch Klingeln auf mich aufmerksam. So wissen die Leute, daß da gleich jemand von hinten überholen wird. Und haben genug Zeit, diese Information zu verarbeiten und den Radweg freizugeben.

    Gelegentlich - selten - kommt es tatsächlich vor, daß sich jemand beim Klingeln leicht erschreckt und zur Seite springt. Das läßt sich nicht ganz verhindern, weil, wie gesagt, verschiedene Menschen das Klingeln subjektiv verschieden wahrnehmen. Das kann ich nicht ändern. Es ist mir allerdings immer noch lieber, als unvorbereitete Fußgänger im Zentimeterabstand zu überholen oder gar in sie reinzurasseln, weil sie spontan und ohne zu schauen auf den Radweg abbiegen.

    Du wirst jetzt vermutlich Absteigen und Schieben als einzig moralisch zu rechtfertigende Verhaltensweise vorschlagen. Das sehe ich allerdings anders. Ich nötige nämlich niemanden. Ich vertreibe niemanden aus seinem Bereich. Ich nehme lediglich den für mein Verkehrsmittel offiziell vorgesehenen Weg in Anspruch, und dieses Recht habe ich.

    Als Fußgängerin, gerade auch mit Hund, bin ich froh, wenn Radler rechtzeitig auf sich aufmerksam machen, damit ich in Ruhe reagieren kann, falls nötig.

    Genauso, wie ich es mir von anderen wünsche, verhalte ich mich auch gegenüber Fußgängern.