Beiträge von dagmarjung

    Es gibt eine sehr interessante Studie aus dem Kieler Institut für Haustierkunde. Dort wurden je ein Wurf von Labrador- und Golden Retrievern von Verhaltensforschern begleitet, von der Geburt bei den Züchterinnen an bis zu etwa einem Jahr. Wie die verschiedenen Hunde sich bei den verschiedenen Besitzern entwickelt haben, ist wirklich sehr aufschlußreich.
    Diese ausführliche Studie ist dem Buch 'Hunde und ihre Menschen' von Dr Dorit Feddersen-Petersen zu finden. Die dort beobachteten Golden Retriever wurden als vergleichsweise sensibler beschrieben als die Labradore, die seelisch eher härter im Nehmen waren.

    Ich weiß nicht, ob das Buch noch im Handel ist, aber es ist sicher über Fernleihe bei Büchereien ausleihbar.

    Gerade bei so weit verbreiteten Rassen, die auch noch in verschiedene Richtungen hin gezüchtet werden (Arbeit/Show) findet man natürlich auch sehr verschiedene Temperamente und Anlagen innerhalb der Rasse. Wach- und Schutztrieb ist allerdings nie Zuchtziel dieser beiden Rassen gewesen. Was nicht ausschließt, das einzelne Hunde beider Rassen das trotzdem zeigen können. Typisch ist es aber nicht.

    Dagmar & Cara

    In meinen Augen ist das überhaupt kein Problem. Wenn ihr die Hündin aus hygienischen Gründen nicht direkt auf eurer Bettwäsche haben wollt, kauft eine von diesen billigen, flauschigen Wohndecken und legt die aufs Bett, wenn ihr es nicht benutzt. Dann ist sogar die Läufigkeit kein Problem mehr. Es ist schön für die Hündin, wenn sie in eurer Abwesenheit euren Geruch genießen darf- und natürlich das weiche Luxusfederbett! Umso entspannter gestaltet sich das Alleinesein.

    Bei mir ist es auch so, daß ich mein Bett beim Schlafen nicht mit dem Hund teilen mag, aber wenn ich es nicht benutze, darf Cara drauf.

    Dagmar & Cara

    Vielleicht noch zwei Gedanken zum Thema:

    Du wünschst dir - so schließe ich aus deiner Wahl - einen jungen, gesunden, klein bleibenden Hund mit freundlichem, anpassungsfähigen Wesen, der dazu noch mit seinem Wuschelhaar niedlich aussieht.

    Solche Hunde, ob Rassehund oder Mischling, sind immer und überall begehrt. Die bleiben auch im Tierheim nicht lange sitzen, sondern werden sehr schnell vermittelt. Sie sind nicht so sehr Notfälle, die gerettet werden müßten, sondern sehr begehrte Artikel, wenn man das mal nüchtern sieht.

    Schwer zu vermitteln sind dagegen Hunde, die alt, krank, groß, ängstlich, agressiv, oder mit sonstigen Macken behaftet sind. Falls du in der Lage bist, einem solchen Hund ein gutes Zuhause zu bieten, tust du wirklich ein gutes Werk und rettest möglicherweise einen Hund vor einem langen oder sogar lebenslangem Aufenthalt im Tierheim.
    Aber passt ein solcher Hund in dein Leben? Da muß man vorher schon gut überlegen, mit welchen Eigenschaften eines Hundes man leben kann und womit man überfordert ist. Denn oft läßt sich nicht vorhersagen, was sich zum Guten bessern kann und was nicht.

    Zum zweiten: ich finde es moralisch absolut in Ordnung, die gute Arbeit und die viele Mühe, die sich eine wirklich seriöse Züchterin macht, mit meinem Geld zu unterstützen. Eigentlich sollten alle Welpen so aufwachsen dürfen!

    Dagmar & Cara

    Junge Hunde machen verschiedene Phasen in ihrer Entwicklung durch, dazu gehören auch Phasen erhöhter Sensibilität. Die Vertrauensseligkeit des frühen Welpenalters verschwindet, auf einmal erscheint manches gefährlicher als früher. In dem Maße, wie der Hund mehr Erfahrung mit seiner Umwelt sammelt, überwindet er normalerweise diese Phasen der Ängstlichkeit und wird sicherer. Da muß also nichts vorgefallen sein, wenn er sich auf einmal vor Dingen ängstigt, die ihm bisher nichts ausgemacht haben.

    Ich würde die Anzeichen der Unsicherheit ernst nehmen und dem Hund auf keinen Fall den Kontakt mit Kindern aufzwingen, wenn er nicht von sich aus und freiwillig auf Kinder zugeht. Auch wenn du in der Stadt wohnst, kannst du sicher an Kindern einfach ohne Kontakt vorbei gehen. Auch wenn Kinder nett und höflich fragen, ob sie den Hund streicheln dürfen, darfst du diesen Wunsch ablehnen! :smile:
    Dein Hund wird es dir danken.

    Falls du ihm Kontakt aufzwingst nach dem Motto 'er soll sich gewöhnen', kannst du dir leicht einen Angstbeißer heranziehen. Auch wenn er jetzt noch nicht schnappt, kann sich das mit dem Älterweden ändern. Oft versuchen Welpen, einer unguten Situation durch Ausweichen oder unterwürfiges Verhalten zu entkommen, wenn sie aber älter werden, wehren sie sich auch aktiv.

    Solche Phasen der Unsicherheit gehen aber in aller Regel vorüber, wenn nichts Dramatisches passiert, das die schlimmen Befürchtungen des Hundes bestätigt.
    Es kann aber natürlich sein, daß dein Hund künftig nicht grundsätzlich alle Kinder liebt, sondern eher neutral oder reserviert ist.

    Dagmar & Cara

    Ich habe selber Arthrose und kann daher aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen. Im Winter kühlen die Gelenke draußen leicht aus, auch wenn man sich bewegt und nicht friert, denn Knie usw liegen ja an der Körperoberfläche. Durch das Auskühlen werden sie steifer und Schmerzen verstärken sich. Ich würde daher den Hund ohne Angst vor Verweichlichung warm einpacken, und damit nicht erst warten, bis sie friert. Falls der Mantel deiner Hündin zu warm werden sollte, wird sie das durch Hecheln zeigen.

    Dagmar & Cara

    St Peter Ording: Offiziell ist nirgendwo Freilauf erlaubt. Am Hundestrand ist Leinenpflicht.

    Inoffiziell wird aber geduldet, wenn Hunde jenseits der Strandkorbbereiche frei laufen. Zumindest habe ich dort noch nie erlebt, daß kontrolliert wurde. Da sich der Strand sehr weit hinzieht, kann man schön laufen und den Hund auch ins Wasser lassen.

    Im Watt ist es weder erlaubt noch angebracht, Hunde frei laufen zu lassen, weil dort immer viele Wildvögel unterwegs sind, die nicht gestört werden sollen.

    Im Wald gibt es viele Rehe, in Dünenbereichen Kaninchen.

    Dagmar & Cara

    Im Dunkeln sind Hunde generell mißtrauischer und gruseln sich leicht vor Dingen, die sie am Tage ganz gelassen hinnehmen . Meine Pudeline ist generell sehr freundlich und unbefangen, aber wenn wir abends die letzte Runde machen, kann es gelegentlich vorkommen, daß sie mal knurrt oder wufft, wenn jemand in der Nähe unterwegs ist und irgend etwas tut oder an sich hat, was sie nicht recht einordnen kann.

    Ich finde, du hast es genau richtig gemacht, deinen Hund nicht zur Konfrontation gezeungen, aber deinen Weg trotzdem fortgesetzt. Ich glaube nicht, daß der Vorfall irgendwelche Folgen haben wird in dem Sinne, daß Diego nun den Nachbarsjungen nicht mehr mögen wird. Wenn der Junge von sich aus darauf zu sprechen kommt, kannst du ihm ja sagen, daß Diego ihn im Dunkeln nicht erkannt hat.

    Dagmar & Cara

    Grundsätzlich finde ich es kein Verbrechen, Hunde zu züchten, wenn Abnehmer dafür vorhanden sind. Das Argument, daß in den Tierheimen schon viele Hunde sitzen, läßt sich genauso gegen die Zucht von Rassehunden anbringen.
    Trotzdem muß man schon sehen, daß die Mehrzahl aller Hunde in den Tierheimen Mischlinge deutlich größer als Kniehöhe sind, also genau das, was ihr auch züchten würdet.

    Die rassespezifischen Erbkrankheiten sind ein weit geringeres Risiko, wenn die Anlagen nicht von beiden Seiten vererbt werden, dH Mischlinge gelten nicht zuletzt aus diesem Grund zu recht als robuster als Rassehunde. (Darin liegt ist ja gerade die vielbesprochene Krise in der Rassezucht). Für multifaktorielle Krankheiten wie HD gilt das nicht, aber weder Malinois noch die nordischen Hunde sind meines Wissens dafür überdurchschnittlich anfällig, so daß das Risiko wohl überschaubar ist, wenn die Elterntiere getestet werden.

    Was in meinen Augen sehr gegen einen Wurf spricht, sind die Wesenseigenschaften der Ausgangsrassen, die eine brisante Mischung ergeben können. Das wurde ja schon mehrfach angesprochen. Sind wirklich alle potentiellen Bewerber auf solche Hunde eingestellt oder wünschen sie sich doch eher einen einfachen, berechenbaren Begleiter?

    Außerdem - ich habe mehrere Mischlingswürfe in meiner Umgebung kennengelernt. Im Rückblick leider nicht wirklich gut gelaufen für die Hunde.

    Fall 1: Bildschöne Settermischlingshündin, viele Bewerber: 'Wenn die mal Junge hat, will ich eins... ' daraufhin Hündin gedeckt: 11 Welpen! - Alle Bewerber abgesprungen, als es dann ernst wurde. Mehrere Welpen schwach, mit Mühe gepäppelt, doch gestorben, 8 Welpen übrig, schwer zu vermitteln, da groß werdend, vier waren noch mit mehr als 5 Monaten bei der 'Züchterin'. Leider habe ich danach den Kontakt verloren und weiß nicht, wie es den Hunden weiter erging. Außer daß die Besitzerin die Mutter ins Tierheim gegeben hat und eine Tochter behalten.

    Fall 2: ungewollter Wurf in einem Reitstall, alle Welpen wurden zwar schnell vergeben, aber nach einem Jahr war von 6 nur noch einer beim ersten Besitzer!

    Es stimmt schon, Welpen wird man immer los. Fragt sich nur, an wen, und ob sie da auch lebenslang bleiben dürfen.


    Dagmar & Cara

    Wenn ein Rüde häufig den Penis ausfährt, hat das nichts mit Dominanz zu tun, sondern es ist ein Zeichen von Stress. Schon junge Welpen zeigen das, lange bevor sie im fortpflanzungsfähigen Alter sind. Achtet darauf, wann der Hund überfordert ist und nehmt ihm den Stress!

    Wenn der Rüde zusammen mit dem Ausfahren andere sexuelle Verhaltensweisen zeigt, am Hintern einer läufigen Hündin schnuppert oder an deren Urin leckt, dann ist es logischerweise ein sexuelles Verhalten. auch wieder nix mit Dominanz! :smile:

    Dagmar & Cara

    PS: der ausgefahrene Penis 'steht' beim Hund immer, statt zu hängen, weil er durch einen Knochen gestützt wird.