Der Genetiker Dr Hellmuth Wachtel begleitet die Rassehundezucht schon seit Jahrzehnten kritisch und hat ein sehr lesenswertes Buch dazu verfasst:
Rassehund wohin, erschienen 2012 im Kynos Verlag.
Ich fasse mal kurz zusammen:
Die Rassehundezucht steckt heute insgesamt in der Krise. Viel diskutiert werden ja die offensichtlichen anatomischen Übertreibungen bei Möpsen, Deutschen Schäferhunden usw, aber von wenigen Gebrauchshunderassen abgesehen ist die Rassehundezucht seit ihrer Gründung eine Schauzucht. Eine Selektion auf Vitalität und Leistung gibt es bei der großen Mehrheit aller Hunderassen nicht.
Das meistgebrauchte Werkzeug der Züchter war und ist oft bis heute die Linienzucht, eine gemäßigte Form der Inzucht, wodurch sich der Genpool immer mehr verengt. Dazu kommen weitere Faktoren wie der zu häufige Einsatz weniger 'Super'Rüden oder die Zucht in getrennten Farbschlägen innerhalb einer Rasse.
Ein Umdenken der Vereine gibt es bis heute nur in seltenen Fällen, das Rassehundewesen und seine Organisationen erweist sich als sehr schwerfällig, Probleme werden oft verleugnet.
Daß Mischlinge durchschnittlich länger leben als Rassehunde ist kein Märchen, sondern wurde inzwischen in zwei unabhängigen Untersuchungen (USA und Skandinavien) nachgewiesen. Dabei wurden die Hunde in mehreren Größenkategorien erfasst, denn es ist ja bekannt, daß kleine Hunde eine höhere Lebenserwartung haben als große. Es wurden also nur Rassehunde und Mischlinge gleicher Größe/Gewicht miteinander verglichen. Über alle Größen hinweg lebten Mischlinge fast zwei Jahre länger.
Dagmar & Cara