Beiträge von dagmarjung

    Beißhemmung: Alle Welpen beißen wie die Krokodile, denn die Beißhemmung entwickeln sie nicht von heute auf morgen. Um sie aber zu entwickeln, brauchen sie Beißspiele mit dem Partner, beißen total verbieten bringt da nichts, dann kann dein Hund nicht lernen, seine Zähne sanft einzusetzen. Quieken und das Spiel kurz abbrechen, wenn's wehtut, ist der richtige Weg. Aber der dauert eben auch seine Zeit.
    Als Cara klein war, hatte ich wochenlang punktierte Hände und Arme. Heute zieht sie mir mit den Zähnen die Socken aus ohne das leiseste Kniepen.

    Gegenstände hergeben: Welpen erkunden die Welt mit dem Maul. Als Cara klein war, habe ich zum erstenmal so richtig gemerkt, wieviel Müll bei uns rumliegt, denn ständig hatte sie was im Fang: Glasscherben, Zigarettenkippen, Gammelzeug...
    Hund schnappen und Maul zwangsweise öffnen ist die schlechteste Lösung. Denn der Hund verliert Vertrauen in dich und lernt vor allem eins: sich nach Möglichkeit rasch zu verdrücken, wenn er was Tolles gefunden hat.
    Besser ist es, zu tauschen: Gutes, gut riechendes Leckerli vor die Nase halten, dann wird er das Maul öffnen und den Gegenstand fallenlassen um das Leckerli zu fressen. Wahlweise geht das auch mit Spielzeug, je nachdem, was für den Welpen begehrenswerter ist.
    Keine Sorge: diese Phase, in der der Welpe alles ins Maul nimmt, vergeht.

    Dagmar & Cara

    Erstmal durchatmen: alles ist normal. :gut:

    Daß ein junger Welpe nicht vom Haus wegwill, hat die Natur so eingerichtet. Wolfswelpen bleiben auch ganz von selbst dicht bei der Wohnhöhle, auch wenn die Eltern jagen gehen.
    Es ist also völlig normal, daß der Welpe blockiert, sich hinlegt und noch nicht 'eine Weile mitläuft'.

    Das hat nichts, absolut nichts mit Dominanz oder Sturheit zu tun!
    Einfache Lösung: du verlangst noch kein Mitlaufen, sondern trägst ihn an den Ort, wo du ihn haben willst.

    Stubenreinheit: Die Welt draußen ist für den Welpen sehr aufregend und spannend. Es gibt viel zu erleben und zu erforschen und die Anspannung ist manchmal zu groß, um sich zu lösen. In der heimischen Umgebung deiner Wohnung entspannt er sich dann endlich - und pinkelt.
    Das ist keine Verarsche, kein böser Wille - das ist normal!

    Du kannst deinem Welpen helfen, indem du ihn zum Gassigehen immer an denselben ruhigen Ort mit möglichst wenig Ablenkung bringst und wenn du gößere Aktionen machst wie im Park, bringst du ihn zum Abschluß noch mal genau an diesen Ort und läßt es dort ruhig und langweilig ausklingen.
    Richte dich aber darauf ein, daß das Erlernen der Stubenreinheit ein ganze Zeitlang dauert. Bei den allermeisten Hunden dauert es bis zur Perfektion mehrere Monate, wobei Unfälle natürlich immer seltener werden.

    Wie oft raus? - Faustregel für tagsüber: Nach dem Schlafen, nach dem Fressen und nach dem Spielen muß ein Welpe immer direkt raus! - Nur wenn nichts von alledem zutrifft, dann nach 2 Stunden. Also nicht stur nach dem Wecker alle 2 Stunden oder 1,5. Und weck ihn nicht extra, wenn er gerade schläft!

    Leute treffen: Es ist nicht nötig, daß Hinz und Kunz deinen Hund streicheln. Du machst es gut, wenn du lieber zu ruhigeren Zeiten gehst, aber du darfst auch ruhig mal entschieden Nein sagen. Achte darauf, ob dein Hund wirklich von sich aus Kontakt möchte und wenn ja, wann es ihm zuviel wird. (Stresszeichen sind zB wegdrehen, ausweichen, sich kratzen, hecheln). Halte die Menschen davon ab, ihn zu bedrängen oder gar festzuhalten.
    Ein gut sozialisierter Hund ist nicht der, der viel zwangsgestreichelt wurde, sondern der, der positive Erfahrungen mit Menschen machen durfte, dazu gehört auch, daß Menschen seinen Wunsch nach Abstand respektieren.

    Und zuletzt und zum Trost: du bist mit deinen Gefühlen nicht allein! Such mal hier im Forum nach dem Begriff 'Welpenblues'! ;)

    Dagmar & Cara

    Es gibt Hündinnen, die kürzere Zyklen haben als die üblichen 6 oder 7 Monate. Aber das plötzliche Interesse der Rüden kann auch ein Alarmzeichen sein und auf entzündliche Prozesse in Gebärmutter oder Scheide hindeuten. Da sie erst vor vier Wochen geworfen hat und keine sonstigen Anzeichen von Läufigkeit wie vermehrtes Markieren zeigt, würde ich eher in diese Richtung denken und sehr schnell zum TA gehen, auch wenn die Hündin sonst munter ist.
    Wie verlief die Geburt, warum starben die Welpen, sind wirklich alle Welpen draußen - das müßte mit dem TA besprochen werden, soweit du darüber Bescheid weißt.

    Dagmar & Cara

    Ich habe zwar nicht Tiermedizin studiert, wohne aber schon lange in Hannover. Viele VetStudis studieren hier mit Hund. Utopisch ist es also keineswegs, sondern ganz alltäglich. :smile:
    Viele angehende TierärztInnen bereichern Hannovers Hundeszene zB in den Hundesportvereinen und Hundeschulen, und es gibt kein TiHosportfest ohne Hunderennen!
    Die angehenden bzw inzwischen fertigen Tierärztinnen, die ich kenne, hatten während des Studiums genug Zeit für ihre Hunde, auch für Sport wie Dummytrainig, Mantrailing oder anderes. Allerdings wird es dann meist nach dem Studium merklich enger, und nicht selten kommen die Hunde dann doch recht kurz.

    Es gibt zumindest ein Studentenwohnheim, wo man mit Hund einziehen kann, das 'Schwesternhaus' gleich hinter der TiHo. Kann aber sein, daß das nicht über das Studentenwerk läudt, sondern über die TiHo direkt.
    Ein großer Vorteil ist, daß du in deinem Studiengang sofort Leute findest, mit denen du gegenseitige Hundebetreuung organisieren kannst. Das ist natürlich wichtig.

    Eine gute Anlaufstelle für praktische Fragen rund um das Thema Studieren mit Hund ist sicher auch der Asta der TiHo.

    Dagmar & Cara

    Man kann Zeitung lesen, aber man muß nicht immer und überall Leserbriefe schreiben. ;)

    Autos, Fahrräder, abgestellte Rucksäcke, Messestände, Marktbuden... muß echt nicht sein.
    Allerdings haben die Pinkler, über die ich mich richtig ärgere nur zwei Beine. Stichworte sind Aufzüge und Unterführungen.


    Dagmar & Cara

    Ich fahre seit Jahren mit meiner Kleinpudelhündin (8 Kilo) sicher Fahrad. Ohne Springerbügel oder sonstige Extraausstattung.

    Die normale verstellbare Leine ist auf 1,5 Meter eingestellt, also auf den mittleren Ring eingehakt. Bei der richtigen Leinenlänge hat der Hund genügend Spielraum, um einen gewissen Abstand seitlich neben dem Rad zu halten, die Leine ist aber kurz genug, damit sie werder dem Hund noch dir zwischen die Füße oder ins Pedal gerät. Die Leine ist auch nicht so lang, daß der Hund dir vorne ins Fahrad laufen kann. Die ideale Position des Hundes ist neben deinem Knie oder etwas weiter vorne. In Rechtskurven nehme ich den Hund etwas weiter nach hinten und warne ihn mit 'Achtung' vor.

    Du hängst dir die Leine ans Handgelenk und hast wie gewohnt beide Hände am Lenker. NIE, NIE, NIE und auch nicht ausnahmsweise hängst du die Leine an den Lenker!!! :smile:
    Sollte der Hund plötzlich anhalten oder zur Seite prellen, nimmst du die Hand vom Lenker und kannst die Leine je nachdem festhalten oder loslassen. Das ist sozusagen deine 'Sollbruchstelle'.
    Dein Hund ist kräftemäßig nicht in der Lage, dich vom Fahrad zu ziehen.

    Der Hund wird immer rechts geführt, also auf der vom Gegenverkehr abgewandten Seite. Das ist übrigens sogar Vorschrift. Ich sehe viele HH, die links führen, das ist aber wirklich gefährlich. Selbst wenn man fern von Autos unterwegs ist, gibt es immer noch Radfahrer, oft wird sehr knapp am Hund vorbeigefahren.

    Viel Spaß und gute Fahrt!

    Dagmar & Cara

    Für mich klingt es normal. Welpen steigern sich schnell hoch beim Spielen, aber du schreibst ja, daß er sich auch wieder beruhigt und hinlegt, wenn ihr das Spiel abbrecht. Das ist gut. Noch besser ist es, es bis zum Überdrehen kommen zu lassen, sondern das Spiel rechtzeitig etwas ruhiger zu gestalten.
    Auch daß er die meiste Zeit des Tages schläft, ist ein gutes Zeichen. Daß er im Rest der Zeit munter und aktiv ist, spielen, rennen und knabbern will, ist doch klar. Er hat ja jetzt seine Geschwister nicht mehr, mit denen er toben konnte. Die typischen Welpenspiele sind nun mal Raufspiele, Beutefangspiele und Rennspiele. Die Katze ärgen soll er natürlich nicht, da müßt ihr rechtzeitig eingreifen, aber das er es versucht, ist normal.

    Ein junger Welpe hört logischerweise noch auf nichts, er hat ja noch nichts gelernt. Bringt es ihm nicht über Strafen bei, sondern lenkt ihn ab und bietet ihm erlaubte Alternativen, wenn er etwas Unerwünschtes tut. Ein Zergelseil für Beißspiele statt eure Arme und Büffelhautknochen zum Kauen statt Stuhlbeine usw.

    Ihr habt euren Welpen erst seit wenigen Tagen, nehme ich an, da er ja erst achteinhalb Wochen alt ist. Denkt daran, daß gerade sein ganzes Leben umgekrempelt wurde. Allein die Umstellung ist natürlich schon ein gewisser Stressfaktor.

    Viel Freude mit eurem Welpen! :smile:

    Dagmar & Cara


    Dagmar & Cara

    'Retrievermix aus der Türkei'... es macht mich immer etwas stutzig, wenn Hunde aus dem Auslandstierschutz als Mischlinge von Rassen beschrieben werden, die hier in Deutschland zwar häufig vorkommen, aber im Herkunftsland des Hundes nicht unbedingt. Oft wird da einfach nach Optik definiert. Ich weiß nicht, wie beliebt und häufig Retriever in der Türkei sind, aber ich weiß, das es dort viele Herdenschutzhunde und Mischlinge dieses Typs gibt. Die sehen einem Retriever recht ähnlich, unterscheiden sich im Wesen aber sehr. Im Alter von 2 bis 3 Jahren werden sie in der Regel mental erwachsen und unterscheiden dann deutlich zwischen bekannten Freunden und unbekannten Fremden. Dazu kommt, daß Hunde dieses Typs dafür bekannt sind, sehr territorial zu sein. Wobei das eigene Revier nicht unbedingt nur Wohnung oder Haus und Grundstück ist, auch oft begangene Wege können nach Meinung des Hundes dazugehören und da haben fremde Hunde dann nichts zu suchen.

    Das ist jetzt natürlich nur geraten, weil ich deine Hündin ja nie gesehen habe, aber deine Beschreibung könnte schon auf einen Herdenschutzhundmix passen, auch ihre positiven Eigenschaften.
    Hier im Forum gibt es einen langen Tread über Herdenschutzhunde, vielleicht hilft dir das weiter.

    Dagmar & Cara

    Zu den beiden aktuellen Artikeln in den Zeitschriften WUFF und SITZPLATZFUSS:
    Beide Zeitschriften gibts im Laden, leider nicht in allen.

    Der WUFF Artikel wurde von Udo Gansloßer und Thomas Baumann verfaßt, beschäftigt sich vor allem mit der angeblichen Vererbung, die allerdings mit den bekannten Regeln der Genetik absolut nicht zu vereinbaren ist, kritisiert wird außerdem, daß sämtliche anderen Einflüsse wie Umwelt, Sozialisation, Erfahrung, Lernen und natürlich der Mensch im Konzept der RS keinen Platz haben.

    Der Artikel in SITZPLATZFUSS stammt von Hannah Maxellon und basiert auf ihren Erfahrungen auf einem Workshop, die sie auch schon im Internet beschrieben hat. Er wurde auch hier schon verlinkt.
    http://www.an-der-leine.de/2014/03/gastbe…eburtsstellung/
    Sie beschreibt zunächst das Konzept der RS, dann den von ihr erlebten Workshop mit all seinen kritikwürdigen Abläufen, inclusive dem Personenkult um Frau Ertel. Thema ist dann auch der weitere Umgang mit den Hunden im Sinne der RS (Hundetausch, Trennung im Haus usw). Tenor des Artikels ist die Warnung an Hundebesitzer, sich nicht durch Gurus manipulieren zu lassen.

    In beiden Artikeln wird Frau Nowaks Name nicht genannt. Gansloßer/Baumann berichten aber kritisch von einer Hundetrainerin im Fernsehen, die einer Familie von der Übernahme eines Tierhheimhundes nur wegen dessen falscher Rudelstellung abriet. Da es nur eine Hundetrainerin im deutschen Fernsehen gibt, muß man nicht lange raten.
    Maxellon schreibt am Anfang, daß sie durch den Hinweis einer Frau, die lange mit einem Rudel wilder Hunde lebte, auf das Thema und zum Workshop gekommen sei. Weiter wird Nowak aber weder erwähnt noch kritisiert.

    Soviel zu den Artikeln.

    Vor Nowaks Bekehrung war RS eine skurrile Randerscheinung in der Hundeszene, immer gut für eine fröhliche Popcornschlacht in diversen Hundeforen. Durch Nowaks Popularität dank Fernsehpräsenz , auch ihre Bücher verkaufen sich massenhaft, ist das leider drauf und dran, zum Allgemein'wissen' des Normalhundehalters zu werden. Das finde ich sehr alarmierend.
    Auf der anderen Seite stammen die beiden aufrüttelnden Erfahrungsberichte von den Seminaren gerade von Hundehalterinnen, die nur im Vertrauen auf Nowaks Empfehlung dorthin gingen und entsetzt waren von dem, was sie dort erleben mußten. Das wiederum macht mir Hoffnung: vielleicht platzt die Blase bald.

    Dagmar & Cara