Beiträge von dagmarjung

    Das Buch ist sehr gut und zu empfehlen. Die Autoren sind auch keineswegs kategorisch gegen Kastration, sie raten aber zur gründlichen Abwägung in jedem Einzelfall. Es gibt mögliche Folgen und Nebenwirkungen in punkto Gesundheit und Wesen, die man schon abwägen sollte. In dem Buch werden auch die Läufigkeit der Hündin, die Funktion der Geschlechtsorgane bei beiden Geschlechtern und die Wechselwirkungen der Hormone gut beschrieben. Darüber sollte man Bescheid wissen, egal wie die Entscheidung am Ende fällt.
    Um einer ungewollten Vermehrung vorzubeugen, ist die Kastration wirklich nicht nötig. Es reicht, 2 x im Jahr während der Läufigkeit die Hündin an der Leine zu führen.

    Dagmar & Cara

    'Alles ist besser als Tierheim' - mach dich von dieser Idee frei.
    Sieh es mal so - die Mitarbeiter im Tierheim haben sehr viel Erfahrung in der Vermittlung von Hunden an geeignete neue Besitzer, du nicht. Ein junger, gesunder Hund mit freundlichem Wesen bleibt niemals lange im Tierheim, das ist für ihn nur ein kurzer Zwischenhalt.
    Natürlich gilt sinngemäß dasselbe auch für andere Tierschutzorganisationen. Aber es besteht kein Anlass, das Tierheim aus deinen Überlegungen auszuschließen.

    Dagmar & Cara

    Hallo Anna,

    Hör nicht auf die Sprüche deiner Familie! Ich vermute mal, du hast bisher keines deiner Kinder wegen Überforderung zur Adoption freigegeben, da wirst du auch der Welpenzeit deines Hundes gewachsen sein.
    Ja, die erste Zeit ist anstrengend, man ist angebunden, es ist eine Umstellung im Leben, und alles dreht sich um die Bedürfnisse des Welpen. Aber immerhin dauert diese Zeit bei jungen Hunden deutlich kürzer als bei Menschenkindern: Heute in einem Jahr wird Spike bereits mitten in der Pubertät sein, mit den Kerlen rocken und den Mädels nachsteigen!
    Okay, das war jetzt vielleicht kein wirklicher Trost... :smile:

    Wenn du übrigens das Stichwort 'Welpenblues' hier in die Suchmaschine eingibst, solltest du vorsichtshalber schnell einen Schritt beiseite treten, damit du nicht von den vielen Beiträgen erschlagen wirst...

    Dagmar & Cara

    Was für eine Rasse oder Mischung ist denn dein Hund, woher stammt er und in welchem Alter hast du ihn bekommen? In welchem Alter genau fingen die Probleme an, gab es dafür einen besonderen Anlass?

    Welpen und Junghunde sind meist noch allgemein kontaktfreudig, wenn die Hunde dann allmählich erwachsen werden, können sie aber Wach- und Schutzverhalten entwickeln, besonders, wenn sie entsprechenden Rassen angehören. Das kann natürlich im Mietshaus problematisch werden.

    Es gibt in der Pubertät auch manchmal Phasen der Unsicherheit, auch das kann so ein Verhalten hervorrufen. Vielleicht ist dein Hund auch durch den Umzug zusätzlich gestresst. Allerdings schreibst du ja, er hat sein Verhalten schon vorher geändert, der Umzug alleine kann also nicht die Ursache sein.

    Was genau macht dein Partner anders als du? Ist der Hund bei ihm innerlich entspannt und gelassen?

    Wie gestaltet sich euer Alltag? Was macht ihr mit dem Hund?

    Was geschah genau bei dem Vorfall mit der Frau?

    Dagmar & Cara

    Das war ja wirklich kein schönes Erlebnis! :sad2:

    Du hast vorher gefragt und soweit alles richtig gemacht. Leider muß man manchmal auch für den anderen HH mitdenken und die gesamte Situation selbst beurteilen.
    Wenn ich schon sehe, daß der andere Hund mit einem Beutespiel beschäftigt ist, gehe ich davon aus, daß mein Hund da jetzt unerwünscht ist, egal was der Besitzer sagt. Jede mögliche Konkurrenzsituation sollte man besser vermeiden. Bälle, Stöckchen, Leckerchen, Buddellöcher werden auch von sonst kontaktfreudigen Hunden gerne gegen andere verteidigt und der Störenfried verjagt.
    Also besser nicht stehenbleiben und zugucken ('Dieses Mistkerl glotzt auf MEIN Stöckchen') sondern zügig mit Abstand weitergehen.

    Wenn es mal passiert, daß ein anderer Hund plötzlich auf deinen zustürmt, kannst und sollst du tasächlich den anderen Hund abbremsen, indem du dich groß und breit vor deinem Hund aufbaust und den anderen mit möglichst tiefer Stimme anbrüllst. Das nimmt zumindest den ersten Schwung, oft den ganzen, denn meist ist es ja nur Bluff. Damit ist schon viel gewonnen und dein Hund lernt dadurch, daß du ihn beschützt. Das schafft Vertrauen, er wird dann eher Schutz bei dir suchen und nicht so leicht davonstürmen.


    Dagmar & Cara

    Habe das Buch in der Buchhandlung quergelesen und viel gelacht. Waren nur leider keine Glossen, sondern alles ernstgemeint.

    Achtung: hier spricht der Fachmann:

    Warum Clicker doof ist

    Fachmann bekommt Clicker auf einer Heimtiermesse geschenkt. Fachmann konditioniert Hund zuhause auf den Clicker. Fachmann trifft sich draußen mit einer Handvoll weiterer Hundehalter, die die gleiche Messe besucht haben, zum Clickern üben, 5 Mann + 5 Hunde auf 5 Quadratmetern. Alles clickert wild durcheinander, Hase geht ab, Hund will hinterher, Click im falschen Moment. Desaster! Daraus folgt logisch:

    Clicker ist doof.
    Konditionieren mit positiver Verstärkung ist doof.
    Lerntheorie ist doof.
    Quot erat demonstrandum.
    Noch irgendwelche Fragen? :hust:

    - Halbbildung ist auch eine Bildung!

    Dagmar & Cara

    Sehr gute Sendung, danke für den Link.

    Ich verstehe nicht so recht, wie man heutzutage unwissend auf Vermehrer reinfallen kann, es sei denn, man hat sich vor dem Hundekauf überhaupt nicht informiert.
    Aufgekärt über das Thema wird seit Jahrzehnten!

    1977 schrieb Heiko Gebhardt im 'Stern' seine bahnbrechende Artikelserie über Hunde in Deutschland. Da wurde zum ersten Mal aufgedeckt, unter welchen Bedingungen Hunde beim Vermehrer produziert werden und was für Folgen das für Gesundheit und Wesen hat. Gebhardt reiste damals als Testkäufer durch Niederbayern, (damals das, was Osteuropa heute ist), und ließ die Welpen anschließend von einem Professor der Tierärtzlichen Hochschule untersuchen. Das Ergebnis war so wie zu erwarten. Viele der Welpen starben oder mußten eingeschläfert werden, die restlichen blieben Problemhunde. Die Fotos von den 'Zuchthunden' in ihren verdreckten Käfigen und von den elenden, kranken Welpen gleichen ganz den Bildern heutiger Berichte.
    Nachlesen kann man das in Gebhardts Buch 'Du armer Hund' von 1978.
    Gebhardts Artikel haben damals tatsächlich etwas bewegt: ihnen ist es zu verdanken, daß die Zoofachhändler seither auf Hunde und Katzen im Schaufenster verzichten, was vorher üblich war.

    Das ist nun 36 Jahre her und seitdem ist das Thema ununterbrochen präsent geblieben. in Hundezeitschriften, in Faltblättern vom Tierschutz, in jedem, auch einfachen Ratgeberbuch über Hundehaltung wird beim Thema Hundekauf dargelegt, daß man einen Welpen nur dort kaufen soll, wo er geboren ist und wo man die Mutter und die Aufzuchtbedingungen sehen kann. Würde nur diese eine Regel beachtet, hätte sich das gesamte (und größte) Marktsegment 'Kauf über Zwischenhändler' bereits erledigt.

    Natürlich gibt es darüber hinaus noch Tricks und Schummeleien, die auch vom aufgeklärten Käufer nur schwer zu durchschauen sind. Zumal man ja nur selten im Leben einen Hund anschafft. Dazu kommt die Grauzone, in der viele Dissizenz- und sogenannte Hobbyzüchter agieren; die Aufzucht der Welpen ist zB nett und liebevoll und durchaus vorzeigbar, aber den Elterntieren fehlen wichtige Gesundheitszeugnisse oder die Hündin wird zu oft belegt.

    Ein etwas anders Kapitel ist der Mitleidskauf, man sieht die Welpen in desolaten Verhältnissen und kauft wissentlich trotzdem. Das hat dann nichts mit mangelnder Aufklärung zu tun.

    Dagmar & Cara

    Macht meine Hündin auch immer! :smile:
    Und nicht nur die.
    Ich denke, Hundebegegnungen sind für die Hunde immer mit einer gewissen Anspannung verbunden. In diesem Fall ist man übereingekommen, sich aus dem Weg zu gehen, weder Kontakt noch Konflikt zu suchen, aber man will halt doch Genaueres über den Anderen wissen. Und dieses Informationsbedürfnis stillt man dann ohne Risiko durch Hinterherschnüffeln. Falls der andere gerade gepinkelt hat, wird der Hinterherschnüffler dort meist auch noch mal markieren.

    Dagmar & Cara