Sehr gute Sendung, danke für den Link.
Ich verstehe nicht so recht, wie man heutzutage unwissend auf Vermehrer reinfallen kann, es sei denn, man hat sich vor dem Hundekauf überhaupt nicht informiert.
Aufgekärt über das Thema wird seit Jahrzehnten!
1977 schrieb Heiko Gebhardt im 'Stern' seine bahnbrechende Artikelserie über Hunde in Deutschland. Da wurde zum ersten Mal aufgedeckt, unter welchen Bedingungen Hunde beim Vermehrer produziert werden und was für Folgen das für Gesundheit und Wesen hat. Gebhardt reiste damals als Testkäufer durch Niederbayern, (damals das, was Osteuropa heute ist), und ließ die Welpen anschließend von einem Professor der Tierärtzlichen Hochschule untersuchen. Das Ergebnis war so wie zu erwarten. Viele der Welpen starben oder mußten eingeschläfert werden, die restlichen blieben Problemhunde. Die Fotos von den 'Zuchthunden' in ihren verdreckten Käfigen und von den elenden, kranken Welpen gleichen ganz den Bildern heutiger Berichte.
Nachlesen kann man das in Gebhardts Buch 'Du armer Hund' von 1978.
Gebhardts Artikel haben damals tatsächlich etwas bewegt: ihnen ist es zu verdanken, daß die Zoofachhändler seither auf Hunde und Katzen im Schaufenster verzichten, was vorher üblich war.
Das ist nun 36 Jahre her und seitdem ist das Thema ununterbrochen präsent geblieben. in Hundezeitschriften, in Faltblättern vom Tierschutz, in jedem, auch einfachen Ratgeberbuch über Hundehaltung wird beim Thema Hundekauf dargelegt, daß man einen Welpen nur dort kaufen soll, wo er geboren ist und wo man die Mutter und die Aufzuchtbedingungen sehen kann. Würde nur diese eine Regel beachtet, hätte sich das gesamte (und größte) Marktsegment 'Kauf über Zwischenhändler' bereits erledigt.
Natürlich gibt es darüber hinaus noch Tricks und Schummeleien, die auch vom aufgeklärten Käufer nur schwer zu durchschauen sind. Zumal man ja nur selten im Leben einen Hund anschafft. Dazu kommt die Grauzone, in der viele Dissizenz- und sogenannte Hobbyzüchter agieren; die Aufzucht der Welpen ist zB nett und liebevoll und durchaus vorzeigbar, aber den Elterntieren fehlen wichtige Gesundheitszeugnisse oder die Hündin wird zu oft belegt.
Ein etwas anders Kapitel ist der Mitleidskauf, man sieht die Welpen in desolaten Verhältnissen und kauft wissentlich trotzdem. Das hat dann nichts mit mangelnder Aufklärung zu tun.
Dagmar & Cara