Beiträge von dagmarjung

    Der normale Ablauf von Läufigkeit, Scheinträchtigkeit und Scheinmutterschaft ist so: die Läufigkeit dauert drei Wochen, in dieser Zeit riecht die Hündin für Rüden attraktiv. Nach der Läufigkeit folgt hormonell die Scheinträchtigkeit, meist unauffällig, manche Hündinnen werden ruhiger, verschmuster, manchmal sogar träge. Auffällig ist dann wieder die dritte Phase, die Scheinmutterschaft, wenn die Welpen zur Welt kommen würden. Das ist die Zeit, wo viele Hündinnen unruhig sind, Spielzeug adoptieren, ein geschwollenes Gesäuge und manchmal Milcheinschuss haben, also die Phase, die oft als problematisch empfunden wird.


    Eine echte Trächtigkeit dauert 63 Tage, die Brutpflege- und Säugezeit etwa 8 Wochen. Daran kan man sich auch für Scheinträchtigkeit und Scheinmutterschaft orientieren, denn die hormonellen Vorgänge laufen ja nach demselben Zeitmuster ab, egal ob die Hündin gedeckt wurde oder nicht. Nur die Ausprägung ist unterschiedlich.Beispiel: meine Hündin Cara zeigt keine auffällige Scheinschwangerschaft, aber pünktlich zum theorethischen Geburtstermin gut 60 Tage nach der Läufigkeit wird schon mal der Quietscheball ins Körbchen geholt. Das dauert bei ihr allerdings nur wenige Tage an.

    Ungewöhnlich finde ich bei deiner Schilderung, daß deine Hündin ein anhaltendes und stark ausgeprägtes Rammelverhalten zeigt. Während der Läufigkeit wäre das nicht so ungewöhnlich, aber so anhaltend danach schon. Denn normal kommt halt erst der Sex und dann ist das Thema durch, es folgt die sexuell uninteressante Trächtigkeit. Das gilt für beide Seiten, Hündin und Rüde. Ebenso ungewöhnlich und nicht normal finde ich nämlich das dauernde Interesse der Rüden an deiner Hündin. Auch das sollte nach der Läufigkeit rasch abklingen. (Hündin mit Shampoo baden und gleichzeitig alle Liegedecken waschen hilft, den Geruch möglichst rasch zu vertreiben.)


    Wurde von Seiten der TÄ abgeklärt, ob gesundheitlich wirklich alles in Ordnung ist? Stichworte Entzündung, Gebärmuttervereiterung?


    Dagmar & Cara

    Ich teile mir ja auch mal Essen mit meinem Hund, und vom Eis bekommt Cara auch was ab - aber das mache ich für sie ab und gebe es ihr dann.
    Den Vorfall beim Hundesportturnier fand ich skurril, aber lustig - ich liebe meinen Hund, aber ich möchte nichts vom Hund angelutschtes essen - die Grenze zum drüber Ärgern ist bei mir aber im Restaurant erreicht, wenn Hundehalter ihren Fiffi den Teller ablecken lassen, ob auf oder unter dem Tisch. Denn solches Verhalten führt im schlimmsten Fall zum Hundeverbot im Lokal, und das schadet allen Gästen mit Hund.

    Dagmar & Cara

    Bei einem Hundesportturnier saßen wir zu mehreren auf einer Bank, die Hunde dabei. Es war sehr heiß, wir hatten uns alle Eis geholt. Da hält die Frau neben mir ihrem Hund das Eis hin; ich denke noch - ein ganzes Eis für so einen kleinen Pudel, ist das nicht ein bißchen viel? - der Hund beißt ordentlich ab, die Frau ißt den angebissenen Rest vom Eis selber...
    meine andere Nebensitzerin und ich haben uns nur angeschaut... :shocked: :D

    Dagmar & Cara

    Mein Tip: Schnuppere erst mal ohne Hund! Schau dir an, wie so eine Stunde abläuft, was Lerninhalt ist, wie die Trainerin mit Hunden und Menschen umgeht, wie sie Konflikte managt, ob, wie und wann sie eingreift, wenn ein Spiel heftiger wird oder umkippt, wie sie speziell mit sensibleren Hunden umgeht.
    In Kursen für Junghunde wird im Gegensatz zu Welpenkursen nicht mehr unbedingt frei gespielt, das könnte für einen kleinen ängstlichen Hund vorzuziehen sein, wenn er lernt, daß andere Hunde zwar in der Nähe sind, aber ihm nicht zu nahe kommen.
    Sprich anschließend auch mit der Trainerin über die speziellen Probleme deiner Hündin und frage, welchen Kurs sie empfehlen würde und wie man sicherstellen kann, daß deine Hündin dabei keine negativen Erfahrungen macht.

    Mit Hund ist man zu sehr selbst im Geschehen, ohne Hund kann man objektiv und ohne Ablenkung beobachten und für sich selbst beurteilen, ob es für den eigenen Hund passt.

    Ein guter Welpen- oder Junghundekurs ist hilfreich, aber ein schlechter kann dir viel versauen.

    Dagmar & Cara

    Meine Mutter beschwerte sich auch einmal (scherzhaft) bei mir, daß ich meine Schäferhündin Nuja jedesmal ausgiebig und liebevoll begrüßte und Mutti anschließend eher beiläufig mit einem 'Hallo'.

    Da habe ich geantwortet: "Du erwartest mich ja auch nicht freudestrahlend an der Tür, als wäre mein Heimkommen dein Höhepunkt des Tages, sondern bleibst einfach am Arbeitstisch sitzen..." ;)

    Dagmar & Cara

    In früheren Zeiten wurden nicht nur Kangale, sondern auch die Hunde unserer eigenen Vorfahren in Mitteleuropa eher selten mit Fleisch gefüttert. Fleisch bekamen auch die meisten Menschen nicht oft, und das geschlachtete Tier wurde viel weitgehender als heute für die menschliche Ernährung genutzt und an zweiter Stelle, was den Anspruch auf gehaltvolle Nahrung betrifft, kam dann noch lange nicht der Hund, sondern ihrerseits Nahrung produzierende Nutztiere wie Schweine und Hühner.
    Ein mit Wasser und Brot 'vegan' mangelernährter Kettenhund lebte dann eben nicht lange. Was nicht schlimm war, denn er konnte jederzeit kostenneutral ersetzt werden.
    Wurde der Hund nicht an der Kette oder im Zwinger gehalten, standen ihm jedoch Möglichkeiten offen, sich auf eigene Faust tierische Ergänzungsnahrung zu holen: Mäuse, Ratten, Aas, Abfälle und Kot.

    Wir möchten heute, daß unsere Hunde ein hohes Alter bei guter Gesundheit erreichen und verwehren ihnen meistens die Aufnahme der oben erwähnten Ergänzungsfuttermittel. Dank Hygiene, Straßenreinigung und Schädlingskontrolle stehen sie auch nicht mehr so zur Verfügung wie in früheren Jahrhunderten. Daher sollten wir schon für eine ausgewogene Ernährung sorgen. Hunde sind ernährungstechnisch zwar keine Wölfe mehr, das ist richtig, aber sie sind auch keine Kaninchen. Und das werden sie auch bei noch so zielgerichteter Zucht nie werden.

    Dagmar & Cara

    Liebe TE,

    mach dich frei von dem Gedanken, einen Hund zu retten, woher auch immer. Such stattdessen einen Hund, der zu dir und deinem Leben passt. Ein gesunder Egoismus ist da durchaus sinnvoll, damit am Ende beide, der Hund und du, zufrieden sind.

    Über die Vorausetzungen, die du selber mitbringen mußt, wurde schon geschrieben.

    Aber auch dein künftiger Hund muß ja einige Anforderungen erfüllen. Er muß anpassungsfähig sein, verträglich mit Menschen und Hunden, einige Stunden ohne Probleme alleine bleiben können. Stadtleben mit einem Hund, der Angst/Agressionsprobleme mit anderen Hunden hat, macht nicht wirklich Freude. Stressbellen in der Wohnung beim Alleinbleiben kann dich die Wohnung kosten, wenn Nachbarn und Vermieter das nicht auf Dauer mitmachen.
    Du bist Single und wirst daher öfters auf fremde Betreuung angewiesen sein, für einen 'pflegeleichten' Hund ist diese ungleich einfacher zu finden als für einen schwierigen. Aus dem gleichen Grund wirst du es mit einem kleinen Hund leichter haben als mit einem großen.

    Im Tierschutz sind geeignete Hunde durchaus zu finden, aber man muß vielleicht etwas länger danach suchen. Es gibt Hunde, die wirklich nur umständehalber abgeben wurden, aber viele eben auch wegen Problemen bzw Unfähigkeit der Vorbesitzer.

    Dagmar & Cara

    Verteidigen heißt für mich nicht unbedingt, sein Leben im Ernstkampf opfern. Ich würde jedem Hund, der sich dazwischenstellt und droht, zubilligen, daß er seinen Menschen in diesem Moment bereits verteidigt. Er könnte sich ja auch hinter den Menschen zurückziehen.

    Die Hunde, die selbstsicher drohen, werden mit Sicherheit nicht nur bluffen. Aber sogar die anderen, die mehr bellen und nach vorn schießen, haben ja eine sehr reale Schutzwirkung, denn der Angreifer wird es kaum drauf ankommen lassen. Die wenigsten Menschen können Hunde so genau lesen.

    Dagmar & Cara

    Um auch was zur gefühlten Statistik beizutragen: Meiner Pudeline traue ich einen echten Verteidigungseinsatz eher nicht zu. Es gab zwei Situationen, in denen ich mich wirklich bedroht gefühlt habe, Cara hat die Bedrohung aber gar nicht wahrgenommen. Es war allerdings keine körperliche Agression oder Tätlichkeit im Spiel, sondern ich wurde sehr aufdringlich angemacht und in einem Fall verfolgt.

    Mit meiner unvergessenen Schäferhündin konnte ich mich auch nachts am Bahnhof schon deshalb sicher fühlen, weil jeder davon ausgeht, daß ein Schäferhund seinen Menschen verteidigt. Da läßt es so schnell keiner zum Ernstfall kommen.
    Kleinpudel wirken leider nicht entfernt so respekteinflößend.


    Dagmar & Cara